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Die europäische Antwort auf das Silicon Valley
von Martin Lewicki | 29. September 2014
Der neue TXL soll eine Arbeits- und Begegnungsstätte für Startups, universitäre Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen werden.
Foto © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Was passiert mit einem Flughafen, wenn er geschlossen wird? Mit dieser Frage beschäftigen sich Berliner Stadtplaner aktuell, denn in wenigen Jahren wird der Flughafen Tegel (TXL) durch den modernen Willy-Brandt-Flughafen (BER) vor den Toren der Hauptstadt ersetzt. Die Vision: Wo früher bis zu 20 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt wurden, entstehen bald urbane Technologien für die Stadt der Zukunft. Das könnte die europäische Antwort auf Silicon Valley werden.

Die Vision heißt: „Urban Tech Republic“. Wenn es nach den Initiatoren geht, sollen hier Lösungen und Produkte für neue urbane Herausforderungen entstehen und den Weg zu globalen Märkten finden. Ziel ist es, TXL zu einer Arbeits- und Begegnungsstätte für Startups, universitäre Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen zu entwickeln. Visionäre Ideen und kreative Konzepte sollen auf industrielles Know-how sowie aufgeschlossene Investoren treffen. Praktisch eine Kreativschmiede, die an das kalifornische Silicon Valley erinnert.

Tatsächlich bietet kaum ein anderer Ort derart gute Voraussetzungen für die Urban Tech Republic, wie Berlin. Laut eine aktuellen McKinsey-Studie gilt Berlin bereits als eine der führenden Startup-Metropolen Europas. "Um jedoch zu den international führenden Startup-Standorten aufzuschließen, muss Berlin seine guten Potenziale noch stärker nutzen", sagt Katrin Suder, Leiterin des Berliner McKinsey-Büros. Insbesondere bei der Förderung von Gründern und Talenten, bei der Kapitalbeschaffung für Gründer in der Wachstumsphase sowie bei der Vernetzung der Start-Ups mit etablierten Unternehmen sieht sie Verbesserungspotenzial. Alles Faktoren, die zum Erfolg des Silicon Valley beigetragen haben.

In Berlin soll diese Unternehmensphilosophie gezielt auf Urban Technologies angewendet werden. Denn der Trend zur Urbanisierung schreitet weltweit voran. Prognosen gehen davon aus, dass in den nächsten 40 Jahren bis zu 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden und das auf lediglich drei Prozent der Erdoberfläche. Die Folge: Megastädte, die alle bislang gekannten Dimensionen sprengen. Und das bringt enorme Probleme mit sich. Besondere Herausforderungen stellen die urbane Mobilität, die Energieversorgung sowie der Umgang mit Ressourcen dar. Zudem braucht es neue Materialien und intelligente Systeme, um die anstehenden Herausforderungen überhaupt bewältigen zu können. Deswegen sollen unten dem Begriff Urban Technologies, Lösungen für die Städte von morgen entwickelt und produziert werden.

Speziell bei der Elektromobilität will man bei der Urban Tech Republic einen Schwerpunkt setzten. Hier soll die Konzeption und Integration neuer Mobilitätskonzepte erprobt werden. In der „Werkstatt der Elektromobilität“ könnten sich beispielsweise Produzenten für E-Ladestationen oder neue Energieerzeugungstechnologien ansiedeln und den urbanen Raum Berlins als Forschungslabor nutzen. Antriebstechnik und Bauteile für Elektro-, beziehungsweise Hybridfahrzeuge, intelligente Verkehrsleitsysteme und City-Logistik könnten dann direkt vor Ort getestet werden.

Bei dem diesjährigen Audi Urban Future Award beschäftigt sich das Berliner Team mit der Frage, welchen Einfluss die Urban Tech Republic auf Berlins Verkehr haben wird und wie sich das Entwicklungszentrum mit seinen bis zu 25.000 Beschäftigten und Anwohnern effizient mit der Stadt verbinden lässt. Wie verhalten sich Menschenströme? Und wie legt man Wege im urbanen Raum am schnellsten zurück? Das Berliner Team begibt sich auf die Suche nach Antworten und wird sie im Zuge des Audi Urban Future Award 2014 vorstellen. Am Ende steht ein Beitrag, der nicht nur die Vision der Urban Tech Republic der Realität ein Stück näher bringen wird, sondern insgesamt die Mobilität der Zukunft aus einer neuen Perspektive beleuchtet.

Mehr Artikel zur Audi Urban Future Initiative 2014
Der Ort soll zu einer Kreativschmiede werden, die an das kalifornische Silicon Valley erinnert. Foto © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
In der „Werkstatt der Elektromobilität“ könnten sich Produzenten für E-Ladestationen oder neue Energieerzeugungstechnologien ansiedeln.
Foto © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Antriebstechnik und Bauteile für Elektro- und Hybridfahrzeuge, intelligente Verkehrsleitsysteme und City-Logistik könnten direkt vor Ort getestet werden.
Foto © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Das Berliner Team wird auf dem Audi Urban Future Award 2014 seine Vision der Urban Tech Republic vorstellen. Foto © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
News & Stories › 2014 › September
Die europäische Antwort auf das Silicon Valley
von Martin Lewicki | 29. September 2014
Was geschieht mit dem Gelände des Flughafen Berlin-Tegel, wenn der Flughafen BER fertiggestellt wird?
Was passiert mit einem Flughafen, wenn er geschlossen wird? Mit dieser Frage beschäftigen sich Berliner Stadtplaner aktuell, denn in wenigen Jahren wird der Flughafen Tegel (TXL) durch den modernen Willy-Brandt-Flughafen (BER) vor den Toren der Hauptstadt ersetzt. Die Vision: Wo früher bis zu 20 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt wurden, entstehen bald urbane Technologien für die Stadt der Zukunft. Das könnte die europäische Antwort auf Silicon Valley werden.

Die Vision heißt: „Urban Tech Republic“. Wenn es nach den Initiatoren geht, sollen hier Lösungen und Produkte für neue urbane Herausforderungen entstehen und den Weg zu globalen Märkten finden. Ziel ist es, TXL zu einer Arbeits- und Begegnungsstätte für Startups, universitäre Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen zu entwickeln. Visionäre Ideen und kreative Konzepte sollen auf industrielles Know-how sowie aufgeschlossene Investoren treffen. Praktisch eine Kreativschmiede, die an das kalifornische Silicon Valley erinnert.

Tatsächlich bietet kaum ein anderer Ort derart gute Voraussetzungen für die Urban Tech Republic, wie Berlin. Laut eine aktuellen McKinsey-Studie gilt Berlin bereits als eine der führenden Startup-Metropolen Europas. "Um jedoch zu den international führenden Startup-Standorten aufzuschließen, muss Berlin seine guten Potenziale noch stärker nutzen", sagt Katrin Suder, Leiterin des Berliner McKinsey-Büros. Insbesondere bei der Förderung von Gründern und Talenten, bei der Kapitalbeschaffung für Gründer in der Wachstumsphase sowie bei der Vernetzung der Start-Ups mit etablierten Unternehmen sieht sie Verbesserungspotenzial. Alles Faktoren, die zum Erfolg des Silicon Valley beigetragen haben.

In Berlin soll diese Unternehmensphilosophie gezielt auf Urban Technologies angewendet werden. Denn der Trend zur Urbanisierung schreitet weltweit voran. Prognosen gehen davon aus, dass in den nächsten 40 Jahren bis zu 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden und das auf lediglich drei Prozent der Erdoberfläche. Die Folge: Megastädte, die alle bislang gekannten Dimensionen sprengen. Und das bringt enorme Probleme mit sich. Besondere Herausforderungen stellen die urbane Mobilität, die Energieversorgung sowie der Umgang mit Ressourcen dar. Zudem braucht es neue Materialien und intelligente Systeme, um die anstehenden Herausforderungen überhaupt bewältigen zu können. Deswegen sollen unten dem Begriff Urban Technologies, Lösungen für die Städte von morgen entwickelt und produziert werden.

Speziell bei der Elektromobilität will man bei der Urban Tech Republic einen Schwerpunkt setzten. Hier soll die Konzeption und Integration neuer Mobilitätskonzepte erprobt werden. In der „Werkstatt der Elektromobilität“ könnten sich beispielsweise Produzenten für E-Ladestationen oder neue Energieerzeugungstechnologien ansiedeln und den urbanen Raum Berlins als Forschungslabor nutzen. Antriebstechnik und Bauteile für Elektro-, beziehungsweise Hybridfahrzeuge, intelligente Verkehrsleitsysteme und City-Logistik könnten dann direkt vor Ort getestet werden.

Bei dem diesjährigen Audi Urban Future Award beschäftigt sich das Berliner Team mit der Frage, welchen Einfluss die Urban Tech Republic auf Berlins Verkehr haben wird und wie sich das Entwicklungszentrum mit seinen bis zu 25.000 Beschäftigten und Anwohnern effizient mit der Stadt verbinden lässt. Wie verhalten sich Menschenströme? Und wie legt man Wege im urbanen Raum am schnellsten zurück? Das Berliner Team begibt sich auf die Suche nach Antworten und wird sie im Zuge des Audi Urban Future Award 2014 vorstellen. Am Ende steht ein Beitrag, der nicht nur die Vision der Urban Tech Republic der Realität ein Stück näher bringen wird, sondern insgesamt die Mobilität der Zukunft aus einer neuen Perspektive beleuchtet.

Mehr Artikel zur Audi Urban Future Initiative 2014