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von 2143 Forward End
Hochhäuser sind mehr als extrem in die Vertikale ausgreifende Gebäude. Wo immer sie, wie es so schön heißt, „hochgezogen“ werden, überragen sie das Leben in den Niederungen des Alltags und sorgen dementsprechend für Aufsehen. Hochhäuser sind eben auch Maschinen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. Jeder kann von der Ferne aus beobachten, wie zuerst das Skelett in die Höhe wächst wie ein technoider Baum, und wie es, am oberen Ende noch unvollendet, in den unteren Etagen bereits seine Fassade erhält und der Innenausbau beginnt.

Der Fortgang der Baumaßnahmen ist längst nicht mehr zu übersehen. Also melden wir uns an, um bei einer Führung über die Baustelle der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main dabei sein zu können. Kein geringerer als der Herr des Entwurfs, der Architekt Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au selbst, begleitet von Manfred Grohmann von Bollinger & Grohmann, zuständig für die Statik der „schrägen“ Türme, von Michael Lange von der ARGE IFFT Schott, verantwortlich für die Fassade, sowie Thomas Rinderspacher, seines Zeichens Projektleiter der EZB, führen über die auf dem ehemaligen Großmarktgelände im Frankfurter Ostend gelegene Baustelle der EZB. Bei so viel Sachverstand und Prominenz gleicht das Ganze unweigerlich einem G8-Gipfel.

Seit am 20. September 2012 Richtfest gefeiert wurde, ist viel geschehen. Anfang März diesen Jahres erreichte das aus einem Nordturm – er hat 45 Stockwerke – und einem etwas niedrigeren Südturm – mit 43 Geschossen – bestehende Hochhaus seine endgültige Höhe von 185 Metern. Als kurz vor Ostern obenauf die Antenne installiert wird, erreicht das Gebäude die stattliche Höhe von 201 Metern. Als Solitär grüßt es vom Ostend aus wie ein Wächter aus der Ferne die in den letzten Jahrzehnten entstandene Frankfurter Skyline mit ihren zahlreichen Bankentürmen.

Was erwartet uns in einem Gebäude, das es schafft, im Stadtbild einen neuen, markanten Akzent zu setzen und einen neuen Bezugspunkt im Osten der Stadt zu schaffen? Welche Botschaft geht von einem so wuchtigen Ensemble aus, das man – vom Platz vor der Alten Oper aus – als einen immer noch ungewohnt wirkenden Orientierungspunkt erlebt?
Der Neubau versetzt die Büros der EZB keineswegs nur aus dem durchaus eleganten ehemaligen BFG-Hochaus im Stadtzentrum an die Peripherie. Nicht allein der Ort hebt die „Zentralbank“ aus der Masse der Türme heraus, vor allem das spektakuläre, durch und durch ikonische Gebäude verleiht der Präsenz der europäischen Währungshüter neues Gewicht und bringt ihre Distanz symbolisch zum Ausdruck. Obendrein gibt der Bau ihr auch ein eigenes, wiedererkennbares Gesicht. Was im Zeitalter der Medien, in dem fast täglich weltweit Nachrichten von den Aktivitäten und Beschlüssen der Währungshüter verbreitet und mit dem Bild des Gebäudes illustriert werden, in dem die Banker sitzen, wahrlich keine Kleinigkeit ist.

Schon deshalb unterhält das Projekt eine sonderbare Beziehung zu der Zahl zwei. Es begründet städtebaulich ein zweites Zentrum für die Stadt am Main. Um diesen Kristallisationskern herum kann Frankfurt künftig polyzentrisch weiter in die Höhe und in die Breite wachsen. Außerdem besteht das EZB-Hochhaus aus zwei Baukörpern, die durch ein transparentes Atrium miteinander verbunden sind und sich, je nach Blickwinkel, mehr oder weniger aneinander anlehnen oder miteinander verschmelzen. Und, last but not least, der Neubau verbindet alt mit neu – die nicht nur von Frankfurtern und nicht nur von Bauhistorikern geliebte – (ehemalige) Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser (1884 bis 1957) aus dem Jahr 1928 – mit Neuem, eben dem in Bau befindlichen Hochauskomplex. Martin Elsaesser, so viel sei gesagt, wurde 1925 vom neuen Frankfurter Stadtbaurat Ernst May zum Leiter des Hochbauamtes berufen, das er bis 1932 innehatte. Der Frankfurter Volksmund wusste, was er an beiden hatte, wie ein Bonmot aus der Zeit belegt: „Alles neu macht der May – alles besser Elsaesser.“

Der Rundgang beginnt auf ebener Erde entlang der alten Großmarkthalle. Die auffällig veränderte Sockelpartie, die mit bedrucktem Glas versehen wurde, nimmt von außen betrachtet nicht sofort für sich ein. Zu radikal wirkt der Eingriff in die historische Bausubstanz. Erst im Inneren wird deutlich, dass hier nicht der historischen Bauform, sondern dem Licht Raum gegeben wurde. Der Eingriff durchlichtet den Innenraum derart optimal, dass man die Grobheit gegenüber dem Denkmal schnell vergisst.

Die Großmarkthalle besteht nun ebenfalls aus zwei Gebäuden, aus einer Hülle und einem Einschub, der sich durchaus subtil an den Winkeln der Pfeiler von Elsaessers Konstruktion orientiert. Man ist versucht auszurufen: Welch ein Atrium! Und möchte hoffen, die korrekt abgeführten Steuergelder berechtigten jeden Bürger dazu, sich täglich hier aufhalten zu dürfen. Was nach der Fertigstellung – leider – die Ausnahme sein dürfte. Noch bedauerlicher ist, dass man den Raum des „Großen Rats“ nur noch auf dem Fernsehschirm wird sehen können. Der Blick auf die Stadt ist aus dieser Höhe einfach sensationell. Man spürt deutlich, wie zwei Pole hier zwischen sich ein intensives Spannungsfeld entfalten.

Die Erklärung von Wolf D. Prix zu der Fassade, die er nicht nur als Klimahülle verstanden wissen will, sondern als wichtigen Beitrag zur Gestalt des Gebäudes, bekräftigt, wie einfach und klar eine anspruchsvolle Klimahülle sein kann. Die Fassade des Atriums wurde von der Firma Gartner gefertigt, die Fassade der zwei Türme von der Firma Seele. Bei letzterer handelt es sich um eine Schild-Hybrid-Fassade, die alle energetischen Vorteile einer konventionellen Doppelfassade besitzt, ohne den Nachteil der natürlichen Belüftung über den Fassadenzwischenraum. Die natürliche Belüftung erfolgt stattdessen über vertikale Lüftungsklappen. Im Fassadenzwischenraum befindet sich ferner ein metallisch schimmernder Sonnen- und Blendschutz, der in geschlossenem Zustand auf G-Werte von 0,07 und bei geöffnetem Sonnenschutz von 0,12 kommt. Beachtlich an der riesigen, 35.000 Quadratmeter messenden Turmfassade ist auch, dass sie – abgesehen von den Ecken – aus 6.000 identischen Fassadenelementen aufgebaut ist.
Sofort wünscht man sich, die Atriumfassade zwischen den zwei Türmen möge tatsächlich so transparent ausfallen wie sie sich die Architekten vorgestellt haben. Sonst könnte aus den beiden schlanken Baukörpern am Ende doch noch ein eher ungelenker voluminöser Klotz werden.

Man mag zur Architektur von Coop Himmelb(l)au stehen wie man will, ein Rundgang mit Wolf D. Prix macht unleugbar deutlich, über welch visionäre Kraft dieser Mann verfügt und mit welcher Konsequenz und Zähigkeit er für deren Realisierung kämpft. Die in letzter Zeit viel gescholtene Europäische Zentralbank hat, zumindest was das Bauen angeht, mit Thomas Rinderspacher, dem Projektleiter des Neubaus, ein sicheres Händchen bewiesen. Ihm ist es zu verdanken, dass Architekt und Fachplaner einen kompetenten Bauherr als Partner vor sich haben, was wohl auch einer der Gründe dafür ist, dass der EZB-Bau zu den wenigen Großprojekten in Deutschland gehört, die ohne nennenswerte Verzögerung fertig gestellt werden können. Auch wenn die Planungs- und Bauphase am Ende 15 Jahre betragen und das neue Frankfurter Wahrzeichen im Ostend rund 1,2 Milliarden Euro kosten wird. Eines dürfte schon jetzt klar sein: Die Rechnungen werden in Euro bezahlt und das Gebäude mit all seinen Bezügen zur Zahl Zwei wird auf sämtliche Staaten Europas ausstrahlen.


www.ecb.int
www.ausschreibung.ezb-neubau.de
www.coop-himmelblau.at
Innenansicht der Großmarkthalle: Die alten Fenster wurden ausgetauscht, um die Isoliereigenschaft zu verbessern. Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Die EZB, der Neubau und die Magie der Zahl zwei
von Robert Volhard
3. Juli 2013
Die geschwungenen Längsseiten der Türme sind als hyperbolische Paraboloide entworfen. Foto © EZB
Die ehemalige Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser bleibt erhalten und wird in den Neubau der EZB integriert. Foto © EZB
Von der Ferne aus gut zu beobachten: Die Fassade der EZB schraubt sich langsam gen Himmel. Foto © EZB
In der ehemaligen Großmarkthalle wird eine Mitarbeiter-Kantine sowie Bereiche für Presse, Besucher und Konferenzen untergebracht. Foto © EZB
Zur Baustellenführung versammelten sich die Besucher in der Eingangshalle. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Fast beeindruckender als die Fassade an sich: das Baugerüst im Atrium. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Der zukünftige Pressesaal ragt in Richtung Ostend aus der Fassade heraus. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Eine Ikone im Umbau: Die Großmarkthalle im Frankfurter Stadtteil Ostend war von 1928 bis zu ihrer Schließung im Jahr 2004 Umschlagplatz für Obst, Gemüse und Blumen. Foto © EZB
Innenfassadendetail. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Die EZB im Frankfurter Osten markiert einen neuen „Hochpunkt" an der Frankfurter Skyline. Foto © EZB
Nicht nur Klimahülle, sondern auch wichtiger Beitrag zur Gebäudegestaltung: die Fassade der EZB. Foto © EZB
Der Projektleiter der EZB: Thomas Rinderspacher. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Verbindung zwischen Neu und Alt – der EZB-Neubau und die ehemalige Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser aus dem Jahr 1928. Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Anfang März dieses Jahres erreichte der Nordturm seine endgültige Höhe von 185 Metern. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Die EZB soll ohne nennenswerte Verzögerung im kommenden Jahr fertig gestellt werden. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Der Herr des Entwurfs, Architekt Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au, führt über die Baustelle der EZB. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Der Neubau der EZB wird auch das Ostend-Viertel nachhaltig verändern. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Architektur › 2013 › Juli
Die EZB, der Neubau und die Magie der Zahl zwei
von Robert Volhard | 3. Juli 2013
Gipfeltreffen der besonderen Art: Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au und einige seiner Mitstreiter führen über die Baustelle der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main.
Hochhäuser sind mehr als extrem in die Vertikale ausgreifende Gebäude. Wo immer sie, wie es so schön heißt, „hochgezogen“ werden, überragen sie das Leben in den Niederungen des Alltags und sorgen dementsprechend für Aufsehen. Hochhäuser sind eben auch Maschinen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. Jeder kann von der Ferne aus beobachten, wie zuerst das Skelett in die Höhe wächst wie ein technoider Baum, und wie es, am oberen Ende noch unvollendet, in den unteren Etagen bereits seine Fassade erhält und der Innenausbau beginnt.

Der Fortgang der Baumaßnahmen ist längst nicht mehr zu übersehen. Also melden wir uns an, um bei einer Führung über die Baustelle der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main dabei sein zu können. Kein geringerer als der Herr des Entwurfs, der Architekt Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au selbst, begleitet von Manfred Grohmann von Bollinger & Grohmann, zuständig für die Statik der „schrägen“ Türme, von Michael Lange von der ARGE IFFT Schott, verantwortlich für die Fassade, sowie Thomas Rinderspacher, seines Zeichens Projektleiter der EZB, führen über die auf dem ehemaligen Großmarktgelände im Frankfurter Ostend gelegene Baustelle der EZB. Bei so viel Sachverstand und Prominenz gleicht das Ganze unweigerlich einem G8-Gipfel.

Seit am 20. September 2012 Richtfest gefeiert wurde, ist viel geschehen. Anfang März diesen Jahres erreichte das aus einem Nordturm – er hat 45 Stockwerke – und einem etwas niedrigeren Südturm – mit 43 Geschossen – bestehende Hochhaus seine endgültige Höhe von 185 Metern. Als kurz vor Ostern obenauf die Antenne installiert wird, erreicht das Gebäude die stattliche Höhe von 201 Metern. Als Solitär grüßt es vom Ostend aus wie ein Wächter aus der Ferne die in den letzten Jahrzehnten entstandene Frankfurter Skyline mit ihren zahlreichen Bankentürmen.

Was erwartet uns in einem Gebäude, das es schafft, im Stadtbild einen neuen, markanten Akzent zu setzen und einen neuen Bezugspunkt im Osten der Stadt zu schaffen? Welche Botschaft geht von einem so wuchtigen Ensemble aus, das man – vom Platz vor der Alten Oper aus – als einen immer noch ungewohnt wirkenden Orientierungspunkt erlebt?
Der Neubau versetzt die Büros der EZB keineswegs nur aus dem durchaus eleganten ehemaligen BFG-Hochaus im Stadtzentrum an die Peripherie. Nicht allein der Ort hebt die „Zentralbank“ aus der Masse der Türme heraus, vor allem das spektakuläre, durch und durch ikonische Gebäude verleiht der Präsenz der europäischen Währungshüter neues Gewicht und bringt ihre Distanz symbolisch zum Ausdruck. Obendrein gibt der Bau ihr auch ein eigenes, wiedererkennbares Gesicht. Was im Zeitalter der Medien, in dem fast täglich weltweit Nachrichten von den Aktivitäten und Beschlüssen der Währungshüter verbreitet und mit dem Bild des Gebäudes illustriert werden, in dem die Banker sitzen, wahrlich keine Kleinigkeit ist.

Schon deshalb unterhält das Projekt eine sonderbare Beziehung zu der Zahl zwei. Es begründet städtebaulich ein zweites Zentrum für die Stadt am Main. Um diesen Kristallisationskern herum kann Frankfurt künftig polyzentrisch weiter in die Höhe und in die Breite wachsen. Außerdem besteht das EZB-Hochhaus aus zwei Baukörpern, die durch ein transparentes Atrium miteinander verbunden sind und sich, je nach Blickwinkel, mehr oder weniger aneinander anlehnen oder miteinander verschmelzen. Und, last but not least, der Neubau verbindet alt mit neu – die nicht nur von Frankfurtern und nicht nur von Bauhistorikern geliebte – (ehemalige) Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser (1884 bis 1957) aus dem Jahr 1928 – mit Neuem, eben dem in Bau befindlichen Hochauskomplex. Martin Elsaesser, so viel sei gesagt, wurde 1925 vom neuen Frankfurter Stadtbaurat Ernst May zum Leiter des Hochbauamtes berufen, das er bis 1932 innehatte. Der Frankfurter Volksmund wusste, was er an beiden hatte, wie ein Bonmot aus der Zeit belegt: „Alles neu macht der May – alles besser Elsaesser.“

Der Rundgang beginnt auf ebener Erde entlang der alten Großmarkthalle. Die auffällig veränderte Sockelpartie, die mit bedrucktem Glas versehen wurde, nimmt von außen betrachtet nicht sofort für sich ein. Zu radikal wirkt der Eingriff in die historische Bausubstanz. Erst im Inneren wird deutlich, dass hier nicht der historischen Bauform, sondern dem Licht Raum gegeben wurde. Der Eingriff durchlichtet den Innenraum derart optimal, dass man die Grobheit gegenüber dem Denkmal schnell vergisst.

Die Großmarkthalle besteht nun ebenfalls aus zwei Gebäuden, aus einer Hülle und einem Einschub, der sich durchaus subtil an den Winkeln der Pfeiler von Elsaessers Konstruktion orientiert. Man ist versucht auszurufen: Welch ein Atrium! Und möchte hoffen, die korrekt abgeführten Steuergelder berechtigten jeden Bürger dazu, sich täglich hier aufhalten zu dürfen. Was nach der Fertigstellung – leider – die Ausnahme sein dürfte. Noch bedauerlicher ist, dass man den Raum des „Großen Rats“ nur noch auf dem Fernsehschirm wird sehen können. Der Blick auf die Stadt ist aus dieser Höhe einfach sensationell. Man spürt deutlich, wie zwei Pole hier zwischen sich ein intensives Spannungsfeld entfalten.

Die Erklärung von Wolf D. Prix zu der Fassade, die er nicht nur als Klimahülle verstanden wissen will, sondern als wichtigen Beitrag zur Gestalt des Gebäudes, bekräftigt, wie einfach und klar eine anspruchsvolle Klimahülle sein kann. Die Fassade des Atriums wurde von der Firma Gartner gefertigt, die Fassade der zwei Türme von der Firma Seele. Bei letzterer handelt es sich um eine Schild-Hybrid-Fassade, die alle energetischen Vorteile einer konventionellen Doppelfassade besitzt, ohne den Nachteil der natürlichen Belüftung über den Fassadenzwischenraum. Die natürliche Belüftung erfolgt stattdessen über vertikale Lüftungsklappen. Im Fassadenzwischenraum befindet sich ferner ein metallisch schimmernder Sonnen- und Blendschutz, der in geschlossenem Zustand auf G-Werte von 0,07 und bei geöffnetem Sonnenschutz von 0,12 kommt. Beachtlich an der riesigen, 35.000 Quadratmeter messenden Turmfassade ist auch, dass sie – abgesehen von den Ecken – aus 6.000 identischen Fassadenelementen aufgebaut ist.
Sofort wünscht man sich, die Atriumfassade zwischen den zwei Türmen möge tatsächlich so transparent ausfallen wie sie sich die Architekten vorgestellt haben. Sonst könnte aus den beiden schlanken Baukörpern am Ende doch noch ein eher ungelenker voluminöser Klotz werden.

Man mag zur Architektur von Coop Himmelb(l)au stehen wie man will, ein Rundgang mit Wolf D. Prix macht unleugbar deutlich, über welch visionäre Kraft dieser Mann verfügt und mit welcher Konsequenz und Zähigkeit er für deren Realisierung kämpft. Die in letzter Zeit viel gescholtene Europäische Zentralbank hat, zumindest was das Bauen angeht, mit Thomas Rinderspacher, dem Projektleiter des Neubaus, ein sicheres Händchen bewiesen. Ihm ist es zu verdanken, dass Architekt und Fachplaner einen kompetenten Bauherr als Partner vor sich haben, was wohl auch einer der Gründe dafür ist, dass der EZB-Bau zu den wenigen Großprojekten in Deutschland gehört, die ohne nennenswerte Verzögerung fertig gestellt werden können. Auch wenn die Planungs- und Bauphase am Ende 15 Jahre betragen und das neue Frankfurter Wahrzeichen im Ostend rund 1,2 Milliarden Euro kosten wird. Eines dürfte schon jetzt klar sein: Die Rechnungen werden in Euro bezahlt und das Gebäude mit all seinen Bezügen zur Zahl Zwei wird auf sämtliche Staaten Europas ausstrahlen.


www.ecb.int
www.ausschreibung.ezb-neubau.de
www.coop-himmelblau.at