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Ohne Köln kein Januar
von Thomas Wagner | 9. Januar 2009

Es ist wie in einem Beckett-Drama: „Ah, die alten Fragen, die alten Antworten, da geht nichts drüber!" Oder nehmen wir diese Stelle: „Da es so gespielt wird... spielen wir es eben so... und sprechen wir nicht mehr darüber." Woraus folgt: Manchmal muss man einfach seufzen. Und das geht etwa so: Alle Jahre dieselben Rituale. Erst das kollektiv-hysterische Weihnachtsgeschenkestollenbaumkugeljagen, dann die Depression der Jahresrückblickschronik, bei der jeden endgültig das Gefühl absoluter Nutzlosigkeit überfällt. Aber dann: Dann geht alles wieder von vorne los. Und dazu braucht jeder Design-Afficionado unbedingt - Köln. Denn was kommt, wenn es endlich wieder losgeht? Eben, Internationale Möbelmesse Köln! Auch wenn die Messe nicht nur neuwerbedeutsch geschrumpft wurde und heute „imm" heißt: ohne Köln kein Januar! Ohne Januar kein neues Jahr! Und ohne neues Jahr kein neues Design! - oder so ähnlich. Um es klar und deutlich nach Köln und in alle Welt zu rufen: Das muss so bleiben, auch wenn sich sonst so einiges ändern muss.

An dem Punkt, an dem wir uns jetzt befinden, gibt es wenigstens drei Möglichkeiten, sich auf die imm 2009 einzustimmen.
Variante 1: Man macht es wie die „Passagen", feiert seinen 20. Geburtstag und freut sich seines Lebens - im Belgischen Viertel, den Spichernhöfen, ganzen Straßenzügen und überhaupt all überall mit rund 190 Einzelausstellungen im ganzen Stadtgebiet. Dann klingt alles wie gewünscht: lebendiger, spannender, jünger und größer - so sollen, nein, so werden sie sein: die „Passagen" des Jahres 2009 und die ganze Kölner Sause.

Ob die Passagen auf Dauer den großen Dampfer Messe ziehen können, scheint wenig wahrscheinlich. Über schwierige Zeiten hinweghelfen schon. Und vielleicht nimmt der große Kahn ja bald selbst wieder Fahrt auf. Ob der „Hang zum Cluster", also die Haufenbildung, dabei tatsächlich im Trend liegt, lassen wir ebenso dahingestellt wie wir auf eine Erörterung der Frage verzichten, ob Formulierungen wie „im temporären Design-Mekka Köln" auf den Index gehören. Nicht unwidersprochen lassen können wir allerdings die Pressemitteilungsausrufe „Design Boom!" und „It's showtime". Ersteres hat - auch in Köln - noch nie gestimmt, letzteres, wir kennen uns da aus, hat im vergangenen Sommer unter dem Titel „The Design Annual - inside: showtime" in Frankfurt stattgefunden. Und so weit ist es nicht von Köln nach Frankfurt.

Doch lassen wir das und kommen wir zu Variante Nummer 2: Beileibe nicht alle Nachrichten, die uns in den letzten Wochen aus Köln erreicht haben, waren frohe Botschaften. Das Möbelhaus Pesch in Schwierigkeiten, das Teilnehmerfeld der Messe qualitativ deutlich verschlankt, Glamour und Neuheiten ganz nach Milano abgewandert - die Messe scheint zu schrumpfen, vor allem im Qualitätssegment. Trotzdem bleiben wir gespannt, zumal es in Mailand ja doch wieder zu viel und zu viel auf einmal geben wird, so dass wir uns spätestens Ende April an die netten, entspannten Gespräche in Köln erinnern werden. „The same procedure than last year."

Bleibt Option Nummer 3: Diese verschieben wir aus guten Gründen bis nach der Messe. Denn am Ende könnte es wie im schon zitierten „Endspiel" zugehen. Es endet nicht, weil es nicht enden kann, und wir spielen immer wieder dasselbe Spiel. Das aber darf, kann und wird nicht sein. Sonst gibt es auch keinen Januar! Oder, wie der Kölner sagt: Et het nooch immr joot jejange!

imm cologne
Die internationale Einrichtungsmesse
19.-25.01.2009
täglich von 9 bis 18 Uhr
Koelnmesse GmbH
www.imm-cologne.de

News & Stories › 2009 › Januar
Ohne Köln kein Januar
von Thomas Wagner | 9. Januar 2009
Das alte Jahr geht, die Kölner Möbelmesse kommt. Auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt: Ohne Köln geht es nicht. Also nehmen wir die imm im besten Sinn als typisch rheinische Veranstaltung, die nach dem Motto funktioniert: Et het nooch immr joot jejange.
Es ist wie in einem Beckett-Drama: „Ah, die alten Fragen, die alten Antworten, da geht nichts drüber!" Oder nehmen wir diese Stelle: „Da es so gespielt wird... spielen wir es eben so... und sprechen wir nicht mehr darüber." Woraus folgt: Manchmal muss man einfach seufzen. Und das geht etwa so: Alle Jahre dieselben Rituale. Erst das kollektiv-hysterische Weihnachtsgeschenkestollenbaumkugeljagen, dann die Depression der Jahresrückblickschronik, bei der jeden endgültig das Gefühl absoluter Nutzlosigkeit überfällt. Aber dann: Dann geht alles wieder von vorne los. Und dazu braucht jeder Design-Afficionado unbedingt - Köln. Denn was kommt, wenn es endlich wieder losgeht? Eben, Internationale Möbelmesse Köln! Auch wenn die Messe nicht nur neuwerbedeutsch geschrumpft wurde und heute „imm" heißt: ohne Köln kein Januar! Ohne Januar kein neues Jahr! Und ohne neues Jahr kein neues Design! - oder so ähnlich. Um es klar und deutlich nach Köln und in alle Welt zu rufen: Das muss so bleiben, auch wenn sich sonst so einiges ändern muss.

An dem Punkt, an dem wir uns jetzt befinden, gibt es wenigstens drei Möglichkeiten, sich auf die imm 2009 einzustimmen.
Variante 1: Man macht es wie die „Passagen", feiert seinen 20. Geburtstag und freut sich seines Lebens - im Belgischen Viertel, den Spichernhöfen, ganzen Straßenzügen und überhaupt all überall mit rund 190 Einzelausstellungen im ganzen Stadtgebiet. Dann klingt alles wie gewünscht: lebendiger, spannender, jünger und größer - so sollen, nein, so werden sie sein: die „Passagen" des Jahres 2009 und die ganze Kölner Sause.

Ob die Passagen auf Dauer den großen Dampfer Messe ziehen können, scheint wenig wahrscheinlich. Über schwierige Zeiten hinweghelfen schon. Und vielleicht nimmt der große Kahn ja bald selbst wieder Fahrt auf. Ob der „Hang zum Cluster", also die Haufenbildung, dabei tatsächlich im Trend liegt, lassen wir ebenso dahingestellt wie wir auf eine Erörterung der Frage verzichten, ob Formulierungen wie „im temporären Design-Mekka Köln" auf den Index gehören. Nicht unwidersprochen lassen können wir allerdings die Pressemitteilungsausrufe „Design Boom!" und „It's showtime". Ersteres hat - auch in Köln - noch nie gestimmt, letzteres, wir kennen uns da aus, hat im vergangenen Sommer unter dem Titel „The Design Annual - inside: showtime" in Frankfurt stattgefunden. Und so weit ist es nicht von Köln nach Frankfurt.

Doch lassen wir das und kommen wir zu Variante Nummer 2: Beileibe nicht alle Nachrichten, die uns in den letzten Wochen aus Köln erreicht haben, waren frohe Botschaften. Das Möbelhaus Pesch in Schwierigkeiten, das Teilnehmerfeld der Messe qualitativ deutlich verschlankt, Glamour und Neuheiten ganz nach Milano abgewandert - die Messe scheint zu schrumpfen, vor allem im Qualitätssegment. Trotzdem bleiben wir gespannt, zumal es in Mailand ja doch wieder zu viel und zu viel auf einmal geben wird, so dass wir uns spätestens Ende April an die netten, entspannten Gespräche in Köln erinnern werden. „The same procedure than last year."

Bleibt Option Nummer 3: Diese verschieben wir aus guten Gründen bis nach der Messe. Denn am Ende könnte es wie im schon zitierten „Endspiel" zugehen. Es endet nicht, weil es nicht enden kann, und wir spielen immer wieder dasselbe Spiel. Das aber darf, kann und wird nicht sein. Sonst gibt es auch keinen Januar! Oder, wie der Kölner sagt: Et het nooch immr joot jejange!

imm cologne
Die internationale Einrichtungsmesse
19.-25.01.2009
täglich von 9 bis 18 Uhr
Koelnmesse GmbH
www.imm-cologne.de