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von 2143 Forward End
Der Spaß liegt in der Abwechslung
20. April 2016
Oki Sato, der Kopf hinter Nendo, im Gespräch mit Uta Abendroth. Foto © Jörg Zimmermann
Der Salone del Mobile ist für Oki Sato so eine Art Heimspiel. In den Jahren 2003 und 2004 stellte er zunächst auf dem Salone Satellite aus, 2005 war er bereits mit seinen ersten Produkten in den Hallen der Großen präsent. Seitdem unterhält er nicht nur ein Büro in Tokio, sondern auch ein Studio in Mailand, wo er jeden Monat eine Woche verbringt. Das ermöglicht es dem 39 Jahre alten Tausendsassa, die Projekte mit seinen europäischen Auftraggebern stets im Blick zu behalten. Denn Oki Sato überlässt nichts dem Zufall. Darin, so sagt er, sei er sehr japanisch. Uta Abendroth hat den Mann, der in Toronto geboren wurde und in Tokio aufwuchs, bei seinen Manga Chairs getroffen.

Uta Abendroth: Oki Sato, das sind eine Menge wirklich schräger Stühle, die Sie hier im Kreuzgang von San Simpliciano aufgestellt haben.

Oki Sato:
Ja, sie sind wirklich außergewöhnlich. Ich habe mich dafür von japanischen Mangas inspirieren lassen. Als Kind habe ich ständig Manga Comics gelesen, meine Mutter war deswegen richtig sauer auf mich. Sie fand, dass ich ernsthaft lernen sollte und sie wäre froh gewesen, wenn ich in Museen und Galerien gegangen wäre. Aber ich frage mich, was der Unterschied ist zwischen einem Museum und Mangas oder zwischen einer Kunstgalerie und Mangas. Das ist mir nie aus dem Sinn gegangen und so habe ich ein bisschen Recherche betrieben. Mangas haben eine sehr weit zurückreichende Geschichte und sind Teil der japanischen Kultur. Sie drücken Gefühle aus, Emotionen und seelische Bewegungen, und alles bloß durch zweidimensionale Linien und einfache schwarze Tinte. Ich habe gedacht, dass ich diese Ausdrucksweise in die Dreidimensionalität zurückholen und Möbel oder andere Objekte daraus machen könnte. So sind schließlich diese 50 Manga Stühle entstanden.

Warum gerade 50? Hat die Zahl in Japan eine besondere Bedeutung?

Oki Sato:
Nein, überhaupt nicht. Zu Beginn hatte ich sogar mehr als 80 Stühle, aber als wir erst mal angefangen haben, an den Details zu arbeiten, waren wir irgendwann bei 50. Das passte ganz gut, weil wir die Anordnung wie in den Manga Büchern die Bilder in einem quadratischen Raster haben wollten. Mit den Stühlen wollen nicht wir eine Geschichte kreieren, sondern wir wünschen uns, dass die Betrachter selbst sich ihre eigenen Geschichten einfallen lassen. Wir geben nur so eine Art Denkanstoß.

Besteht da nicht die Gefahr, dass das nur Japaner verstehen?

Oki Sato:
Ich habe schnell gemerkt, dass viele Menschen diese Installation verstehen und sie keineswegs etwas typisch Japanisches ist. Die ganze Ausstellung zielt eher auf unsere Emotionen und ich habe hier in Mailand durchaus eine starke Verbindung der Besucher zu den Objekten gefühlt.

Haben Sie denn einen Favoriten unter den 50 Stühlen?

Oki Sato:
Um ehrlich zu sein, da gibt es zwei. Einmal der einfachste, der irgendwo in der Mitte steht. Er ist nur ein Stuhl, ohne irgendwelche Zusätze. Er war der Ausgangspunkt für alle anderen Varianten. Mein zweiter Favorit ist derjenige, der am schwierigsten zu realisieren war. Er sieht so aus, als fände in seinem Rücken gerade eine Explosion statt. Die vielen „Strahlen“, die von ihm ausgehen, machen ihn so schwer, es braucht fünf oder sechs Männer, um ihn zu transportieren. Dieses Modell kam beschädigt in Mailand an. Wir haben die japanischen Handwerker dann eingeflogen, ein Schweißgerät gemietet und den Stuhl in zwei Tagen wieder repariert und neu poliert.

Das heißt, Sie haben alle Stühle in Japan produzieren lassen?

Oki Sato:
Ja, sie sind alle „Made in Japan“. Poliert wurden sie in Niigata, wo viele Handwerker Metall verarbeiten und Experten sind in Sachen Polishing. Die gleichen Leute haben die ersten iPods poliert. Es hat volle vier Monate gedauert, bis sie alle Stühle fertig hatten. Wenn irgendwo auch nur ein Kratzer war, ging alles noch mal von vorne los. Es war eine Menge Arbeit.

Wie lange hat das Projekt denn insgesamt gedauert?

Oki Sato:
Gut eineinhalb Jahre. Ich kannte diesen Ort hier an der Piazza Paolo VI. und war von Anfang an sehr angetan von der Atmosphäre, wollte hier gerne etwas machen. Alles hier hat mich sogar ein bisschen an Mangas erinnert. Ich mag die Größe, es ist nicht zu groß, nicht zu klein, es sind keine Bäume hier im Innenhof und ich mag den Kontrast zwischen alt und neu, zwischen Struktur und Nicht-Struktur, Schwarz und Weiß sowie den Himmel, der sich je nach Wetter verändert. Die Stühle reflektieren all das. Eines Morgens war eine Frau in einem roten Kleid hier und hat sich umgesehen. Mit der Farbe des Kleides veränderten sich auch die Stühle – es war wunderbar! Und abends, wenn wir die Beleuchtung einschalten, sieht alles auch wieder ganz anders auch. Es ist das erste Mal, das wir so ein Projekt machen und ich muss sagen, dass ich es sehr genieße.

War das alles allein Ihre Idee?

Oki Sato:
Nein. Wir hatten ein langes Gespräch mit der New Yorker Galerie Friedman Benda. Wir wollten kein Objekt machen und auch keine Installation, sondern irgendwas dazwischen. Diese Stühle sind natürlich Stühle, aber sie schaffen auch Raum dazwischen und das war die Herausforderung, der wir uns gestellt haben.

Wird die Galerie Friedman Benda weiter mit diesen Stühlen zu tun haben?

Oki Sato:
Wir werden diese Stühle im September in der Galerie zeigen und ab dann werden sie dort auch zum Verkauf stehen.

Die schönsten Ausstellungen hier in Mailand, finde ich, hatten dieses Mal mit Japan zu tun…

Oki Sato:
Ich habe noch nicht viel gesehen, aber ich habe wahrgenommen, dass viele japanische Unternehmen und Designer hier ausstellen.

Worin liegt für Sie die Faszination von japanischem Design?

Oki Sato:
Japanisches Design ist von großer Einfachheit und sehr minimalistisch, aber darüber hinaus hat es Leichtigkeit und Poesie. Das ist natürlich noch nicht genug, um die Verbindung zwischen Menschen und einem Objekt herzustellen. Aber ich denke, da muss eine Art von Freundlichkeit sein und Spaß. Ich versuche das stets zu erreichen, und als Japaner nicht zu cool zu sein. Ja, Humor ist in allen meinen Entwürfen. Und ich fühle mich ganz entspannt, wenn ich all die Japaner sehe, die gute Sache machen, so kann ich rumspielen und habe die größtmöglichen Freiheiten.

Pralinen, Seife, Stühle, Tische, Leuchten, Sie gestalten so viele verschiedene Objekte – ist das nicht schwierig?

Oki Sato:
Überhaupt nicht! An verschiedenen Dingen zu arbeiten ist viel einfacher, als sich jeden Tag mit der gleichen Sache zu beschäftigen. Wirklich, 100 verschiedene Schokoladen zu gestalten, das ist ungleich schwerer als 400 unterschiedliche Projekte zu betreuen. Der Spaß liegt in der Abwechslung. Nächsten Monat eröffnen wir beispielsweise ein Shopping Center in Bangkok, 2018 werden weitere Architekturvorhaben fertig. Dann machen wir Dinge ausschließlich für den japanischen Markt – und dann wieder solche Projekte wie hier für den Salone. Mich interessiert weder die Größe einer Unternehmung noch das Material, für mich ist alles Design.

Sind Sie inzwischen mehr so etwas wie ein Art Director oder tatsächlich noch in den Designprozess involviert?

Oki Sato:
Ich bin wirklich voll und ganz als Designer tätig. Ich mag es besonders, an den Details zu arbeiten. Hier bei der Installation zum Beispiel: Wir haben den schwarzen Teppich verlegt, aber da, wo verschiedenen Teile aufeinanderstoßen, waren die weißen Kanten zu sehen. Ich bin los und habe Filzstifte gekauft und dann haben wir alle zusammen die Kanten schwarz angemalt. Das sieht vielleicht niemand, aber für uns ist das sehr, sehr wichtig. Wir wollen natürlich nicht, dass die Leute hier auf den Teppich achten, sie sollen sich auf die Stühle fokussieren. Für mich sind das wichtige Details – und das ist nun wirklich richtig japanisch.

Während des Salone sind Ihre Stahlstühle zu sehen, bei Kartell Ihr Plastikschaukelpferd, bei Marsotto Edizioni Ihre Marmortische und noch einiges mehr. Ziehen Sie ein Material dem anderen vor?

Oki Sato:
Nein, das sind unterschiedliche Klienten, unterschiedliche Techniken und alle haben eine andere Historie, das kann man nicht vergleichen. Für mich ist es ganz gleich, womit ich arbeite, ich lasse mich einfach auf das Projekt ein. Es ist Teil des Spiels – und ich genieße das Spiel wirklich in vollen Zügen!

www.nendo.jp
  • Die 50 Manga Chairs von Nendo. Skizze © Nendo
  • Einer der Favoriten von Oki Sato unter den 50 Entwürfen: Der "strahlende" Stuhl. Foto © Takumi Ota, Nendo
  • Japanische Mangas aus seiner Kindheit lieferten Oki Sato die Inspiration für seine Entwürfe. Foto © Takumi Ota, Nendo
  • Der Ort spielte eine zentrale Rolle bei der Inszenierung des Projektes. Foto © Takumi Ota, Nendo
  • Der Kreuzgang der Basilica Minore di San Simpliciano im Herzen Mailands. Foto © Takumi Ota, Nendo
  • Bei der Anordnung der 50 Stühle orientierte sich Oki Sato an dem quadratischen Raster der Bilder in Manga Büchern. Foto © Takumi Ota, Nendo
News & Stories › 2016 › April
Der Spaß liegt in der Abwechslung
20. April 2016
Nendo präsentierte in Mailand 50 Manga-Stühle im Kreuzgang der Basilica Minore di San Simpliciano, ein Schaukelpferd bei Kartell, Marmortische bei Marsotto Edizioni und einiges mehr. Uta Abendroth hat mit Oki Sato, dem Kopf hinter Nendo, über Materialien, Inspiration und Japanischsein gesprochen.
Der Salone del Mobile ist für Oki Sato so eine Art Heimspiel. In den Jahren 2003 und 2004 stellte er zunächst auf dem Salone Satellite aus, 2005 war er bereits mit seinen ersten Produkten in den Hallen der Großen präsent. Seitdem unterhält er nicht nur ein Büro in Tokio, sondern auch ein Studio in Mailand, wo er jeden Monat eine Woche verbringt. Das ermöglicht es dem 39 Jahre alten Tausendsassa, die Projekte mit seinen europäischen Auftraggebern stets im Blick zu behalten. Denn Oki Sato überlässt nichts dem Zufall. Darin, so sagt er, sei er sehr japanisch. Uta Abendroth hat den Mann, der in Toronto geboren wurde und in Tokio aufwuchs, bei seinen Manga Chairs getroffen.

Uta Abendroth: Oki Sato, das sind eine Menge wirklich schräger Stühle, die Sie hier im Kreuzgang von San Simpliciano aufgestellt haben.

Oki Sato:
Ja, sie sind wirklich außergewöhnlich. Ich habe mich dafür von japanischen Mangas inspirieren lassen. Als Kind habe ich ständig Manga Comics gelesen, meine Mutter war deswegen richtig sauer auf mich. Sie fand, dass ich ernsthaft lernen sollte und sie wäre froh gewesen, wenn ich in Museen und Galerien gegangen wäre. Aber ich frage mich, was der Unterschied ist zwischen einem Museum und Mangas oder zwischen einer Kunstgalerie und Mangas. Das ist mir nie aus dem Sinn gegangen und so habe ich ein bisschen Recherche betrieben. Mangas haben eine sehr weit zurückreichende Geschichte und sind Teil der japanischen Kultur. Sie drücken Gefühle aus, Emotionen und seelische Bewegungen, und alles bloß durch zweidimensionale Linien und einfache schwarze Tinte. Ich habe gedacht, dass ich diese Ausdrucksweise in die Dreidimensionalität zurückholen und Möbel oder andere Objekte daraus machen könnte. So sind schließlich diese 50 Manga Stühle entstanden.

Warum gerade 50? Hat die Zahl in Japan eine besondere Bedeutung?

Oki Sato:
Nein, überhaupt nicht. Zu Beginn hatte ich sogar mehr als 80 Stühle, aber als wir erst mal angefangen haben, an den Details zu arbeiten, waren wir irgendwann bei 50. Das passte ganz gut, weil wir die Anordnung wie in den Manga Büchern die Bilder in einem quadratischen Raster haben wollten. Mit den Stühlen wollen nicht wir eine Geschichte kreieren, sondern wir wünschen uns, dass die Betrachter selbst sich ihre eigenen Geschichten einfallen lassen. Wir geben nur so eine Art Denkanstoß.

Besteht da nicht die Gefahr, dass das nur Japaner verstehen?

Oki Sato:
Ich habe schnell gemerkt, dass viele Menschen diese Installation verstehen und sie keineswegs etwas typisch Japanisches ist. Die ganze Ausstellung zielt eher auf unsere Emotionen und ich habe hier in Mailand durchaus eine starke Verbindung der Besucher zu den Objekten gefühlt.

Haben Sie denn einen Favoriten unter den 50 Stühlen?

Oki Sato:
Um ehrlich zu sein, da gibt es zwei. Einmal der einfachste, der irgendwo in der Mitte steht. Er ist nur ein Stuhl, ohne irgendwelche Zusätze. Er war der Ausgangspunkt für alle anderen Varianten. Mein zweiter Favorit ist derjenige, der am schwierigsten zu realisieren war. Er sieht so aus, als fände in seinem Rücken gerade eine Explosion statt. Die vielen „Strahlen“, die von ihm ausgehen, machen ihn so schwer, es braucht fünf oder sechs Männer, um ihn zu transportieren. Dieses Modell kam beschädigt in Mailand an. Wir haben die japanischen Handwerker dann eingeflogen, ein Schweißgerät gemietet und den Stuhl in zwei Tagen wieder repariert und neu poliert.

Das heißt, Sie haben alle Stühle in Japan produzieren lassen?

Oki Sato:
Ja, sie sind alle „Made in Japan“. Poliert wurden sie in Niigata, wo viele Handwerker Metall verarbeiten und Experten sind in Sachen Polishing. Die gleichen Leute haben die ersten iPods poliert. Es hat volle vier Monate gedauert, bis sie alle Stühle fertig hatten. Wenn irgendwo auch nur ein Kratzer war, ging alles noch mal von vorne los. Es war eine Menge Arbeit.

Wie lange hat das Projekt denn insgesamt gedauert?

Oki Sato:
Gut eineinhalb Jahre. Ich kannte diesen Ort hier an der Piazza Paolo VI. und war von Anfang an sehr angetan von der Atmosphäre, wollte hier gerne etwas machen. Alles hier hat mich sogar ein bisschen an Mangas erinnert. Ich mag die Größe, es ist nicht zu groß, nicht zu klein, es sind keine Bäume hier im Innenhof und ich mag den Kontrast zwischen alt und neu, zwischen Struktur und Nicht-Struktur, Schwarz und Weiß sowie den Himmel, der sich je nach Wetter verändert. Die Stühle reflektieren all das. Eines Morgens war eine Frau in einem roten Kleid hier und hat sich umgesehen. Mit der Farbe des Kleides veränderten sich auch die Stühle – es war wunderbar! Und abends, wenn wir die Beleuchtung einschalten, sieht alles auch wieder ganz anders auch. Es ist das erste Mal, das wir so ein Projekt machen und ich muss sagen, dass ich es sehr genieße.

War das alles allein Ihre Idee?

Oki Sato:
Nein. Wir hatten ein langes Gespräch mit der New Yorker Galerie Friedman Benda. Wir wollten kein Objekt machen und auch keine Installation, sondern irgendwas dazwischen. Diese Stühle sind natürlich Stühle, aber sie schaffen auch Raum dazwischen und das war die Herausforderung, der wir uns gestellt haben.

Wird die Galerie Friedman Benda weiter mit diesen Stühlen zu tun haben?

Oki Sato:
Wir werden diese Stühle im September in der Galerie zeigen und ab dann werden sie dort auch zum Verkauf stehen.

Die schönsten Ausstellungen hier in Mailand, finde ich, hatten dieses Mal mit Japan zu tun…

Oki Sato:
Ich habe noch nicht viel gesehen, aber ich habe wahrgenommen, dass viele japanische Unternehmen und Designer hier ausstellen.

Worin liegt für Sie die Faszination von japanischem Design?

Oki Sato:
Japanisches Design ist von großer Einfachheit und sehr minimalistisch, aber darüber hinaus hat es Leichtigkeit und Poesie. Das ist natürlich noch nicht genug, um die Verbindung zwischen Menschen und einem Objekt herzustellen. Aber ich denke, da muss eine Art von Freundlichkeit sein und Spaß. Ich versuche das stets zu erreichen, und als Japaner nicht zu cool zu sein. Ja, Humor ist in allen meinen Entwürfen. Und ich fühle mich ganz entspannt, wenn ich all die Japaner sehe, die gute Sache machen, so kann ich rumspielen und habe die größtmöglichen Freiheiten.

Pralinen, Seife, Stühle, Tische, Leuchten, Sie gestalten so viele verschiedene Objekte – ist das nicht schwierig?

Oki Sato:
Überhaupt nicht! An verschiedenen Dingen zu arbeiten ist viel einfacher, als sich jeden Tag mit der gleichen Sache zu beschäftigen. Wirklich, 100 verschiedene Schokoladen zu gestalten, das ist ungleich schwerer als 400 unterschiedliche Projekte zu betreuen. Der Spaß liegt in der Abwechslung. Nächsten Monat eröffnen wir beispielsweise ein Shopping Center in Bangkok, 2018 werden weitere Architekturvorhaben fertig. Dann machen wir Dinge ausschließlich für den japanischen Markt – und dann wieder solche Projekte wie hier für den Salone. Mich interessiert weder die Größe einer Unternehmung noch das Material, für mich ist alles Design.

Sind Sie inzwischen mehr so etwas wie ein Art Director oder tatsächlich noch in den Designprozess involviert?

Oki Sato:
Ich bin wirklich voll und ganz als Designer tätig. Ich mag es besonders, an den Details zu arbeiten. Hier bei der Installation zum Beispiel: Wir haben den schwarzen Teppich verlegt, aber da, wo verschiedenen Teile aufeinanderstoßen, waren die weißen Kanten zu sehen. Ich bin los und habe Filzstifte gekauft und dann haben wir alle zusammen die Kanten schwarz angemalt. Das sieht vielleicht niemand, aber für uns ist das sehr, sehr wichtig. Wir wollen natürlich nicht, dass die Leute hier auf den Teppich achten, sie sollen sich auf die Stühle fokussieren. Für mich sind das wichtige Details – und das ist nun wirklich richtig japanisch.

Während des Salone sind Ihre Stahlstühle zu sehen, bei Kartell Ihr Plastikschaukelpferd, bei Marsotto Edizioni Ihre Marmortische und noch einiges mehr. Ziehen Sie ein Material dem anderen vor?

Oki Sato:
Nein, das sind unterschiedliche Klienten, unterschiedliche Techniken und alle haben eine andere Historie, das kann man nicht vergleichen. Für mich ist es ganz gleich, womit ich arbeite, ich lasse mich einfach auf das Projekt ein. Es ist Teil des Spiels – und ich genieße das Spiel wirklich in vollen Zügen!

www.nendo.jp