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Abitare il Tempo - The Italian way of Design
von Vera Siegmund | 8. Oktober 2007
"Madonna!" möchte man ausrufen. Denn das diesjährige Logo der legendären Messe in Verona sieht aus, wie die Persiflage auf eine Design-Ikone: Mit zwei Augen und einem roten Mund versehen, lacht dem Besucher der schwarze Sessels "Up5" (wegen seiner anthropomorphen Gestalt auch als "Donna" bekannt) zusammen mit "Up6" ("La palla al piede") entgegen. So verziert hat ihn jedoch kein geringerer, als sein Designer selbst: Gaetano Pesce, der die "Donna" 1969 entwarf. Nun hat sie sich auch noch von ihrem Ball als Fußfessel befreit, wie eine gerissene Kette andeutet.Die maskottchenreife Metapher steht für die von der Abitare il Tempo stets angestrebte enge Verknüpfung von Kunst und Design, Tradition und Zeitgeist. Vom 20. - 24. September präsentierte sie zum 22. Mal "Firmen, die in Qualitätsprodukte und starke Projektinhalte investieren" - und prognostiziert ein weniger minimalistisches Design, das sich zunehmend von allen stilistischen Einschränkungen befreie. Klassisches und Modernes, Design und Dekor, alles lässt sich unverkrampft kombinieren.Die Abitare il Tempo ist eine Messe der großen Auftritte. Von "Messeständen" spricht hier niemand. Man inszeniert. Ausstellungen, Projekte und Performances - mit wahrhaft bühnenwirksamen Effekten. Die Sonderausstellungen fanden, wie üblich, in Halle 8 statt. "Mutagenesis", das fulminante Holzlatten-Environment des belgischen Self-Made-Designers Arne Quinze nahm alleine 4000 m2 ein. Gespickt mit seinen "Artefakten von heute und Artefakten der Zukunft" zeigte er visionäre Produkte für die postglobalisierte Gesellschaft.Oder man begab sich auf "die Suche nach Alice". Eine im dunklen Raum von einem Blinklicht begleitete Phantasiereise in die Welt der kunstvollen Wohnaccessoires. Und weil das Label "Made in Italy" verpflichtet, zeigte "Italian new wave" Arbeiten des Nachwuchses von italienischen Designschulen, während "Totemcity" Künstler-Totems aus Muranoglas präsentierte. In Halle 7b fand das Projekt "Linking People" statt, das Neuinterpretationen der Gastfreundschaft für den Gastronomie- und Hotelsektor vorstellte, und in Halle 9 setzten sich 10 italienische Architekten in ihren Installationen mit dem Haus als Lebensraum und einer anderen Art des Wohnens auseinander. Den diesjährigen Abitare-Preis erhielt ein weiterer Großmeister des italienischen Designs: Alessandro Mendini - und mit ihm feiert sich ganz Italien als Land des Avantgarde-Designs.
Alle Fotos zeigen die "Mutagenesis" Ausstellung von Arne Quinze
News & Stories › 2007 › Oktober
Abitare il Tempo - The Italian way of Design
von Vera Siegmund | 8. Oktober 2007
"Madonna!" möchte man ausrufen. Denn das diesjährige Logo der legendären Messe in Verona sieht aus, wie die Persiflage auf eine Design-Ikone: Mit zwei Augen und einem roten Mund versehen, lacht dem Besucher der schwarze Sessels "Up5" (wegen seiner anthropomorphen Gestalt auch als "Donna" bekannt) zusammen mit "Up6" ("La palla al piede") entgegen.
"Madonna!" möchte man ausrufen. Denn das diesjährige Logo der legendären Messe in Verona sieht aus, wie die Persiflage auf eine Design-Ikone: Mit zwei Augen und einem roten Mund versehen, lacht dem Besucher der schwarze Sessels "Up5" (wegen seiner anthropomorphen Gestalt auch als "Donna" bekannt) zusammen mit "Up6" ("La palla al piede") entgegen. So verziert hat ihn jedoch kein geringerer, als sein Designer selbst: Gaetano Pesce, der die "Donna" 1969 entwarf. Nun hat sie sich auch noch von ihrem Ball als Fußfessel befreit, wie eine gerissene Kette andeutet.Die maskottchenreife Metapher steht für die von der Abitare il Tempo stets angestrebte enge Verknüpfung von Kunst und Design, Tradition und Zeitgeist. Vom 20. - 24. September präsentierte sie zum 22. Mal "Firmen, die in Qualitätsprodukte und starke Projektinhalte investieren" - und prognostiziert ein weniger minimalistisches Design, das sich zunehmend von allen stilistischen Einschränkungen befreie. Klassisches und Modernes, Design und Dekor, alles lässt sich unverkrampft kombinieren.Die Abitare il Tempo ist eine Messe der großen Auftritte. Von "Messeständen" spricht hier niemand. Man inszeniert. Ausstellungen, Projekte und Performances - mit wahrhaft bühnenwirksamen Effekten. Die Sonderausstellungen fanden, wie üblich, in Halle 8 statt. "Mutagenesis", das fulminante Holzlatten-Environment des belgischen Self-Made-Designers Arne Quinze nahm alleine 4000 m2 ein. Gespickt mit seinen "Artefakten von heute und Artefakten der Zukunft" zeigte er visionäre Produkte für die postglobalisierte Gesellschaft.Oder man begab sich auf "die Suche nach Alice". Eine im dunklen Raum von einem Blinklicht begleitete Phantasiereise in die Welt der kunstvollen Wohnaccessoires. Und weil das Label "Made in Italy" verpflichtet, zeigte "Italian new wave" Arbeiten des Nachwuchses von italienischen Designschulen, während "Totemcity" Künstler-Totems aus Muranoglas präsentierte. In Halle 7b fand das Projekt "Linking People" statt, das Neuinterpretationen der Gastfreundschaft für den Gastronomie- und Hotelsektor vorstellte, und in Halle 9 setzten sich 10 italienische Architekten in ihren Installationen mit dem Haus als Lebensraum und einer anderen Art des Wohnens auseinander. Den diesjährigen Abitare-Preis erhielt ein weiterer Großmeister des italienischen Designs: Alessandro Mendini - und mit ihm feiert sich ganz Italien als Land des Avantgarde-Designs.