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Elektromobilität: Wohin geht die Reise?
25. September 2009
Photo © Dimitrios Tsatsas, Stylepark

Der Klimawandel ist längst kein Gespenst der Zukunft mehr. Die Unausweichlichkeit, umdenken zu müssen, scheint vielen klar, auch wenn man sich mit dem entsprechenden Handeln schwer tut. Erneuerbare Energien, nachhaltiges Wirtschaften oder globale Erderwärmung sind längst zu Schlagwörtern einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion geworden. In der Debatte um Klimaziele und CO2-Reduktion ist insbesondere die Automobilindustrie in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Mit Nachdruck wird derzeit an neuen Antriebstechnologien und sparsameren Motoren gearbeitet. Ob daraus ein neuer automobiler Mythos entsteht, kann heute keiner wissen; eine Chance zur Neuorientierung aber bedeutet die Wende zum Ökologischen allemal.

Hoch im Kurs stehen dabei insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge. Wenn auf der größten Automobilschau der Welt in diesen Tagen aber auch Energiekonzerne wie RWE und Vattenfall vertreten sind, um Elektrozapfsäulen und damit verbundene Konzepte vorzustellen, so wird darüber hinaus klar: Um das zukunftstaugliche Autos realisieren und im Markt etablieren zu können, ist das Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen gefragt: Automobilhersteller, Batteriebauer und Energieversorger werden sich zusammenschließen und die Schwierigkeiten gemeinsam meistern müssen. Da viele Faktoren bei möglichen Lösungsszenarien eine Rolle spielen, lässt sich die Frage, wie das Automobil der Zukunft aussehen könnte, nicht mehr eindimensional beantworten.

Welche Mobilitätskonzepte derzeit diskutiert werden, darüber sprachen Claudia Beckmann und Nancy Jehmlich zunächst mit Gerhard Wagner, Leiter der Softwareentwicklung bei der AUDI Electronics Venture GmbH und Verantwortlicher für Elektronik im Projekt ePerformance. In zwei nachfolgenden Teilen diskutieren wir mit Fabian Kley und David Dallinger vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, die sich mit technischen und wirtschaftlichen Aspekten der Elektromobilität beschäftigen, welche Infrastruktur die Elektromobilität voraussetzt und wie das Automobil in erneuerbare dezentrale Energiesysteme integriert werden kann.

Die Elektromobilität ist in aller Munde. Was für unterschiedliche Konzepte werden diskutiert und wann kann man voraussichtlich mit der Marktreife rechnen?
Gerhard Wagner: Audi arbeitet mit Hochdruck an der Elektrifizierung des Antriebs - vom Mild-Hybrid, über den Voll-Hybrid bis hin zum reinen Elektrofahrzeug. Dabei passt ein Sportwagenkonzept nicht nur hervorragend zur Marke Audi, sondern auch besonders gut zum E-Antrieb. Denn die kontinuierliche Leistungsentfaltung der Elektromotoren mit einem hohen Drehmoment aus dem Stand und einem sehr breiten nutzbaren Drehzahlband sorgen für Spontaneität und hohe Fahrdynamik. Die Einführung neuer Technologien wird - auch wegen der Kostenstruktur - häufig Top-Down, also von teureren Modellen hin zu Volumenmodellen eingeführt. Ein leistungsfähiger Sportwagen ist als Entwicklungsfeld für neue Technologien und Kompetenzaufbau sehr gut geeignet, denn davon können leicht weniger anspruchsvolle Groß-Serienmodelle abgeleitet werden.

Worin bestehen derzeit die größten Herausforderungen in der Entwicklung von Elektroautos?
Wagner: Die Entwicklungsreife der Batterie wird maßgeblich terminbestimmend sein. Sie ist aber nur einer der Bausteine. Unser Ziel ist es, erschwingliche Mobilität für unsere Kunden zu bieten. Deshalb wird Audi dem Thema „Total cost of Ownership" großes Augenmerk widmen und entsprechend in den Geschäftsmodellen berücksichtigen.

Was verändert sich für den Nutzer eines Elektroautos?
Wagner: Eine spontane Nutzung des Fahrzeugs wird nicht mehr in der derselben Art wie heute möglich sein. Es ist eine Vorausplanung der Fahrroute und auch des Zeitpunkts der An- und Abreise notwendig.

Audi hat mit dem neuen „e-tron", einen Hochleistungssportwagen mit reinem Elektroantrieb präsentiert. VW stellt mit dem „E-up" die Alternative für den kleinen Geldbeutel vor. Welche ist Ihres Erachtens die Zielgruppe, die sich als erstes ein Elektroauto kaufen wird?
Wagner: Die Zielgruppe sind innovationsbegeisterte Personen mit hohem technischen Interesse und sportlichen Fahrstil in der gehobenen Einkommensklasse.


Gerhard Wagner ist Leiter der Softwareentwicklung bei der AUDI Electronics Venture GmbH und Verantwortlicher für Elektronik im Projekt ePerformance.

Um mehr über die Elektromobilität zu erfahren, lesen Sie bitte Teil 2 "Ladeinfrastruktur" und Teil 3 "Systemdienstleistungen".

News & Stories › 2009 › September
Elektromobilität: Wohin geht die Reise?
25. September 2009
Im Fokus der Debatte um Klimaziele und CO2-Reduktion steht die Automobilindustrie. Die Antwort auf die Frage nach dem Auto der Zukunft, ist ganz klar die Elektromobilität. Welche Mobilitätskonzepte derzeit diskutiert werden, welche technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen mit ihnen einhergehen, darüber sprachen Claudia Beckmann und Nancy Jehmlich mit drei Experten.
Der Klimawandel ist längst kein Gespenst der Zukunft mehr. Die Unausweichlichkeit, umdenken zu müssen, scheint vielen klar, auch wenn man sich mit dem entsprechenden Handeln schwer tut. Erneuerbare Energien, nachhaltiges Wirtschaften oder globale Erderwärmung sind längst zu Schlagwörtern einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion geworden. In der Debatte um Klimaziele und CO2-Reduktion ist insbesondere die Automobilindustrie in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Mit Nachdruck wird derzeit an neuen Antriebstechnologien und sparsameren Motoren gearbeitet. Ob daraus ein neuer automobiler Mythos entsteht, kann heute keiner wissen; eine Chance zur Neuorientierung aber bedeutet die Wende zum Ökologischen allemal.

Hoch im Kurs stehen dabei insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge. Wenn auf der größten Automobilschau der Welt in diesen Tagen aber auch Energiekonzerne wie RWE und Vattenfall vertreten sind, um Elektrozapfsäulen und damit verbundene Konzepte vorzustellen, so wird darüber hinaus klar: Um das zukunftstaugliche Autos realisieren und im Markt etablieren zu können, ist das Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen gefragt: Automobilhersteller, Batteriebauer und Energieversorger werden sich zusammenschließen und die Schwierigkeiten gemeinsam meistern müssen. Da viele Faktoren bei möglichen Lösungsszenarien eine Rolle spielen, lässt sich die Frage, wie das Automobil der Zukunft aussehen könnte, nicht mehr eindimensional beantworten.

Welche Mobilitätskonzepte derzeit diskutiert werden, darüber sprachen Claudia Beckmann und Nancy Jehmlich zunächst mit Gerhard Wagner, Leiter der Softwareentwicklung bei der AUDI Electronics Venture GmbH und Verantwortlicher für Elektronik im Projekt ePerformance. In zwei nachfolgenden Teilen diskutieren wir mit Fabian Kley und David Dallinger vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, die sich mit technischen und wirtschaftlichen Aspekten der Elektromobilität beschäftigen, welche Infrastruktur die Elektromobilität voraussetzt und wie das Automobil in erneuerbare dezentrale Energiesysteme integriert werden kann.

Die Elektromobilität ist in aller Munde. Was für unterschiedliche Konzepte werden diskutiert und wann kann man voraussichtlich mit der Marktreife rechnen?
Gerhard Wagner: Audi arbeitet mit Hochdruck an der Elektrifizierung des Antriebs - vom Mild-Hybrid, über den Voll-Hybrid bis hin zum reinen Elektrofahrzeug. Dabei passt ein Sportwagenkonzept nicht nur hervorragend zur Marke Audi, sondern auch besonders gut zum E-Antrieb. Denn die kontinuierliche Leistungsentfaltung der Elektromotoren mit einem hohen Drehmoment aus dem Stand und einem sehr breiten nutzbaren Drehzahlband sorgen für Spontaneität und hohe Fahrdynamik. Die Einführung neuer Technologien wird - auch wegen der Kostenstruktur - häufig Top-Down, also von teureren Modellen hin zu Volumenmodellen eingeführt. Ein leistungsfähiger Sportwagen ist als Entwicklungsfeld für neue Technologien und Kompetenzaufbau sehr gut geeignet, denn davon können leicht weniger anspruchsvolle Groß-Serienmodelle abgeleitet werden.

Worin bestehen derzeit die größten Herausforderungen in der Entwicklung von Elektroautos?
Wagner: Die Entwicklungsreife der Batterie wird maßgeblich terminbestimmend sein. Sie ist aber nur einer der Bausteine. Unser Ziel ist es, erschwingliche Mobilität für unsere Kunden zu bieten. Deshalb wird Audi dem Thema „Total cost of Ownership" großes Augenmerk widmen und entsprechend in den Geschäftsmodellen berücksichtigen.

Was verändert sich für den Nutzer eines Elektroautos?
Wagner: Eine spontane Nutzung des Fahrzeugs wird nicht mehr in der derselben Art wie heute möglich sein. Es ist eine Vorausplanung der Fahrroute und auch des Zeitpunkts der An- und Abreise notwendig.

Audi hat mit dem neuen „e-tron", einen Hochleistungssportwagen mit reinem Elektroantrieb präsentiert. VW stellt mit dem „E-up" die Alternative für den kleinen Geldbeutel vor. Welche ist Ihres Erachtens die Zielgruppe, die sich als erstes ein Elektroauto kaufen wird?
Wagner: Die Zielgruppe sind innovationsbegeisterte Personen mit hohem technischen Interesse und sportlichen Fahrstil in der gehobenen Einkommensklasse.


Gerhard Wagner ist Leiter der Softwareentwicklung bei der AUDI Electronics Venture GmbH und Verantwortlicher für Elektronik im Projekt ePerformance.

Um mehr über die Elektromobilität zu erfahren, lesen Sie bitte Teil 2 "Ladeinfrastruktur" und Teil 3 "Systemdienstleistungen".