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Der Duft von Weiß
von Claudia Beckmann | 21. Mai 2009
Er ist wie ein Phantom. Fast jeder hat schon von ihm gehört, aber kaum einer hat den belgischen Modedesigner Martin Margiela je gesehen. So sehr er es selbst geschafft hat, mehr als zwanzig Jahre lang unsichtbar zu bleiben, so präsent und gefeiert ist andererseits sein Werk.

Weder ihm, noch seiner Mode, sondern den Showrooms und Lokalitäten, den Räumen und Orten, an denen er seine Kreationen präsentiert hat und an denen sie sich entfalten konnten, widmete sich eine Ausstellung in Mailand. Auf 180 Quadtratmetern wurde der atmosphärische Zauber des Modelabels eingefangen, in Nachbildungen des Maison Martin Margiela Headquarters in Paris und einer Auswahl seiner weltweiten Shops.

Es war ein Besuch in einer Parallelwelt. Die Wände und der Boden sind verkleidet mit illusionistischer Tapete, die Möbel und Accessoires mit weißen Überzügen versehen, dazwischen liegt weiß bemaltes Spielzeug, eine Gruppe von Leuchten aus Johnny Walker-Flaschen, und an der Wand lehnt ein Schrank, der eigentlich nur eine Tür ist. Die Gegenstände verschwinden unter weißen Gewändern und sind doch ungemein präsent - wie Margiela selbst. Zelebriert wird auf diese Weise die Abwesenheit des Meisters ebenso wie die der Dinge, ganz so, als ginge das Leben auf Urlaub und hätte die Räume auf seine Abwesenheit vorbereitet. Nur vereinzelt begegnet man einem Mitarbeiter, von Margiela eingekleidet, aber bemäntelt mit einem weißen Laborkittel.

Das einzig Dauerhafte, was man wahrnimmt, ist der signifikante Duft, den man bereits aus seinen Shops kennt und in dem man glaubt, einen Hauch von Weihrauch ausmachen zu können. Doch bevor man angefangen hat, darüber nachzudenken, was das bedeuten mag, ist auch er schon wieder verschwunden.

www.maisonmartinmargiela.com
All photos © Dimitrios Tsatsas, Stylepark
News & Stories › 2009 › Mai
Der Duft von Weiß
von Claudia Beckmann | 21. Mai 2009
Er ist wie ein Phantom. Fast jeder hat schon von ihm gehört, aber kaum einer hat den belgischen Modedesigner Martin Margiela je gesehen. So sehr er es selbst geschafft hat, mehr als zwanzig Jahre lang unsichtbar zu bleiben, so präsent und gefeiert ist andererseits sein Werk.
Er ist wie ein Phantom. Fast jeder hat schon von ihm gehört, aber kaum einer hat den belgischen Modedesigner Martin Margiela je gesehen. So sehr er es selbst geschafft hat, mehr als zwanzig Jahre lang unsichtbar zu bleiben, so präsent und gefeiert ist andererseits sein Werk.

Weder ihm, noch seiner Mode, sondern den Showrooms und Lokalitäten, den Räumen und Orten, an denen er seine Kreationen präsentiert hat und an denen sie sich entfalten konnten, widmete sich eine Ausstellung in Mailand. Auf 180 Quadtratmetern wurde der atmosphärische Zauber des Modelabels eingefangen, in Nachbildungen des Maison Martin Margiela Headquarters in Paris und einer Auswahl seiner weltweiten Shops.

Es war ein Besuch in einer Parallelwelt. Die Wände und der Boden sind verkleidet mit illusionistischer Tapete, die Möbel und Accessoires mit weißen Überzügen versehen, dazwischen liegt weiß bemaltes Spielzeug, eine Gruppe von Leuchten aus Johnny Walker-Flaschen, und an der Wand lehnt ein Schrank, der eigentlich nur eine Tür ist. Die Gegenstände verschwinden unter weißen Gewändern und sind doch ungemein präsent - wie Margiela selbst. Zelebriert wird auf diese Weise die Abwesenheit des Meisters ebenso wie die der Dinge, ganz so, als ginge das Leben auf Urlaub und hätte die Räume auf seine Abwesenheit vorbereitet. Nur vereinzelt begegnet man einem Mitarbeiter, von Margiela eingekleidet, aber bemäntelt mit einem weißen Laborkittel.

Das einzig Dauerhafte, was man wahrnimmt, ist der signifikante Duft, den man bereits aus seinen Shops kennt und in dem man glaubt, einen Hauch von Weihrauch ausmachen zu können. Doch bevor man angefangen hat, darüber nachzudenken, was das bedeuten mag, ist auch er schon wieder verschwunden.

www.maisonmartinmargiela.com