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von 2143 Forward End
Design made in Türkiye
von Vera Siegmund | 28. November 2007
Wer jetzt an orientalisches Kunstgewerbe á la Tausendundeinenacht denkt, liegt total falsch. Es ist an der Zeit, solche Klischees hinter sich zu lassen und einen Blick auf zeitgenössisches Design aus der Türkei zu werfen. In Instanbul entsteht seit ein paar Jahren eine junge, umtriebige Designszene, die frisch und mit Witz auf zwei Kontinenten agiert. Mit Ethno-Design hat das absolut nichts zu tun. Die türkischen Designer beschäftigen die gleichen Fragen wie ihre westlichen Kollegen. Aziz Sariyer, der Gründer des Labels Derin Design, spricht es deutlich aus: "Wenn ich eine Zahnbürste entwerfe, warum muss die dann türkisch sein?" Selbst Ornamente sind vor allem funktional. Das gilt etwa für das rote Metallgestänge BUDAK der beiden Newcomer Ünal & Böler. Stuhlhohe, verästelte Einzelmodule können ineinander gesteckt und zu haushohen Raumgebilden aufgetürmt werden. Sie können als Sitzgelegenheit ebenso dienen wie als Regal und sind eines der ungewöhnlichsten Strukturmöbel überhaupt. Ebenfalls aus dem Studio des drahtigen Duos stammt SALKIM, eine filigrane Konstruktion zur Aufbewahrung von Büchern (die Bezeichnung "Regal" wäre zu gewichtig), bei der einzelne Drahtmodule mit Kleiderhaken aneinander hängen und die Bücher in Schräglage frei schwingend gelagert werden.
Oder nehmen wir Autoban. Die Architektin Seyhan Özdemir und der Innenarchitekt Sefer Caglar haben das Interieur der meisten Shops und Cafés selbst entworfen, in denen sie ihren Espresso trinken. Viel Zeit bleibt ihnen dafür allerdings nicht, ist der kreative Output von Autoban doch enorm. Deshalb sind Entwürfe und Produkte aus den Bereichen Interior Design, Produktdesign und Architektur seit 2006 in einer eigenen Gallerie zu sehen. Ein weiteres Beispiel ist VitrA. Das Erfolgsunternehmen des Eczacibasi-Konzerns avancierte in nur wenigen Jahren vom Lieferanten in Sachen Sanitärkeramik zum Marken-Komplettanbieter. Badkollektionen aus einer Hand, unter anderem von Designern wie Ross Lovegrove und Matteo Thun, sowie Produktionsstätten in ganz Europa, haben VitrA die Merkmale eines weltweiten Marktführers verschafft. Zweimal bekam VitrA 2006 den red dot Award für bestes Produktdesign verliehen: für die Badkollektion ISTANBUL von Ross Lovegrove und für die IZNIK-Fliesen von Defne Koz. Der Wallpaper Award best Young Designers ging 2004 - nur ein Jahr nach ihrer Gründung - an Autoban, ebenso der Best New Restaurant Award von 2006 für ihr Müzedechanga-Interieur. Ünal & Böler erhielten für SALKIM den MAK Design Shop Award 2006. Typisch türkisches Design eben.www.ub-studio.com
www.autoban212.com
www.vitra.com.tr
Budak von ünal&böler
Land von Aziz Sariyer für Derin Design
Sleepy von Autoban
ISTANBUL von Ross Lovegrove für VitrA
Müzedechanga Resaturant von Autoban
Budak von ünal&böler
Salkim von ünal&böler
IZNIK von Defne Koz für VitrA