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Redesign einmal anders – Episode I
von Thomas Wagner | 22. August 2008

Die Star Wars-Trilogie von George Lucas war einerseits nie etwas anderes als ein mit vielen Spezialeffekten aufgedonnertes Märchen, eine von Mythen und unzählige Male erzählten Geschichten angereicherte amerikanische Weltraum-Saga von der destruktiven Macht der Bösen und der noch größeren Macht und Unwiderstehlichkeit des Guten. Andererseits erzählt das monumentale Film-Epos aber auch vom politischen Kampf um die Macht. Dieser wird recht archaisch zwischen Licht und Finsternis ausgetragen, hat zur Grundlage aber auch den Konflikt unterschiedlicher politischer Systeme wie Totalitarismus und Demokratie.

George Lucas hat aber nicht nur auf der Ebene der Erzählung Vorhandenes aufgegriffen und transformiert. So hat der Regisseur beispielsweise bestätigt, dass einige Handlungsstränge und Charaktere seines Kriegs der Sterne von dem 1958 gedrehten Film „Die verborgene Festung“ des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa inspiriert sind. Auch die Ästhetik dieser interstellaren Rittergeschichte hat ihre Vorbilder, die bis in die Gestaltung einzelner Figuren reicht. So wurde etwa der schwarze Helm des Oberschurken Darth Vader einem japanischen Kabuto nachgeahmt, und auch der Helm des Erzverbrechers in Kurosawas „Die sieben Samurai“ weist Ähnlichkeiten mit Vaders Helm auf. Und die Jedi, eine Art Ritterorden einer früheren Republik, erinnern an die Samurai als geistige Krieger und Duellanten mit einem starken Sinn für Ehre und Pflicht.

Nun haben es Filme, die Kultstatus erlangt und ganze Generationen von jungen Zuschauern geprägt haben, so an sich, dass sie selbst zum Gegenstand von Adaptionen und Umschreibungen werden. Eine solche findet sich – in zahlreichen Episoden – auf YouTube, wo die „Lego Star Wars“ die Hoffnung nähren, dass die dunkle Macht sich auf eine ganz andere Art und Weise als der des Kampfes überwinden lässt. Mit Redesign hat das mindestens ebenso viel zu tun wie mit der Vermarktung einer überaus erfolgreichen Hollywood-Produktion auf dem Feld der Fanartikel.

Betrachtet man die Episode „Lego Darth Vader Canteen Incident“, so wird einem schnell klar, dass hier das Grundproblem eines jeden Redesigns oder Relaunchs ebenso mit leichter Hand gelöst wird wie das der Macht. Denn um ein Redesign der Saga des Kampfes von Gut und Böse handelt es sich schon deshalb, weil auch hier eine Verbindung hergestellt wird zwischen Konstanz und Modernisierung. Ein erfolgreiches Produkt erhält eine neue Bedeutung. Die Geschichte des Kampfes um die Macht bleibt in ihrem Kern intakt, wird aber auf einer neuen Ebene zugleich konterkariert. Der Mann bei der Essensausgabe erkennt die Macht von Darth Vader einfach nicht an – weshalb dessen Versuche, sie durchzusetzen, allesamt ins Leere laufen.

Manchmal hilft es eben, Autorität einfach zu ignorieren. Den Rest erledigt das Lachen. Wahrlich kein schlechter Ansatz, das Drehbuch umzuschreiben und sich Luft zu verschaffen für neue Perspektiven. Die Chancen, sich mittels Redesign oder Remix einen neuen Freiheitsspielraum zu erobern, stehen also gar nicht so schlecht.

News & Stories › 2008 › August
Redesign einmal anders – Episode I
von Thomas Wagner | 22. August 2008
Jeder Designer kennt das Problem des Redesigns oder der Notwendigkeit, einem erfolgreichen Produkt eine neue Bedeutung zu geben. Und jedes Kind kennt die Star Wars-Trilogie von George Lucas. Eine Serie lustiger Filme bringt nun beide auf überraschende und erhellende Weise zusammen.
Die Star Wars-Trilogie von George Lucas war einerseits nie etwas anderes als ein mit vielen Spezialeffekten aufgedonnertes Märchen, eine von Mythen und unzählige Male erzählten Geschichten angereicherte amerikanische Weltraum-Saga von der destruktiven Macht der Bösen und der noch größeren Macht und Unwiderstehlichkeit des Guten. Andererseits erzählt das monumentale Film-Epos aber auch vom politischen Kampf um die Macht. Dieser wird recht archaisch zwischen Licht und Finsternis ausgetragen, hat zur Grundlage aber auch den Konflikt unterschiedlicher politischer Systeme wie Totalitarismus und Demokratie.

George Lucas hat aber nicht nur auf der Ebene der Erzählung Vorhandenes aufgegriffen und transformiert. So hat der Regisseur beispielsweise bestätigt, dass einige Handlungsstränge und Charaktere seines Kriegs der Sterne von dem 1958 gedrehten Film „Die verborgene Festung“ des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa inspiriert sind. Auch die Ästhetik dieser interstellaren Rittergeschichte hat ihre Vorbilder, die bis in die Gestaltung einzelner Figuren reicht. So wurde etwa der schwarze Helm des Oberschurken Darth Vader einem japanischen Kabuto nachgeahmt, und auch der Helm des Erzverbrechers in Kurosawas „Die sieben Samurai“ weist Ähnlichkeiten mit Vaders Helm auf. Und die Jedi, eine Art Ritterorden einer früheren Republik, erinnern an die Samurai als geistige Krieger und Duellanten mit einem starken Sinn für Ehre und Pflicht.

Nun haben es Filme, die Kultstatus erlangt und ganze Generationen von jungen Zuschauern geprägt haben, so an sich, dass sie selbst zum Gegenstand von Adaptionen und Umschreibungen werden. Eine solche findet sich – in zahlreichen Episoden – auf YouTube, wo die „Lego Star Wars“ die Hoffnung nähren, dass die dunkle Macht sich auf eine ganz andere Art und Weise als der des Kampfes überwinden lässt. Mit Redesign hat das mindestens ebenso viel zu tun wie mit der Vermarktung einer überaus erfolgreichen Hollywood-Produktion auf dem Feld der Fanartikel.

Betrachtet man die Episode „Lego Darth Vader Canteen Incident“, so wird einem schnell klar, dass hier das Grundproblem eines jeden Redesigns oder Relaunchs ebenso mit leichter Hand gelöst wird wie das der Macht. Denn um ein Redesign der Saga des Kampfes von Gut und Böse handelt es sich schon deshalb, weil auch hier eine Verbindung hergestellt wird zwischen Konstanz und Modernisierung. Ein erfolgreiches Produkt erhält eine neue Bedeutung. Die Geschichte des Kampfes um die Macht bleibt in ihrem Kern intakt, wird aber auf einer neuen Ebene zugleich konterkariert. Der Mann bei der Essensausgabe erkennt die Macht von Darth Vader einfach nicht an – weshalb dessen Versuche, sie durchzusetzen, allesamt ins Leere laufen.

Manchmal hilft es eben, Autorität einfach zu ignorieren. Den Rest erledigt das Lachen. Wahrlich kein schlechter Ansatz, das Drehbuch umzuschreiben und sich Luft zu verschaffen für neue Perspektiven. Die Chancen, sich mittels Redesign oder Remix einen neuen Freiheitsspielraum zu erobern, stehen also gar nicht so schlecht.