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Jörg Boner: Ein romantischer Blick in die Zeiten der Industrialisierung
9. Januar 2013
Designer Jörg Boner, Foto © Jörg Boner

Was hat Sie an einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Boden“ gereizt? Wo haben Sie angesetzt und wie sieht das Konzept aus, das Sie realisiert haben?

Jörg Boner: Der Boden hat unsere höchste Aufmerksamkeit. Wir wissen immer auf was wir laufen und auf was wir stehen. Die dem Boden geschenkte Aufmerksamkeit ist sozusagen existentiell. Außerdem ist ein Bodenbelag die minimalste Definition von Raum. Damit ist er ein sehr maßgebendes Bauteil für die Definition von Atmosphäre.

Unser Konzept setzt bei der Atmosphäre an: Der Teppich hat das Tierfell am Boden abgelöst. Inzwischen werden mittels industrieller Massenproduktion tausende von Quadratmetern Teppich hergestellt. Die Installation widmet sich der Ästhetik der Produktionshallen. Es ist ein romantischer Blick in die Zeiten der Industrialisierung. Der Produktionsprozess hat sich in den vielen Jahren seither kaum verändert. Die Produkte hingegen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Sie müssen immer wieder an neue Bedingungen angepasst werden. Maßgebend bleibt aber etwas Anderes. Was wären Teppiche ohne Anmut? Nichts als leere Flächen. Die Installation kreist um das Thema der Anmut in Produkt und Produktion.

Worin bestand bei der Umsetzung Ihres Projekts für Sie die größte Herausforderung?

Boner: Wie kommuniziert man ein Anliegen präzise, das einem inhaltlich bewegt und antreibt. Die Umsetzung war insofern eine Herausforderung, da ich als Designer gewohnt bin, über Produkte zu kommunizieren. In der sehr kurzen, uns zur Verfügung stehenden Zeit war es aber nicht möglich und sinnvoll einen neuen Teppich zu entwerfen. Wir mussten also sozusagen einen Stellvertreter finden und bauen.

Haben Sie einen Lieblingsbodenbelag – privat und aus der Perspektive des Designers?

Boner:
Ich mag zwei sehr gegensätzliche Bodenbeläge: den Pirelliboden, weil er so wunderbar die Moderne und damit einen Aufbruch symbolisiert; und den Stampflehmboden, weil er so einfach und archaisch ist.

www.domotex.de

Jörg Boners Inspirationsquelle für das „Flooring Deluxe“ Projekt mit dem belgischen Hersteller Beaulieu, Foto © Jörg Boner
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News & Stories › 2013 › Januar
Jörg Boner: Ein romantischer Blick in die Zeiten der Industrialisierung
9. Januar 2013
„…Der Boden hat unsere höchste Aufmerksamkeit…“
Was hat Sie an einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Boden“ gereizt? Wo haben Sie angesetzt und wie sieht das Konzept aus, das Sie realisiert haben?

Jörg Boner: Der Boden hat unsere höchste Aufmerksamkeit. Wir wissen immer auf was wir laufen und auf was wir stehen. Die dem Boden geschenkte Aufmerksamkeit ist sozusagen existentiell. Außerdem ist ein Bodenbelag die minimalste Definition von Raum. Damit ist er ein sehr maßgebendes Bauteil für die Definition von Atmosphäre.

Unser Konzept setzt bei der Atmosphäre an: Der Teppich hat das Tierfell am Boden abgelöst. Inzwischen werden mittels industrieller Massenproduktion tausende von Quadratmetern Teppich hergestellt. Die Installation widmet sich der Ästhetik der Produktionshallen. Es ist ein romantischer Blick in die Zeiten der Industrialisierung. Der Produktionsprozess hat sich in den vielen Jahren seither kaum verändert. Die Produkte hingegen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Sie müssen immer wieder an neue Bedingungen angepasst werden. Maßgebend bleibt aber etwas Anderes. Was wären Teppiche ohne Anmut? Nichts als leere Flächen. Die Installation kreist um das Thema der Anmut in Produkt und Produktion.

Worin bestand bei der Umsetzung Ihres Projekts für Sie die größte Herausforderung?

Boner: Wie kommuniziert man ein Anliegen präzise, das einem inhaltlich bewegt und antreibt. Die Umsetzung war insofern eine Herausforderung, da ich als Designer gewohnt bin, über Produkte zu kommunizieren. In der sehr kurzen, uns zur Verfügung stehenden Zeit war es aber nicht möglich und sinnvoll einen neuen Teppich zu entwerfen. Wir mussten also sozusagen einen Stellvertreter finden und bauen.

Haben Sie einen Lieblingsbodenbelag – privat und aus der Perspektive des Designers?

Boner:
Ich mag zwei sehr gegensätzliche Bodenbeläge: den Pirelliboden, weil er so wunderbar die Moderne und damit einen Aufbruch symbolisiert; und den Stampflehmboden, weil er so einfach und archaisch ist.

www.domotex.de