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Origami in Plexiglas®
24. August 2007
Firma Hannecke: Nils Gloth, Christian Pein

Origami gilt vielen als harmloses Hobby Stille suchender Ästheten, die kleine Schwäne oder Hasen aus Papier falten. Doch immer öfter werden die Prinzipien der japanischen Papierfaltkunst auf andere Bereiche übertragen, werden intelligente Falttechniken auch in technischen Bereichen - beispielsweise bei Airbags, den Solarsegeln von Satelliten oder bei Weltraumteleskoplinsen - angewandt. Die Verarbeitung thermoplastischer Materialien durch Faltung war dabei bisher auf einfache Formen beschränkt. Die Northeimer Firma Hannecke Display Systeme widmete sich deshalb der Frage, ob sich eine dreidimensionale Falttechnik auch mit Plexiglas® realisieren ließe.

Mit CUT'N FOLD® entwickelte das Unternehmen ein international patentiertes Verfahren, um thermoplastische Plattenmaterialien in dreidimensionale Körper zu falten, die das Standardverfahren der Abkant-Technik alt aussehen lassen: Während das Material bislang lediglich entlang gerader Linien erwärmt und dann zu einfachen, profilartigen Körpern gebogen werden konnte, lassen sich mit der neuen Technik auch gekrümmte oder sich kreuzende Biegelinien und damit dreidimensionale Produkte realisieren. Dazu werden Plexiglas®-Zuschnitte gefertigt und anschließend entlang genau festgelegter Biegelinien zum Endprodukt gefaltet. Erhitzt werden nur die erforderlichen Biegelinien, dazwischen liegende Bereiche bleiben kalt und passen sich während des Faltvorgangs der neuen Form an.
Mit über dreißigjähriger Erfahrung in der Display-Herstellung verfügt Hannecke zwar über umfassende Kenntnis in der Verarbeitung von Plexiglas®, dennoch bedurfte es zur Entwicklung der neuen Technik zahlreicher Versuchsreihen. Selbst das Fraunhofer Institut wurde von Erfinder und Firmenchef Wolf-Dietrich Hannecke damit beauftragt, die optimale Aufheizung der Biegelinien im Plexiglas und die ideale Heiztechnik herauszufinden. Am Ende fand das Unternehmen die Ideallösung jedoch in Eigenregie. Dabei half auch die Erfahrung des Hannecke-Mitarbeiters Dr. Stefan Delecat, der als Origami-Experte seit Jahren mit kurvenförmigen Faltungen in Papier experimentiert. "Die neue Art des Faltens entlang berechneter Kurven," so Dr. Delecat, "wurde bislang im Origami mit Papier nur wenig beachtet und erfuhr erst in den letzten Jahren größeres Interesse. Dass CUT'N FOLD® nun zeitgleich eine Umsetzung solcher Faltideen in Plexiglas® ermöglicht, gibt mir die Möglichkeit, eigene Ideen in die Produktion von Gebrauchsgegenständen einzubringen."

Das Verfahren ermöglicht nicht nur neue Formen, sondern hat auch handfeste praktische Vorteile: Durch gekreuzte oder gekrümmte Biegelinien erhalten selbst Produkte aus dünnem Material hohe Stabilität. Die Faltung entlang gebogener Linien lässt gekrümmte Flächen im Material entstehen, die Druck- und Zugbelastungen besser abfedern. Das Verfahren füllt die Lücke zwischen herkömmlicher Abkant-Technik und der Verformung durch flächige Erwärmung wie etwa dem Tiefziehen, bei dem Struktur oder Transparenz des Materials verändert werden. Da auch Kombinationen zwischen punktueller, linearer und flächiger Erwärmung möglich sind, ergeben sich weitere formgebende Möglichkeiten und Anwendungen im technischen Bereich. Die geringen Werkzeugkosten des CUT'N FOLD®-Verfahrens lassen auch kleine Auflagen zu. Bisher wurden Leuchten, Möbel, Displays oder Accessoires realisiert. Produkte wie Vitrinen, Abdeckungen, Raumteiler, Lärm-, Sichtschutz-, Messe- und Ladenbauelemente sowie Anwendungen im Bausektor wie Vordächer für Bushaltestellen sind geplant.

www.cutnfold.de
www.hannecke.de

Firma Hannecke: Nils Gloth, Christian Pein
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Origami in Plexiglas®
24. August 2007
Materialworks Zoom: das CUT'N FOLD®-Verfahren der Northeimer Firma Hannecke
Origami gilt vielen als harmloses Hobby Stille suchender Ästheten, die kleine Schwäne oder Hasen aus Papier falten. Doch immer öfter werden die Prinzipien der japanischen Papierfaltkunst auf andere Bereiche übertragen, werden intelligente Falttechniken auch in technischen Bereichen - beispielsweise bei Airbags, den Solarsegeln von Satelliten oder bei Weltraumteleskoplinsen - angewandt. Die Verarbeitung thermoplastischer Materialien durch Faltung war dabei bisher auf einfache Formen beschränkt. Die Northeimer Firma Hannecke Display Systeme widmete sich deshalb der Frage, ob sich eine dreidimensionale Falttechnik auch mit Plexiglas® realisieren ließe.

Mit CUT'N FOLD® entwickelte das Unternehmen ein international patentiertes Verfahren, um thermoplastische Plattenmaterialien in dreidimensionale Körper zu falten, die das Standardverfahren der Abkant-Technik alt aussehen lassen: Während das Material bislang lediglich entlang gerader Linien erwärmt und dann zu einfachen, profilartigen Körpern gebogen werden konnte, lassen sich mit der neuen Technik auch gekrümmte oder sich kreuzende Biegelinien und damit dreidimensionale Produkte realisieren. Dazu werden Plexiglas®-Zuschnitte gefertigt und anschließend entlang genau festgelegter Biegelinien zum Endprodukt gefaltet. Erhitzt werden nur die erforderlichen Biegelinien, dazwischen liegende Bereiche bleiben kalt und passen sich während des Faltvorgangs der neuen Form an.
Mit über dreißigjähriger Erfahrung in der Display-Herstellung verfügt Hannecke zwar über umfassende Kenntnis in der Verarbeitung von Plexiglas®, dennoch bedurfte es zur Entwicklung der neuen Technik zahlreicher Versuchsreihen. Selbst das Fraunhofer Institut wurde von Erfinder und Firmenchef Wolf-Dietrich Hannecke damit beauftragt, die optimale Aufheizung der Biegelinien im Plexiglas und die ideale Heiztechnik herauszufinden. Am Ende fand das Unternehmen die Ideallösung jedoch in Eigenregie. Dabei half auch die Erfahrung des Hannecke-Mitarbeiters Dr. Stefan Delecat, der als Origami-Experte seit Jahren mit kurvenförmigen Faltungen in Papier experimentiert. "Die neue Art des Faltens entlang berechneter Kurven," so Dr. Delecat, "wurde bislang im Origami mit Papier nur wenig beachtet und erfuhr erst in den letzten Jahren größeres Interesse. Dass CUT'N FOLD® nun zeitgleich eine Umsetzung solcher Faltideen in Plexiglas® ermöglicht, gibt mir die Möglichkeit, eigene Ideen in die Produktion von Gebrauchsgegenständen einzubringen."

Das Verfahren ermöglicht nicht nur neue Formen, sondern hat auch handfeste praktische Vorteile: Durch gekreuzte oder gekrümmte Biegelinien erhalten selbst Produkte aus dünnem Material hohe Stabilität. Die Faltung entlang gebogener Linien lässt gekrümmte Flächen im Material entstehen, die Druck- und Zugbelastungen besser abfedern. Das Verfahren füllt die Lücke zwischen herkömmlicher Abkant-Technik und der Verformung durch flächige Erwärmung wie etwa dem Tiefziehen, bei dem Struktur oder Transparenz des Materials verändert werden. Da auch Kombinationen zwischen punktueller, linearer und flächiger Erwärmung möglich sind, ergeben sich weitere formgebende Möglichkeiten und Anwendungen im technischen Bereich. Die geringen Werkzeugkosten des CUT'N FOLD®-Verfahrens lassen auch kleine Auflagen zu. Bisher wurden Leuchten, Möbel, Displays oder Accessoires realisiert. Produkte wie Vitrinen, Abdeckungen, Raumteiler, Lärm-, Sichtschutz-, Messe- und Ladenbauelemente sowie Anwendungen im Bausektor wie Vordächer für Bushaltestellen sind geplant.

www.cutnfold.de
www.hannecke.de