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Der Schalenbaumeister aus Rügen
von Sophia Walk | 26. Februar 2014
Die von Ulrich Müther entworfene Wasserrettungsstation am Ostseestrand in Binz auf der Insel Rügen wird heute als Trauraum genutzt. Foto © Wilfried Dechau
Ulrich Müther, 1934 auf der Ostseeinsel Rügen geboren, arbeitete bis zur Wende hinter dem „Eisernen Vorhang“, weshalb sein Werk lange Zeit weitgehend unbeachtet blieb. Dass er in seiner Tätigkeit allerdings stets über den Tellerrand hinaus blickte, zeigt sein ausgeprägter Bezug zum mexikanischen Architekten Félix Candela Outeriño, dem Pionier des Betonschalentragwerks. Mehr als 50 Betonschalentragwerke entwarf Müther und wird daher auch als Schalenbaumeister bezeichnet. Sein abgelegener Arbeitsort in der DDR bedeutete für ihn aber auch Unabhängigkeit vom sozialistischen Staatssystem.

Jetzt widmet sich die Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart dem Werk Müthers mit einer umfassenden Schau. Die Ausstellung zeigt Exponate aus dem umfangreichen Nachlass Ulrich Müthers, der sich seit 2006 an der Hochschule Wismar befindet. Es werden vor allem Architekturpläne, einzelne Modelle und Fotografien der Müther-Bauten zu sehen sein.

Zu seinen bekanntesten Bauten zählt neben dem Musikpavillon „Kurmuschel“ in Saßnitz auf Rügen aus dem Jahr 1987 die Wasserrettungsstation am Ostseestrand in Binz, die er 1968 entwarf. Diese wie auch weitere seiner Bauwerke sind auch heute noch zu besichtigen. Müther selbst hatte an ihrer Sanierung vor wenigen Jahren noch mitgewirkt.

Seine Betonschalenarchitektur nimmt sicher in der Einheitsarchitektur der DDR eine Sonderstellung ein, lassen sich aber neben den hyperbolischen Paraboliden des Schweizers Heinz Isler, des Spaniers Eduardo Torroja, des Italieners Pier Luigi Nervi und des Deutschen Jörg Schlaich in einen internationalen architektonischen Zusammenhang stellen.

Kuratiert von Matthias Ludwig

Ausstellung
In Beton gegossen
Vom 27. Februar bis 6. April 2014
architekturgalerie am weißenhof
Am Weißenhof 30
70191 Stuttgart
www.weissenhofgalerie.de

Ausstellungseröffnung am 26. Februar 2014 um 19 Uhr
mit einer Einführung von Matthias Ludwig und Wilfried Dechau
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Vortragssaal Neubau II
Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart

Weitere Veranstaltungen
Mittwoch, 2. April 2014, 19 Uhr
Vortrag „Schalentragwerke — Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“
ILEK — Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 14, 70569 Stuttgart

Samstag, 15. März 2014, 19—23 Uhr
stündlich Führungen durch die Ausstellung zur „Langen Nacht der Museen“
Ulrich Müther auf der Treppe der im Jahr 2004 sanierten Station für Wasserrettung. Foto © Wilfried Dechau
Wie ein Raumschiff ist die Wasserrettungsstation am Strand von Binz auf der Ostseeinsel Rügen gelandet. Foto © Müther-Archiv
Der Musikpavillon an der Strandpromenade in Saßnitz auf Rügen wurde 1977 gebaut. Foto © Wilfried Dechau
Der Name „Kurmuschel“ ist an der Form des Musikpavillons deutlich ablesbar. Foto © Wilfried Dechau
In 1977 entwarf Müther zusammen mit Kurt Tauscher die Schwimmhalle des ehemaligen ZK-Heim in Sellin auf Rügen. Heute gehört sie zum Cliff Hotel. Foto © Müther-Archiv
Architektur › 2014 › Februar
Der Schalenbaumeister aus Rügen
von Sophia Walk | 26. Februar 2014
Mit der Ausstellung „In Beton gegossen“ widmet sich die Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart vom 27. Februar bis 6. April dem Werk von Ulrich Müther, das durch seine außergewöhnlichen Betonschalentragwerke eine Sonderstellung in der Architektur der DDR einnimmt.
Ulrich Müther, 1934 auf der Ostseeinsel Rügen geboren, arbeitete bis zur Wende hinter dem „Eisernen Vorhang“, weshalb sein Werk lange Zeit weitgehend unbeachtet blieb. Dass er in seiner Tätigkeit allerdings stets über den Tellerrand hinaus blickte, zeigt sein ausgeprägter Bezug zum mexikanischen Architekten Félix Candela Outeriño, dem Pionier des Betonschalentragwerks. Mehr als 50 Betonschalentragwerke entwarf Müther und wird daher auch als Schalenbaumeister bezeichnet. Sein abgelegener Arbeitsort in der DDR bedeutete für ihn aber auch Unabhängigkeit vom sozialistischen Staatssystem.

Jetzt widmet sich die Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart dem Werk Müthers mit einer umfassenden Schau. Die Ausstellung zeigt Exponate aus dem umfangreichen Nachlass Ulrich Müthers, der sich seit 2006 an der Hochschule Wismar befindet. Es werden vor allem Architekturpläne, einzelne Modelle und Fotografien der Müther-Bauten zu sehen sein.

Zu seinen bekanntesten Bauten zählt neben dem Musikpavillon „Kurmuschel“ in Saßnitz auf Rügen aus dem Jahr 1987 die Wasserrettungsstation am Ostseestrand in Binz, die er 1968 entwarf. Diese wie auch weitere seiner Bauwerke sind auch heute noch zu besichtigen. Müther selbst hatte an ihrer Sanierung vor wenigen Jahren noch mitgewirkt.

Seine Betonschalenarchitektur nimmt sicher in der Einheitsarchitektur der DDR eine Sonderstellung ein, lassen sich aber neben den hyperbolischen Paraboliden des Schweizers Heinz Isler, des Spaniers Eduardo Torroja, des Italieners Pier Luigi Nervi und des Deutschen Jörg Schlaich in einen internationalen architektonischen Zusammenhang stellen.

Kuratiert von Matthias Ludwig

Ausstellung
In Beton gegossen
Vom 27. Februar bis 6. April 2014
architekturgalerie am weißenhof
Am Weißenhof 30
70191 Stuttgart
www.weissenhofgalerie.de

Ausstellungseröffnung am 26. Februar 2014 um 19 Uhr
mit einer Einführung von Matthias Ludwig und Wilfried Dechau
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Vortragssaal Neubau II
Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart

Weitere Veranstaltungen
Mittwoch, 2. April 2014, 19 Uhr
Vortrag „Schalentragwerke — Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“
ILEK — Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 14, 70569 Stuttgart

Samstag, 15. März 2014, 19—23 Uhr
stündlich Führungen durch die Ausstellung zur „Langen Nacht der Museen“