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Matthew Hilton - oscarverdächtig
von Vera Siegmund | 17. Oktober 2007
Nein, der bedeutendste amerikanische Filmpreis wird noch nicht in der Kategorie Design verliehen. Dafür hat der britische Designer Matthew Hilton schon wichtige Auszeichnungen in seiner Disziplin erhalten, wie 2006 den Elle Decoration Design Award in der Kategorie bestes Möbeldesign für seinen ausziehbaren Tisch "Cross" oder im Jahr 2000 den Design Plus für seinen Kunststoffstuhl "Wait".Gemeint ist auch ein ganz anderer Oscar. Oscar Niemeyer nämlich - und den Verweis auf ihn gibt Matthew Hilton auf seiner Website selbst. Unter der Bilderrubrik "Inspiration" finden sich u.a. zwei typische Architekturen des Brasilia-Erbauers und Betonrevolutionärs. Und diese Referenz stellt in der Tat eine formal klar erkennbare Verbindungslinie zwischen dem Architekten und dem Designer her. Konkret handelt es sich um eine sanft geschwungene Linienführung und die Abwinklung der Vertikalen, die angenehm überrascht. Diese Aufhebung der Orthogonalität und der behende Umgang mit den verschiedensten Materialien verschaffen Hiltons Möbeln etwas Graziles und eine große Leichtigkeit. Das trifft auf den runden Tisch "Antelope" par excellence zu, aber eben auch auf den dunkelbraunen Ledersessel "Balzac" mit seinen weichen Formen - und der ein bisschen aussieht, wie das Resultat eines herbstlichen Kinderbasteltages aus einer Kastanie mit kurzen, eingesteckten Streichholzbeinen.Dabei wirken Hiltons Möbel durchaus geradlinig und klassisch. Seine Neuinterpretation sachlicher Möbelformen liegt im Detail und macht sie gleichzeitig innovativ. Funktionalität ist ihm wichtig, Hilton designt für den Benutzer. Doch zusammen mit seinem Gespür für Formen und Proportionen gelangt Funktionalität in seinem Fall zu hoher Formvollendung - "anmutige Funktionalität" könnte man sagen. Das haben Hersteller wie SCP, Driade, Disform, Montina, Case, XO, Habitat und andere längst erkannt: Diese Möbel haben das Potential, die Klasskier von morgen zu werden. Ein Besuch auf der neuen Website des britischen Designers lohnt sich. Matthew Hilton gibt dem Besucher über den Designprozess - von der Inspirationsquelle bis zum "Making of" seiner Produkte offen Auskunft. Das Design: schlicht, geradlinig, übersichtlich. Wie seine Möbel. Benutzerfreundlich, benutzerschmeichelnd.www.matthewhilton.com