transparent_layer
db-images/cms/banner/img/l1_v369374_958_728_90-1.jpg
Blättern: First Back
von 2143 Forward End
Die Wand wird extravagant
von Thomas Wagner | 13. August 2011
Schwarz ist wahrlich eine besondere Farbe. Sie ist keineswegs nur Modesache oder die bevorzugte Farbe der Anzüge von Architekten und Künstlern, sie besitzt auch jede Menge Qualitäten, die sie auf den ersten Blick oft nicht preisgibt. Schwarz ist eben nicht gleich Schwarz, das Spektrum seiner Wirkung tatsächlich erstaunlich. Es kommt freilich darauf an, wie man es einsetzt.

Schwarz ist nicht gleich Schwarz

Man muss sich nur für einen Moment in der Kunst, vor allem in der Malerei, umsehen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie facettenreich eine schwarze Fläche wirken kann. Als Farbe der Nacht ist Schwarz auf einem Gemälde oft gar nicht schwarz, vielmehr erscheint das geheimnisschöne oder etwas unheimliche Dunkel, ob von kaltem Mondlicht durchdrungen oder nicht, meist tiefblau oder als eine Mischung vieler Farben. Bei dem russischen Suprematisten Kasimir Malewitsch hingegen tritt es – in seinem berühmten „Schwarzen Quadrat" – als schlichte neutrale Fläche auf, die das gesamte Spektrum der Farben in einer Art Nullpunkt der Malerei in sich versammelt. Auch als verschlossener, nur scheinbar neutraler Hintergrund von Porträtdarstellungen erscheint Schwarz nur auf den ersten Blick neutral. Schon auf den zweiten bemerkt man, wie es die dargestellte Person einhüllt und alles in sich aufsaugt, was von deren Bildnis ablenken könnte. Oder, um ein Beispiel aus der irritierenden Raumkunst von Anish Kapoor zu erwähnen, es tritt uns als samtiges Pigmentpulver entgegen, mit dem ein Gefäß oder eine Höhlung ausgekleidet ist, in dem jede Spur von Licht sich verliert, der Blick keinerlei Halt mehr findet und sich in der dunklen Unendlichkeit der Farbe verliert.

Auf die Wirkung kommt es an

Auch die Fliesen der Serie „Boudoir" von Villeroy & Boch Fliesen spielen mit der Wirkung der Farbe Schwarz. Auch sie irritieren – nicht weniger faszinierend, wiewohl auf ganz andere Weise als Malerei und Skulptur – unsere Wahrnehmung und geben dem Raum, in dem sie ihren Auftritt geradezu zelebrieren, eine ebenso coole wie extravagante Note. Doch betrachten wir zunächst die Fakten: Die Dekorfliesen in den stattlichen Maßen sechzig mal dreißig Zentimeter lassen sich sowohl vertikal als auch horizontal verlegen. Es gibt sie nicht nur in Schwarz, sondern auch in Grau und Weiß, wobei sich mit der schwarzen, hochglänzenden Variante die bei weitem raffiniertesten optischen Effekte erzielen lassen. Die schwarzen Fliesen der Serie sind nicht einfach schwarz; sie besitzen eine Oberfläche, deren Muster vom Schliff von Kristallglas inspiriert sind. Es ist vor allem dieses, in einer innovativen 3-D Produktions-Technologie realisierte Design, das jeder einzelnen Fliese eine filigrane, in wechselnder Beleuchtung äußerst lebendige Optik verleiht, deren Wirkung überdies steigert, wenn eine komplette Wand oder ein ganzer Raum mit den Fliesen belegt und diese entsprechend beleuchtet wird. Der Name „Boudoir" ist insofern gut gewählt, als in ihm noch immer die Erinnerung an einen Ort des Geheimnisses, und der Verwandlung nachklingt.

Mehr als eine Fliese, ein Raumkonzept

Hinter „Boudoir" verbirgt sich also ein komplettes Raumkonzept von enorm dekorativer Wirkung. Wie faszinierend die Möglichkeiten sind, die es bietet, zeigt allein schon die Tatsache, dass Villeroy & Boch „Boudoir" erfolgreich bei Modenschauen eingesetzt hat, etwa in Kooperation mit dem Berliner Modedesigner Kilian Kerner anlässlich der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Besonders als Bühnenprospekt am Ende des Catwalks, auf dem der Modedesigner seine Kollektionen präsentierte, bildeten die Dekorfliesen nicht nur einen reizvollen Hintergrund für das Fotoshooting, „Boudoir" versetzte die Models auch in eine sich optisch ständig verändernde Rauminszenierung.

Licht modulieren

Die faszinierende Wirkung – vor allem der schwarzen Variante von „Boudoir" – ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass sich ihre Oberfläche im Licht permanent verändert. Fällt das Licht in spitzem Winkel auf die strukturierten Flächen, so erscheinen diese nicht mehr dunkel und verschlossen. Im Gegenteil. Auf den erhöhten, als Relief ausgeführten und sich überschneidenden Kreissegmenten und Strahlenbündel, beginnt das Licht zu tanzen. Es entstehen jede Menge Effekte, leuchtende Aureolen und schimmernde Fächer, Licht- und Schattenspiele von betörender Wirkung. Verstärkt wird der Reichtum an Details und Facetten überdies durch kreisrunde, spiegelnde und mit einem Craquelé-Effekt ausgestattete Einsätze inmitten einzelner Fliesen, die im Konzert mit den Reliefstrukturen der an sie anschließenden Flächen dem Ganzen eine fast schon psychedelische Dimension geben. Ein Künstler wie der Bauhausmeister László Moholy-Nagy, dessen „Licht-Raum-Modulator" schon 1930 wechselnde Muster aus Licht an die Wände projizierte, hätte seine Freude an diesen schwarzen Spiegeln gehabt, die jeden Raum verzaubern können. Ob Foyer, Bar, Lounge, Bad oder Eingang, mit „Boudoir" wird das Spiel mit dem schönen Schein zu mehr als einer perfekten Ergänzung zur neuesten Mode.

www.villeroy-boch.com/professionals
Modenschau von Kilian Kerner, Mercedes-Benz Fashion Week 2011
„Void" von Anish Kapoor
„Licht-Raum-Modulator“ von László Moholy-Nagy
Fliesen der Serie „Boudoir“ von Villeroy & Boch Fliesen
Kooperation mit dem Berliner Modedesigner Kilian Kerner anlässlich der Mercedes-Benz Fashion Week, Boudoir als Bühnenprospekt
Das schwarze Quadrat, 1915 von Kasimir Malewitsch