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Das Universum der Brüder Rasch
von Thomas Edelmann | 14. November 2014
Das Marta Herford würdigt mit der Ausstellung die visionäre Ingenieurskunst der Gebrüder Rasch. Foto © Hans Schröder, Marta Herford
Auf der diesjährigen Architektur-Biennale von Venedig stellt Rem Koolhaas die Baugeschichte der vergangenen hundert Jahre als einen Prozess der zunehmenden Banalisierung dar. Anhand der Schau „Elemente der Architektur“ zeigt er, wie aus einer offenen Entwurfshaltung, die traditionelle Bauweisen und Schmuckformen experimentell in Frage stellt, eine beherrschende Strömung wurde, die Alternativen vor allem aus wirtschaftlichen, aber auch aus ideologischen Erwägungen nicht mehr zulässt. Thesenhaft, materialreich, mitunter auch manipulativ beleuchtet die Schau das Spannungsverhältnis zwischen den Verheißungen der Moderne und dem, was sich im Maßstab der Industrialisierung und Globalisierung als Standard durchgesetzt hat.

Wie und wann dabei die Epigonen die einfallsreichen Erfinder ablösten, bleibt in Venedig im Ungefähren. Ebenso, weshalb selbst manche der experimentellen Erfinder sich von Vorkämpfern einer neuen Idee zu Vollstreckern eines „Bauwirtschaftsfunktionalismus“ verwandelten. Mit diesem Begriff titulierte einst der Gründungsdirektor des Deutschen Architektur-Museums Heinrich Klotz eine Praxis der Moderne, die sich mit Minimalprogrammen arrangiert hatte und auf eine gestalterische Durchbildung ebenso verzichtete wie auf weiterreichende Sinnfragen.

Unerquickliche Gegenwart

Im Baugeschehen des frühen 21. Jahrhunderts wird die Vergangenheit mit Wärmedämmverbund-Systemen zugekleistert. Neubauten huldigen einem „Bauhaus-Stil“, den es so nie gegeben hat. Historische Bestandsbauten – ob unter Denkmalschutz oder nicht – stehen zur Disposition. Wenn überhaupt, werden sie auf bewahrenswerte Fassaden reduziert. Höchster erreichbarer Zweck eines Gebäudes ist seine Umgestaltung zur überdachten Einkaufsmall. Die umgekrempelte Stadt von heute besteht vermehrt aus baulichen Zombies, aus Untoten ohne Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Unvermittelt neben dieser Baupraxis steht das Erinnerungswesen, das an Museen und Medien delegiert ist. Architekturausstellungen zeigen uns, wozu die Moderne in der Lage gewesen wäre. Und was Architekten und Gestalter vielleicht immer noch könnten, würden wir sie nicht länger darauf festlegen, banales Investorendesign in möglichst spektakulärer Form zu dekorieren.

So erinnert derzeit eine Schau im Marta Herford an Heinz und Bodo Rasch, zwei ungewöhnliche Pioniere des Neuen Bauens, deren Einfallsreichtum universalistische Züge trug. Mit „Hochbau, Möbelbau, Werbebau“ benannten die Brüder die Tätigkeitsfelder ihres gemeinsamen Unternehmens, das sie von 1926 bis 1930 in Stuttgart unterhielten. Sie mischten Anpassungsfähigkeit mit Eigensinn.



Stahlrohr-Moderne: Die Brüder Bodo und Heinz Rasch in ihrem Atelier in Stuttgart, etwa um 1927. Foto © Kragstuhl-Museum, Tecta-Archiv
Demütigung für immer

Vor der Firmengründung studierte Heinz Rasch (1902 bis 1996) an den technischen Hochschulen in Hannover und Stuttgart Architektur. Bei Paul Bonatz, dem Architekten des damals im Bau befindlichen Stuttgarter Hauptbahnhofs, wollte er seine Studien vollenden. Mit einem Studienprojekt geriet Heinz Rasch zunächst an den ebenfalls in Stuttgart lehrenden Paul Schmitthenner. Den Entwurf für ein Kavaliershaus in Hanglage hatte Rasch „als schwungvolle Bögen in den Berg“ konstruiert. Ein frühes Beispiel organischer Architektur, das starkes Missfallen bei Schmitthenner erregte, der Rasch einen „Drehwurm im Kopf“ attestierte. In einem autobiografischen Text von 1990 verweist Rasch darauf, diese hochschul-öffentliche Kränkung sei für ihn das ganze Leben „bei allen Entwürfen unterbewusst präsent gewesen“. Kaum vorstellbar.

Diese und andere Episoden aus Leben und Werk der beiden Gestalter hat Annette Ludwig in ihrer präzisen und klugen Monographie über die „Architekten Brüder Heinz und Bodo Rasch“ nachgezeichnet und eingeordnet, die 2009 erschien. Sie dokumentiert, wie Heinz Rasch beinahe täglich seiner Freundin und späteren Ehefrau Jutta Kochanowski brieflich über Leben und Arbeit zwischen 1926 und 1930 berichtet, angereichert mit eingeklebten Fotos und kleinen Zeichnungen. Erfolge und Ereignisse wie der Besuch von Mies van der Rohe, der Pläne für die Weißenhofsiedlung in Raschs Arbeitsbüro konkretisierte, aber auch Berichte über Rückschläge und wirtschaftliche Probleme sind dem Briefwechsel zu entnehmen.
Nicht nur der Körper, auch der Geist will richtig sitzen: der Sitzgeiststuhl in der „Wohnung für einen Junggesellen“ für die Stuttgarter Weißenhofsiedlung 1927. Foto © Marta Herford
Bodo Rasch (1903 bis 1995) absolvierte zunächst ein Studium als Agraringenieur. Währenddessen lernte und arbeitete er in verschiedenen Schreinerbetrieben, um sich Kenntnisse der Möbelkonstruktion und –Herstellung zu erwerben. Seit 1923 entwickelte er kunstgewerbliche Gegenstände, ab 1924 Stühle. Heinz und Bodo arbeiteten um diese Zeit sporadisch zusammen. „Werkkunst Arche“ und „Deutsche WA-Möbel-Gesellschaft“ hießen ihre ersten Start-ups, die sie bald wieder aufgaben. Heinz Rasch beabsichtigte mit einem Freund, dem Maler Willi Baumeister, ein Atelier für „Raumgestaltung“ zu gründen. Stattdessen leitete er den Pressedienst der „Deutschen Bauausstellung 1924“ in Stuttgart, Baumeister gestaltete die dazugehörige Zeitung. Hier und in Berlin, wo Heinz Rasch zwischen April und Oktober 1925 als Redakteur der BDA-Zeitschrift „Die Baugilde“ tätig war, lernte er Architekten und Künstler der internationalen Avantgarde kennen, es entstanden Kontakte etwa zu Peter Behrens, Ludwig Mies van der Rohe und Mart Stam. In verschiedenen Wohnateliers in Stuttgart betrieben die Brüder Rasch bis zum Sommer 1930 ihr gemeinsames Projekt, das „Reproduktion“ – also serielle Wiederholung – von Möbeln, Bauten und typografischer Gestaltung zum Ziel hatte.

Verdichtete Zeit

In den knapp fünf Jahren in gemeinsamer Entwurfs- und Arbeitsumgebung befasste sich das Bauatelier der Brüder mit „Ausstellungs- und Werbebau“ (hauptsächlich mit der Gestaltung von Messeständen), „baute ein Einfamilienhaus und gab fünf Bücher heraus“, wie Bodo Rasch später knapp bilanzieren sollte. Das Wohnhaus entwarfen die beiden 1927 für ihren Onkel in Bad Oeynhausen. „Der Wunsch nach Ehrlichkeit im Bauen bedeutet, dass der Inhalt und die Erscheinungsform der Häuser sich decken“, formulierte Heinz Rasch. Das Wohnhaus Ernst Rasch, aus sich durchdringenden, unterschiedlich hohen Kuben konstruiert, war in Backstein ausgeführt. Nicht zuletzt, da der Bauherr aus einem örtlichen Ziegeleibetrieb stammte. Spätere Besitzer haben das Gebäude durch „zahlreiche bauliche Änderungen entstellt“, wie Annette Ludwig schreibt. Nicht zuletzt dadurch, dass es sich heute als weißer Bauhaus-Kubus ausgibt.

Am eigenen Beispiel erklärt

Was hatte es mit den fünf Büchern auf sich? Wie so vieles in Sachen Rasch ist das nicht einfach zu beschreiben. Das Buch „Wie Bauen?“ gibt es in drei verschiedenen Ausgaben, wobei sich die ersten beiden inhaltlich stärker unterscheiden, während sich die dritte von der zweiten lediglich durch die aufgedruckte rote Jahreszahl „1929“ unterscheidet. „Wie Bauen?“ erschien zunächst 1927 im Kontext von Bau und Einrichtung der Werkbundsiedlung am Weißenhof in Stuttgart. Horizontal geteilt, ist der Band mehr als nur ein oberflächlicher Ausstellungsführer. Er vermittelt unterhaltsam und anschaulich unterschiedliche Bauweisen, zunächst hauptsächlich Mauer- und Skelettbau. Neben Details zur Ausstattung und Konstruktion der einzelnen Weißenhof-Bauten präsentierten zahlende Werbekunden Komfortdetails vom Baustoff bis zur Warmwasserversorgung. Immer wieder flochten die Raschs ganz selbstverständlich auch eigene Projekte in den Kontext des Buches ein.

Wohnen am Mast: Projekte für Systeme hängender Häuser beschäftigten die Brüder Rasch ihr Leben lang. Foto © Collection Centre Canadien d’Architecture / Canadian Centre for Architecture, Montréal
So wird hier zum ersten Mal ihr bedeutendstes visionäres Projekt vorgestellt: Die Idee der Hängehäuser. Aber auch Wohnungseinrichtungen der Raschs für die Weißenhof-Bauten von Mies van der Rohe und Behrens finden Eingang in ihre Publikationen. 1928 erschien eine veränderte, weniger werbliche Ausgabe, die „Materialien und Konstruktionen für industrielle Produktion“ gewidmet ist. Im selben Jahr schrieben und gestalteten sie das knapp 60 Seiten umfassende Buch „Der Stuhl“ (1992 legte das Vitra Design Museum einen Reprint auf). Heinz und Bodo Rasch (der ältere nannte sich entgegen dem Alphabet stets zuerst) erklären hier den Übergang von handwerklicher zu industrieller Produktionsweise beim Möbelbau und zeigen anhand eigener Sitzmöbelentwicklungen, aber auch mittels Entwürfen von Mart Stam und Mies van der Rohe auf, wie sich die Konstruktion der Möbel durch neue Fertigungsverfahren und Einsatzzwecke verändert.

Im Jahr 1930 erschien das systematische Werk „Zu – Offen“, das eine Produktübersicht zu zeitgenössischen Typen von Türen und Fenstern bietet. „Gefesselter Blick“ heißt schließlich ein Band mit 25 kurzen monografischen Texten zu ausgewählten Werbegestaltern von Willi Baumeister über Max Bill, Walter Dexel, John Heartfield, El Lissitzky, Laszlo Moholy-Nagy, Kurt Schwitters, Mart Stam und Jan Tschichold bis Piet Zwart. Auch hier haben sich die Macher und Gestalter Heinz und Bodo Rasch selbst mit programmatischen Aussagen eingeordnet. Dass hier wie dort ihre Namen neben heute weitaus bekannteren Gestaltern erschienen, hat seine Richtigkeit.

Heinz und Bodo Rasch zerstritten sich über Fragen der Urheberschaft und gaben ihre gemeinsame Arbeit auf. Ursachen waren neben den Folgen der Weltwirtschaftskrise auch veränderte Lebensumstände (beide heirateten, Heinz 1930, Bodo 1931). Sie trennten sich und verkehrten gelegentlich noch brieflich miteinander. Einige ihrer Entwürfe, etwa zu den innovativen Hängehäusern, fanden Eingang in die Sammlungen des Canadian Center for Architecture in Toronto, ins MoMA in New York und das Deutsche Architektur-Museum in Frankfurt, die in Herford Leihgeber sind.

Nebenlinie der Moderne: Entwicklungsreihe der Stahlrohrstühle von Breuer, Stam und Mies mit einem Entwurf von Heinz Rasch (ganz links). Foto © Hans Schröder, Marta Herford
Getrennte Strategien

Nach der Trennung erarbeiteten sich beide Architekten eindrucksvolle Werklisten, oft allerdings mit kleineren, architekturhistorisch wenig beachteten Entwürfen. Bodo Rasch kann als Initiator der Stuttgarter Kochenhof-Siedlung gelten. Statt seiner einfallsreichen Holzkonstruktion – die Ausstellung zeigt ein Modell und den erhaltenen Originalplan – wurden piefige Häuser im Heimatstil errichtet. Heinz Rasch zog nach Wuppertal um und arbeitete dort mit dem Unternehmer Kurt Herberts zusammen, für dessen Lackfabrik er Neubauten errichtete und die Werbeleitung übernahm. Herberts, der über 30 politisch Verfolgte in seinem Werk vor der Gestapo schützte, schuf ein Lacklabor, für das Heinz Rasch seine Stuttgarter Malerfreunde Willi Baumeister und Oskar Schlemmer als Wissenschaftler engagierte. Damit konnte den verfemten Künstlern und ihren Familien zeitweise das Überleben gesichert werden. In der Ausstellung sind unter anderem kleinere, sehr persönliche Bilder von Schlemmer und Baumeister zu sehen, die einst den Rasch-Brüdern gehörten.

Am Döppersberg in Wuppertal, dort, wo Oskar Schlemmer und Heinz Rasch einst wohnten und forschten, wird heute die Nachkriegsstadt umgepflügt; Straßen werden verlegt, Shopping-Malls errichtet. Sehr zum Ärger kritischer Bewohner, die überzogene öffentliche Bauprojekte mit starken Kürzungen bei städtischen Dienstleistungen in Verbindung bringen.

Projekt eines Einraumhauses von Bodo Rasch für die Kochenhof-Siedlung in Stuttgart, 1933. Foto © Thomas Edelmann
Viele Entwürfe, die Heinz und Bodo Rasch besonders am Herzen lagen, blieben Projekt. Als sich etwa die Stadtsparkasse Wuppertal endlich entschloss, ihre Zentrale als Hängehaus zu bauen, realisierte das Projekt nicht Heinz Rasch, sondern Paul Schneider-Esleben. Ab den 1950er Jahren versuchten Heinz mit der Patentierung neuer Hängehausideen und Bodo mit der Konstruktion von Bahnhofs- und Gleisüberbauungen in Leinfelden und Stuttgart (so genannten „Großrelais“) neue Anläufe. Bodo entwickelte künstliche „mechanische Wolken“ aus pneumatischen Elementen sowie container-förmige Bauten. Das Meiste kam nicht über das Planungs- und Publikationsstadium hinaus. Als 1967 die Zeitschrift „Bauen+Wohnen“ die 40 Jahre alten Visionen von Hängekonstruktionen und Seilüberspannungen für Stadien, Siedlungsbauten und Schwimmbädern noch einmal veröffentlichte, geschah dies inmitten einer neuen Avantgarde und folgerichtig unter der Überschrift „Realisierte Utopie“.

Impulse aus dem Museum

Für den Besuch der Ausstellung im Marta sollte man sich Zeit gönnen. Die persönlichen Bild-Assemblagen von Heinz Rasch, die Entwürfe, Planwerke, Typografien, Modelle und Möbel-Prototypen wollen sorgsam mit dem Auge abgetastet werden, bevor man ihre Bedeutung begreift. Auch muss man auseinander halten, wo Heinz und Bodo Rasch Anreger der Möbelavantgarde waren – etwa bei ihrem „Sitzgeiststuhl“ oder dem endlos konzipierten „WA-Normalstuhl“ – und wo sie Zeitzeugen der Entwicklung des von ihnen so genannten Kragstuhls von Stam und Mies waren. Anschauungsmaterial lieferte als Leihgeber Axel Bruchhäuser von Tecta, der sich mit Heinz Rasch in intensiven Gesprächen austauschte und dessen 1974 patentierten Stahlrohrstuhl in Kleinserie fertigte.

Nicht die umfangreiche Erforschung sämtlicher Aspekte von Leben und Werk der Brüder Rasch steht im Vordergrund der Ausstellung, das Museum versteht sich als Impulsgeber, wie sein Direktor Roland Nachtigäller sagt. Beispielhaft ist etwa die Zusammenarbeit mit externen Kuratoren wie Klaus Leuschel aus Bern, der als Design- und Architekturexperte Brücken zur Avantgarde der 1960er Jahre bis zu Projekten der Gegenwart schlägt. Dabei sind manche realisierte Bauten wie etwa der Nakagin Capsule Tower von Kisho Kurokawa inzwischen von Vernachlässigung und Abriss bedroht.

Projekte wie das mit „Hängewerken überdachte Stadion“ der Brüder Rasch (1927/28) beeinflussten spätere Architekten-Generationen. Foto © Collection Centre Canadien d’Architecture / Canadian Centre for Architecture, Montréal
Als würde all das nicht schon reichen, konfrontiert das Museum alte und neuere Visionen mit künstlerischen Objekten von heute. Was leider in diesem Fall, anders als bei der Buckminster Fuller-Ausstellung zuvor, wie eher zufälliges Beiwerk wirkt. Ärgerlich ist auch die Ausstellungsarchitektur. Sie hilft Besuchern nicht, sie ist auch kein eigenständiges Element, sondern eine Materialschlacht in Kupfer und Kunststoff und gefaltetem Blech, die ein hohes Maß an Unkenntnis demonstriert, da sie den Intentionen der hier gezeigten Werke zuwider läuft. Aus dem Buchtitel „Gefesselter Blick“, der sich auf eine Methodik der damaligen Werbung bezog, wurde im Marta der Ausstellungstitel vom „Entfesselten Blick“. Weshalb, bleibt undurchsichtig. Ebenso auch, wieso erstmals Projekte der gemeinsamen Werkphase nun partout einzelnen Gestaltern zugeordnet werden mussten. Vielleicht gibt darüber der im November erscheinende Katalog Aufschluss? Doch das sind insgesamt Nebenschauplätze, angesichts der erstmals präsentierten Projekt- und Gedankenfülle der Ingenieur-Gestalter Bodo und Heinz Rasch, die es so umfassend noch nirgends zu sehen gab. Also auf nach Herford!

„Der entfesselte Blick. Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur“
Marta Herford, bis 1. Februar 2015
www.marta-herford.de

Zum Weiterlesen:

Mart Herford (Hg.), Der entfesselte Blick / The Unfettered Gaze
Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur
Wasmuth, Tübingen, Berlin 2014, 39,80 Euro

Annette Ludwig, Die Architekten, Brüder Heinz und Bodo Rasch
Ein Beitrag zur Architekturgeschichte der zwanziger Jahre,
Wasmuth, Tübingen, Berlin 2009, 49,90 Euro

Heinz und Bodo Rasch (Hg.), Gefesselter Blick
25 kurze Monografien und Beiträge über neue Werbegestaltung
1930, Reprint 1996
Lars Müller Publishers, Baden (Schweiz) 1996, 45 Euro

Vision elastischen Sitzens: Der Sitzgeiststuhl aus lackiertem Sperrholz ging nie in Serie. Foto © Hans Schröder, Marta Herford
News & Stories › 2014 › November
Das Universum der Brüder Rasch
von Thomas Edelmann | 14. November 2014

Eine Ausstellung im Marta Herford konfrontiert das Lebenswerk von Heinz und Bodo Rasch mit gebauten und geträumten Utopien der 1960er Jahre sowie künstlerischen Projekten der Gegenwart. Die Ausstellung will zu viel und ist dennoch eine Reise wert.

Auf der diesjährigen Architektur-Biennale von Venedig stellt Rem Koolhaas die Baugeschichte der vergangenen hundert Jahre als einen Prozess der zunehmenden Banalisierung dar. Anhand der Schau „Elemente der Architektur“ zeigt er, wie aus einer offenen Entwurfshaltung, die traditionelle Bauweisen und Schmuckformen experimentell in Frage stellt, eine beherrschende Strömung wurde, die Alternativen vor allem aus wirtschaftlichen, aber auch aus ideologischen Erwägungen nicht mehr zulässt. Thesenhaft, materialreich, mitunter auch manipulativ beleuchtet die Schau das Spannungsverhältnis zwischen den Verheißungen der Moderne und dem, was sich im Maßstab der Industrialisierung und Globalisierung als Standard durchgesetzt hat.

Wie und wann dabei die Epigonen die einfallsreichen Erfinder ablösten, bleibt in Venedig im Ungefähren. Ebenso, weshalb selbst manche der experimentellen Erfinder sich von Vorkämpfern einer neuen Idee zu Vollstreckern eines „Bauwirtschaftsfunktionalismus“ verwandelten. Mit diesem Begriff titulierte einst der Gründungsdirektor des Deutschen Architektur-Museums Heinrich Klotz eine Praxis der Moderne, die sich mit Minimalprogrammen arrangiert hatte und auf eine gestalterische Durchbildung ebenso verzichtete wie auf weiterreichende Sinnfragen.

Unerquickliche Gegenwart

Im Baugeschehen des frühen 21. Jahrhunderts wird die Vergangenheit mit Wärmedämmverbund-Systemen zugekleistert. Neubauten huldigen einem „Bauhaus-Stil“, den es so nie gegeben hat. Historische Bestandsbauten – ob unter Denkmalschutz oder nicht – stehen zur Disposition. Wenn überhaupt, werden sie auf bewahrenswerte Fassaden reduziert. Höchster erreichbarer Zweck eines Gebäudes ist seine Umgestaltung zur überdachten Einkaufsmall. Die umgekrempelte Stadt von heute besteht vermehrt aus baulichen Zombies, aus Untoten ohne Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Unvermittelt neben dieser Baupraxis steht das Erinnerungswesen, das an Museen und Medien delegiert ist. Architekturausstellungen zeigen uns, wozu die Moderne in der Lage gewesen wäre. Und was Architekten und Gestalter vielleicht immer noch könnten, würden wir sie nicht länger darauf festlegen, banales Investorendesign in möglichst spektakulärer Form zu dekorieren.

So erinnert derzeit eine Schau im Marta Herford an Heinz und Bodo Rasch, zwei ungewöhnliche Pioniere des Neuen Bauens, deren Einfallsreichtum universalistische Züge trug. Mit „Hochbau, Möbelbau, Werbebau“ benannten die Brüder die Tätigkeitsfelder ihres gemeinsamen Unternehmens, das sie von 1926 bis 1930 in Stuttgart unterhielten. Sie mischten Anpassungsfähigkeit mit Eigensinn.



Demütigung für immer

Vor der Firmengründung studierte Heinz Rasch (1902 bis 1996) an den technischen Hochschulen in Hannover und Stuttgart Architektur. Bei Paul Bonatz, dem Architekten des damals im Bau befindlichen Stuttgarter Hauptbahnhofs, wollte er seine Studien vollenden. Mit einem Studienprojekt geriet Heinz Rasch zunächst an den ebenfalls in Stuttgart lehrenden Paul Schmitthenner. Den Entwurf für ein Kavaliershaus in Hanglage hatte Rasch „als schwungvolle Bögen in den Berg“ konstruiert. Ein frühes Beispiel organischer Architektur, das starkes Missfallen bei Schmitthenner erregte, der Rasch einen „Drehwurm im Kopf“ attestierte. In einem autobiografischen Text von 1990 verweist Rasch darauf, diese hochschul-öffentliche Kränkung sei für ihn das ganze Leben „bei allen Entwürfen unterbewusst präsent gewesen“. Kaum vorstellbar.

Diese und andere Episoden aus Leben und Werk der beiden Gestalter hat Annette Ludwig in ihrer präzisen und klugen Monographie über die „Architekten Brüder Heinz und Bodo Rasch“ nachgezeichnet und eingeordnet, die 2009 erschien. Sie dokumentiert, wie Heinz Rasch beinahe täglich seiner Freundin und späteren Ehefrau Jutta Kochanowski brieflich über Leben und Arbeit zwischen 1926 und 1930 berichtet, angereichert mit eingeklebten Fotos und kleinen Zeichnungen. Erfolge und Ereignisse wie der Besuch von Mies van der Rohe, der Pläne für die Weißenhofsiedlung in Raschs Arbeitsbüro konkretisierte, aber auch Berichte über Rückschläge und wirtschaftliche Probleme sind dem Briefwechsel zu entnehmen.
Bodo Rasch (1903 bis 1995) absolvierte zunächst ein Studium als Agraringenieur. Währenddessen lernte und arbeitete er in verschiedenen Schreinerbetrieben, um sich Kenntnisse der Möbelkonstruktion und –Herstellung zu erwerben. Seit 1923 entwickelte er kunstgewerbliche Gegenstände, ab 1924 Stühle. Heinz und Bodo arbeiteten um diese Zeit sporadisch zusammen. „Werkkunst Arche“ und „Deutsche WA-Möbel-Gesellschaft“ hießen ihre ersten Start-ups, die sie bald wieder aufgaben. Heinz Rasch beabsichtigte mit einem Freund, dem Maler Willi Baumeister, ein Atelier für „Raumgestaltung“ zu gründen. Stattdessen leitete er den Pressedienst der „Deutschen Bauausstellung 1924“ in Stuttgart, Baumeister gestaltete die dazugehörige Zeitung. Hier und in Berlin, wo Heinz Rasch zwischen April und Oktober 1925 als Redakteur der BDA-Zeitschrift „Die Baugilde“ tätig war, lernte er Architekten und Künstler der internationalen Avantgarde kennen, es entstanden Kontakte etwa zu Peter Behrens, Ludwig Mies van der Rohe und Mart Stam. In verschiedenen Wohnateliers in Stuttgart betrieben die Brüder Rasch bis zum Sommer 1930 ihr gemeinsames Projekt, das „Reproduktion“ – also serielle Wiederholung – von Möbeln, Bauten und typografischer Gestaltung zum Ziel hatte.

Verdichtete Zeit

In den knapp fünf Jahren in gemeinsamer Entwurfs- und Arbeitsumgebung befasste sich das Bauatelier der Brüder mit „Ausstellungs- und Werbebau“ (hauptsächlich mit der Gestaltung von Messeständen), „baute ein Einfamilienhaus und gab fünf Bücher heraus“, wie Bodo Rasch später knapp bilanzieren sollte. Das Wohnhaus entwarfen die beiden 1927 für ihren Onkel in Bad Oeynhausen. „Der Wunsch nach Ehrlichkeit im Bauen bedeutet, dass der Inhalt und die Erscheinungsform der Häuser sich decken“, formulierte Heinz Rasch. Das Wohnhaus Ernst Rasch, aus sich durchdringenden, unterschiedlich hohen Kuben konstruiert, war in Backstein ausgeführt. Nicht zuletzt, da der Bauherr aus einem örtlichen Ziegeleibetrieb stammte. Spätere Besitzer haben das Gebäude durch „zahlreiche bauliche Änderungen entstellt“, wie Annette Ludwig schreibt. Nicht zuletzt dadurch, dass es sich heute als weißer Bauhaus-Kubus ausgibt.

Am eigenen Beispiel erklärt

Was hatte es mit den fünf Büchern auf sich? Wie so vieles in Sachen Rasch ist das nicht einfach zu beschreiben. Das Buch „Wie Bauen?“ gibt es in drei verschiedenen Ausgaben, wobei sich die ersten beiden inhaltlich stärker unterscheiden, während sich die dritte von der zweiten lediglich durch die aufgedruckte rote Jahreszahl „1929“ unterscheidet. „Wie Bauen?“ erschien zunächst 1927 im Kontext von Bau und Einrichtung der Werkbundsiedlung am Weißenhof in Stuttgart. Horizontal geteilt, ist der Band mehr als nur ein oberflächlicher Ausstellungsführer. Er vermittelt unterhaltsam und anschaulich unterschiedliche Bauweisen, zunächst hauptsächlich Mauer- und Skelettbau. Neben Details zur Ausstattung und Konstruktion der einzelnen Weißenhof-Bauten präsentierten zahlende Werbekunden Komfortdetails vom Baustoff bis zur Warmwasserversorgung. Immer wieder flochten die Raschs ganz selbstverständlich auch eigene Projekte in den Kontext des Buches ein.

So wird hier zum ersten Mal ihr bedeutendstes visionäres Projekt vorgestellt: Die Idee der Hängehäuser. Aber auch Wohnungseinrichtungen der Raschs für die Weißenhof-Bauten von Mies van der Rohe und Behrens finden Eingang in ihre Publikationen. 1928 erschien eine veränderte, weniger werbliche Ausgabe, die „Materialien und Konstruktionen für industrielle Produktion“ gewidmet ist. Im selben Jahr schrieben und gestalteten sie das knapp 60 Seiten umfassende Buch „Der Stuhl“ (1992 legte das Vitra Design Museum einen Reprint auf). Heinz und Bodo Rasch (der ältere nannte sich entgegen dem Alphabet stets zuerst) erklären hier den Übergang von handwerklicher zu industrieller Produktionsweise beim Möbelbau und zeigen anhand eigener Sitzmöbelentwicklungen, aber auch mittels Entwürfen von Mart Stam und Mies van der Rohe auf, wie sich die Konstruktion der Möbel durch neue Fertigungsverfahren und Einsatzzwecke verändert.

Im Jahr 1930 erschien das systematische Werk „Zu – Offen“, das eine Produktübersicht zu zeitgenössischen Typen von Türen und Fenstern bietet. „Gefesselter Blick“ heißt schließlich ein Band mit 25 kurzen monografischen Texten zu ausgewählten Werbegestaltern von Willi Baumeister über Max Bill, Walter Dexel, John Heartfield, El Lissitzky, Laszlo Moholy-Nagy, Kurt Schwitters, Mart Stam und Jan Tschichold bis Piet Zwart. Auch hier haben sich die Macher und Gestalter Heinz und Bodo Rasch selbst mit programmatischen Aussagen eingeordnet. Dass hier wie dort ihre Namen neben heute weitaus bekannteren Gestaltern erschienen, hat seine Richtigkeit.

Heinz und Bodo Rasch zerstritten sich über Fragen der Urheberschaft und gaben ihre gemeinsame Arbeit auf. Ursachen waren neben den Folgen der Weltwirtschaftskrise auch veränderte Lebensumstände (beide heirateten, Heinz 1930, Bodo 1931). Sie trennten sich und verkehrten gelegentlich noch brieflich miteinander. Einige ihrer Entwürfe, etwa zu den innovativen Hängehäusern, fanden Eingang in die Sammlungen des Canadian Center for Architecture in Toronto, ins MoMA in New York und das Deutsche Architektur-Museum in Frankfurt, die in Herford Leihgeber sind.

Getrennte Strategien

Nach der Trennung erarbeiteten sich beide Architekten eindrucksvolle Werklisten, oft allerdings mit kleineren, architekturhistorisch wenig beachteten Entwürfen. Bodo Rasch kann als Initiator der Stuttgarter Kochenhof-Siedlung gelten. Statt seiner einfallsreichen Holzkonstruktion – die Ausstellung zeigt ein Modell und den erhaltenen Originalplan – wurden piefige Häuser im Heimatstil errichtet. Heinz Rasch zog nach Wuppertal um und arbeitete dort mit dem Unternehmer Kurt Herberts zusammen, für dessen Lackfabrik er Neubauten errichtete und die Werbeleitung übernahm. Herberts, der über 30 politisch Verfolgte in seinem Werk vor der Gestapo schützte, schuf ein Lacklabor, für das Heinz Rasch seine Stuttgarter Malerfreunde Willi Baumeister und Oskar Schlemmer als Wissenschaftler engagierte. Damit konnte den verfemten Künstlern und ihren Familien zeitweise das Überleben gesichert werden. In der Ausstellung sind unter anderem kleinere, sehr persönliche Bilder von Schlemmer und Baumeister zu sehen, die einst den Rasch-Brüdern gehörten.

Am Döppersberg in Wuppertal, dort, wo Oskar Schlemmer und Heinz Rasch einst wohnten und forschten, wird heute die Nachkriegsstadt umgepflügt; Straßen werden verlegt, Shopping-Malls errichtet. Sehr zum Ärger kritischer Bewohner, die überzogene öffentliche Bauprojekte mit starken Kürzungen bei städtischen Dienstleistungen in Verbindung bringen.

Viele Entwürfe, die Heinz und Bodo Rasch besonders am Herzen lagen, blieben Projekt. Als sich etwa die Stadtsparkasse Wuppertal endlich entschloss, ihre Zentrale als Hängehaus zu bauen, realisierte das Projekt nicht Heinz Rasch, sondern Paul Schneider-Esleben. Ab den 1950er Jahren versuchten Heinz mit der Patentierung neuer Hängehausideen und Bodo mit der Konstruktion von Bahnhofs- und Gleisüberbauungen in Leinfelden und Stuttgart (so genannten „Großrelais“) neue Anläufe. Bodo entwickelte künstliche „mechanische Wolken“ aus pneumatischen Elementen sowie container-förmige Bauten. Das Meiste kam nicht über das Planungs- und Publikationsstadium hinaus. Als 1967 die Zeitschrift „Bauen+Wohnen“ die 40 Jahre alten Visionen von Hängekonstruktionen und Seilüberspannungen für Stadien, Siedlungsbauten und Schwimmbädern noch einmal veröffentlichte, geschah dies inmitten einer neuen Avantgarde und folgerichtig unter der Überschrift „Realisierte Utopie“.

Impulse aus dem Museum

Für den Besuch der Ausstellung im Marta sollte man sich Zeit gönnen. Die persönlichen Bild-Assemblagen von Heinz Rasch, die Entwürfe, Planwerke, Typografien, Modelle und Möbel-Prototypen wollen sorgsam mit dem Auge abgetastet werden, bevor man ihre Bedeutung begreift. Auch muss man auseinander halten, wo Heinz und Bodo Rasch Anreger der Möbelavantgarde waren – etwa bei ihrem „Sitzgeiststuhl“ oder dem endlos konzipierten „WA-Normalstuhl“ – und wo sie Zeitzeugen der Entwicklung des von ihnen so genannten Kragstuhls von Stam und Mies waren. Anschauungsmaterial lieferte als Leihgeber Axel Bruchhäuser von Tecta, der sich mit Heinz Rasch in intensiven Gesprächen austauschte und dessen 1974 patentierten Stahlrohrstuhl in Kleinserie fertigte.

Nicht die umfangreiche Erforschung sämtlicher Aspekte von Leben und Werk der Brüder Rasch steht im Vordergrund der Ausstellung, das Museum versteht sich als Impulsgeber, wie sein Direktor Roland Nachtigäller sagt. Beispielhaft ist etwa die Zusammenarbeit mit externen Kuratoren wie Klaus Leuschel aus Bern, der als Design- und Architekturexperte Brücken zur Avantgarde der 1960er Jahre bis zu Projekten der Gegenwart schlägt. Dabei sind manche realisierte Bauten wie etwa der Nakagin Capsule Tower von Kisho Kurokawa inzwischen von Vernachlässigung und Abriss bedroht.

Als würde all das nicht schon reichen, konfrontiert das Museum alte und neuere Visionen mit künstlerischen Objekten von heute. Was leider in diesem Fall, anders als bei der Buckminster Fuller-Ausstellung zuvor, wie eher zufälliges Beiwerk wirkt. Ärgerlich ist auch die Ausstellungsarchitektur. Sie hilft Besuchern nicht, sie ist auch kein eigenständiges Element, sondern eine Materialschlacht in Kupfer und Kunststoff und gefaltetem Blech, die ein hohes Maß an Unkenntnis demonstriert, da sie den Intentionen der hier gezeigten Werke zuwider läuft. Aus dem Buchtitel „Gefesselter Blick“, der sich auf eine Methodik der damaligen Werbung bezog, wurde im Marta der Ausstellungstitel vom „Entfesselten Blick“. Weshalb, bleibt undurchsichtig. Ebenso auch, wieso erstmals Projekte der gemeinsamen Werkphase nun partout einzelnen Gestaltern zugeordnet werden mussten. Vielleicht gibt darüber der im November erscheinende Katalog Aufschluss? Doch das sind insgesamt Nebenschauplätze, angesichts der erstmals präsentierten Projekt- und Gedankenfülle der Ingenieur-Gestalter Bodo und Heinz Rasch, die es so umfassend noch nirgends zu sehen gab. Also auf nach Herford!

„Der entfesselte Blick. Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur“
Marta Herford, bis 1. Februar 2015
www.marta-herford.de

Zum Weiterlesen:

Mart Herford (Hg.), Der entfesselte Blick / The Unfettered Gaze
Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur
Wasmuth, Tübingen, Berlin 2014, 39,80 Euro

Annette Ludwig, Die Architekten, Brüder Heinz und Bodo Rasch
Ein Beitrag zur Architekturgeschichte der zwanziger Jahre,
Wasmuth, Tübingen, Berlin 2009, 49,90 Euro

Heinz und Bodo Rasch (Hg.), Gefesselter Blick
25 kurze Monografien und Beiträge über neue Werbegestaltung
1930, Reprint 1996
Lars Müller Publishers, Baden (Schweiz) 1996, 45 Euro