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Positive Propaganda
von Sandra Hofmeister | 8. Mai 2009
All photos © Dimitrios Tsatsas, Stylepark

Schon länger arbeitet der finnische Hersteller Artek mit dem japanischen Architekten Shigeru Ban zusammen: Der Pavillon auf dem Salone 2007 bleibt unvergessen - ein 200 Quadratmeter großer Raum aus dem recyclebaren Material Wood Plastic Composite, in dem die Firmenphilosophie „Art and Technologie", die Pate für die Namensgebung des 1935 gegründeten Unternehmens stand, präsentiert wurde. Ein neues Kapitel der Zusammenarbeit mit Shigeru Ban präsentierte Artek dieses Jahr auf dem Messestand des Salone: das 10-Unit System - ein reduziertes System aus L-förmigen Modulen, die zu Tischen, Bänken und Stühlen zusammengesetzt werden können, darüber hinaus noch aus recycelten Materialien hergestellt sind und selbst komplett recyclebar ist.

„Ein Stuhl reicht" heißt der provokante Slogan, mit dem die zehn L-Profile auf der Messe vorgestellt wurden. „Es ist ein Weg, den Konsum, oder genauer gesagt den überbordenden Konsum, zu hinterfragen", erklärte Artek-CEO Mirkku Kullberg. „Wir sollten viel verantwortlicher in Bezug auf unsere Kaufgewohnheiten sein. Wenn wir uns bewusst werden, was wir kaufen, dann können wir auch mehr Freiräume dafür entwickeln, die Objekte, die uns umgeben, zu schätzen."

Shigeru Bans Entwurf geht ursprünglich auf das Jahr 1993 zurück. Damals wurde er mit dem Namen „L-Unit System" vorgestellt - aus Schichtholz. Die Artek-Variante wird mit dem neuen Komposit-Material UPM ProFi aus Holz- und Kunststoffresten hergestellt. Die Module können in wenigen Handgriffen zu langen Bänken und einzelnen Stühlen zusammengesteckt werden. Das Material ist sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet. Bisher in den Farben schwarz und weiß lieferbar, kann jede weitere Farbe auf Wunsch gefertigt werden. Die einzelnen Teile sind einfach in einen Karton zu packen - und zu verstauen. Und wer auf dem zusammengesteckten Stuhl Platz genommen hat, der ist überrascht, dass die radikale Reduktion, mit der sich das Möbel präsentiert, ein brauchbares Sitzinstrument abgibt. Insofern ist Arteks positive Propaganda aufgegangen: Das 10-Unit System zeigt wirklich, dass ein Stuhl völlig ausreichend ist. Zwar ist es dann kein Lounge-Sofa für lange Abende (darauf müssen wir in der Wirtschaftskrise wohl verzichten!), aber ein kompakter Stuhl mit schmaler Lehne, die sich mit leichtem Schwung und angenehm in den Rücken schiebt.

Ganz sicher erhält dieser Ansatz auf dem diesjährigen Salone del Mobile Bestnoten in Sachen Nachhaltigkeit! Mit rund 200 Euro für 10 Module, die Artek im neu installierten webshop vertreibt, bleibt das System preislich im Rahmen und stiftet außerdem zum Weiterkaufen an. Nicht nur Lego-Freunde und Hobbybastler dürften sich an diesem Entwurf erfreuen - auch verantwortungsbewusste Käufer, die auf Nachhaltigkeit achten, und Fans der japanischen Ästhetik kommen beim 10 Unit System sicher nicht zur kurz.

News & Stories › 2009 › Mai
Positive Propaganda
von Sandra Hofmeister | 8. Mai 2009
Artek legt einen alten, modularen Stuhlentwurf Shigeru Bans von 1993 neu auf, setzt damit die Zusammenarbeit mit dem Architekten fort und formuliert ein klares Statement getreu dem Geiste des Unternehmens.
Schon länger arbeitet der finnische Hersteller Artek mit dem japanischen Architekten Shigeru Ban zusammen: Der Pavillon auf dem Salone 2007 bleibt unvergessen - ein 200 Quadratmeter großer Raum aus dem recyclebaren Material Wood Plastic Composite, in dem die Firmenphilosophie „Art and Technologie", die Pate für die Namensgebung des 1935 gegründeten Unternehmens stand, präsentiert wurde. Ein neues Kapitel der Zusammenarbeit mit Shigeru Ban präsentierte Artek dieses Jahr auf dem Messestand des Salone: das 10-Unit System - ein reduziertes System aus L-förmigen Modulen, die zu Tischen, Bänken und Stühlen zusammengesetzt werden können, darüber hinaus noch aus recycelten Materialien hergestellt sind und selbst komplett recyclebar ist.

„Ein Stuhl reicht" heißt der provokante Slogan, mit dem die zehn L-Profile auf der Messe vorgestellt wurden. „Es ist ein Weg, den Konsum, oder genauer gesagt den überbordenden Konsum, zu hinterfragen", erklärte Artek-CEO Mirkku Kullberg. „Wir sollten viel verantwortlicher in Bezug auf unsere Kaufgewohnheiten sein. Wenn wir uns bewusst werden, was wir kaufen, dann können wir auch mehr Freiräume dafür entwickeln, die Objekte, die uns umgeben, zu schätzen."

Shigeru Bans Entwurf geht ursprünglich auf das Jahr 1993 zurück. Damals wurde er mit dem Namen „L-Unit System" vorgestellt - aus Schichtholz. Die Artek-Variante wird mit dem neuen Komposit-Material UPM ProFi aus Holz- und Kunststoffresten hergestellt. Die Module können in wenigen Handgriffen zu langen Bänken und einzelnen Stühlen zusammengesteckt werden. Das Material ist sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet. Bisher in den Farben schwarz und weiß lieferbar, kann jede weitere Farbe auf Wunsch gefertigt werden. Die einzelnen Teile sind einfach in einen Karton zu packen - und zu verstauen. Und wer auf dem zusammengesteckten Stuhl Platz genommen hat, der ist überrascht, dass die radikale Reduktion, mit der sich das Möbel präsentiert, ein brauchbares Sitzinstrument abgibt. Insofern ist Arteks positive Propaganda aufgegangen: Das 10-Unit System zeigt wirklich, dass ein Stuhl völlig ausreichend ist. Zwar ist es dann kein Lounge-Sofa für lange Abende (darauf müssen wir in der Wirtschaftskrise wohl verzichten!), aber ein kompakter Stuhl mit schmaler Lehne, die sich mit leichtem Schwung und angenehm in den Rücken schiebt.

Ganz sicher erhält dieser Ansatz auf dem diesjährigen Salone del Mobile Bestnoten in Sachen Nachhaltigkeit! Mit rund 200 Euro für 10 Module, die Artek im neu installierten webshop vertreibt, bleibt das System preislich im Rahmen und stiftet außerdem zum Weiterkaufen an. Nicht nur Lego-Freunde und Hobbybastler dürften sich an diesem Entwurf erfreuen - auch verantwortungsbewusste Käufer, die auf Nachhaltigkeit achten, und Fans der japanischen Ästhetik kommen beim 10 Unit System sicher nicht zur kurz.