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Eric Degenhardt - Konstruierte Volumen
von Vera Siegmund | 21. Februar 2008
Wenn Architektur so etwas wie die äußere Hülle, also die Haut eines Raumes ist, dann sind das Interieur und die Menschen, die es benutzen, sein Innenleben. Erst sie geben dem Raum seine Definition. Design ist somit die Schnittstelle zwischen einem Gebäude und seinem Innenleben.
Mit dieser entwaffnenden Logik begründet der Kölner Designer Eric Degenhardt seinen Wechsel von der einen zur anderen gestaltenden Disziplin. Wie viele Designer studierte er ursprünglich Architektur - und das ist seinen Möbeln durchaus anzusehen.Degenhardt konstruiert ihre Volumen aus geometrischen Einzelflächen, was ihnen eine sensible Sachlichkeit verleiht. So stehen sein Sessel und sein Sofa "Cup" auf den schmalen Kanten ihrer Seitenflächen, die sich, an einer dünnen grafischen Linie leicht abgewinkelt bis auf die gleiche Höhe der Rückenlehne hinaufziehen. Zwei weitere Beispiele verdeutlichen Degenhardts formale Verwurzelung im Design der Moderne: sein als Outdoor-Liegestuhl redesignter "Hirche-Chair" und das Beistellmöbel "Unit". Der Liegestuhl von Herbert Hirche ist in der Tradition des Bauhauses gestaltet und besteht aus einer separaten Lehn- und Sitzfläche - lediglich durch ein filigranes Stahlrohrgestell miteinander verbunden. Die Beinablage ist ein Extra-Modul. Der Stuhl ging nie über das Prototypen-Stadium hinaus. Erst seit 2000, anlässlich des 90. Geburtstages von Hirche, wird er von Richard Lampert in Serie produziert. Der Hersteller Lampert war es auch, der Degenhardt mit einem Beistelltisch für einen Sessel oder eine Couch beauftragte, der jedoch nicht nur Tisch, sondern auch selbst Sitzgelegenheit und vielseitiges Aufbewahrungsmöbel sein sollte. Heraus kam "Unit", ein nach Art von Charles und Ray Eames furnierter Holzrahmen, der mit seinen schmalen Trennwänden auch an die Leuchte "Fato" von Gio Ponti und dessen virtuose Gestaltung der Fläche erinnert.Wie losgelöst Degenhardt mit der Fläche als gestaltendes Element umgeht, zeigte er zusammen mit den Designern Ralf Bender und Sven-Anwar Bibi auf der imm Cologne 2005 bei Stylepark in Residence - Fusion und danach bei Boffi in Paris: Unter dem Thema Follies, sowohl die Bezeichnung für weitgehend sinnlose und zweckfreie Lustbauten, die höchst planvoll in die Landschaft integriert sind als auch ein Begriff, der den Zustand mentaler Unausgeglichenheit beschreibt, ließen die drei bandartige Strukturen aus zwei- und dreidimensionalen Flächen durch den Raum mäandern.www.eric-degenhardt.com
www.richard-lampert.de
Cup für Richard Lampert
Hirche Outdoor Lounge Chair für Richard Lampert
Follies, Ralf Bender, Sven-Anwar Bibi, Eric Degenhardt, Stylepark in Residence - Fusion
Eric Degenhardt
News & Stories › 2008 › Februar
Eric Degenhardt - Konstruierte Volumen
von Vera Siegmund | 21. Februar 2008
Wenn Architektur so etwas wie die äußere Hülle, also die Haut eines Raumes ist, dann sind das Interieur und die Menschen, die es benutzen, sein Innenleben. Erst sie geben dem Raum seine Definition. Design ist somit die Schnittstelle zwischen einem Gebäude und seinem Innenleben. Mit dieser entwaffnenden Logik begründet der Kölner Designer Eric Degenhardt seinen Wechsel von der einen zur anderen gestaltenden Disziplin.
Wenn Architektur so etwas wie die äußere Hülle, also die Haut eines Raumes ist, dann sind das Interieur und die Menschen, die es benutzen, sein Innenleben. Erst sie geben dem Raum seine Definition. Design ist somit die Schnittstelle zwischen einem Gebäude und seinem Innenleben.
Mit dieser entwaffnenden Logik begründet der Kölner Designer Eric Degenhardt seinen Wechsel von der einen zur anderen gestaltenden Disziplin. Wie viele Designer studierte er ursprünglich Architektur - und das ist seinen Möbeln durchaus anzusehen.Degenhardt konstruiert ihre Volumen aus geometrischen Einzelflächen, was ihnen eine sensible Sachlichkeit verleiht. So stehen sein Sessel und sein Sofa "Cup" auf den schmalen Kanten ihrer Seitenflächen, die sich, an einer dünnen grafischen Linie leicht abgewinkelt bis auf die gleiche Höhe der Rückenlehne hinaufziehen. Zwei weitere Beispiele verdeutlichen Degenhardts formale Verwurzelung im Design der Moderne: sein als Outdoor-Liegestuhl redesignter "Hirche-Chair" und das Beistellmöbel "Unit". Der Liegestuhl von Herbert Hirche ist in der Tradition des Bauhauses gestaltet und besteht aus einer separaten Lehn- und Sitzfläche - lediglich durch ein filigranes Stahlrohrgestell miteinander verbunden. Die Beinablage ist ein Extra-Modul. Der Stuhl ging nie über das Prototypen-Stadium hinaus. Erst seit 2000, anlässlich des 90. Geburtstages von Hirche, wird er von Richard Lampert in Serie produziert. Der Hersteller Lampert war es auch, der Degenhardt mit einem Beistelltisch für einen Sessel oder eine Couch beauftragte, der jedoch nicht nur Tisch, sondern auch selbst Sitzgelegenheit und vielseitiges Aufbewahrungsmöbel sein sollte. Heraus kam "Unit", ein nach Art von Charles und Ray Eames furnierter Holzrahmen, der mit seinen schmalen Trennwänden auch an die Leuchte "Fato" von Gio Ponti und dessen virtuose Gestaltung der Fläche erinnert.Wie losgelöst Degenhardt mit der Fläche als gestaltendes Element umgeht, zeigte er zusammen mit den Designern Ralf Bender und Sven-Anwar Bibi auf der imm Cologne 2005 bei Stylepark in Residence - Fusion und danach bei Boffi in Paris: Unter dem Thema Follies, sowohl die Bezeichnung für weitgehend sinnlose und zweckfreie Lustbauten, die höchst planvoll in die Landschaft integriert sind als auch ein Begriff, der den Zustand mentaler Unausgeglichenheit beschreibt, ließen die drei bandartige Strukturen aus zwei- und dreidimensionalen Flächen durch den Raum mäandern.www.eric-degenhardt.com
www.richard-lampert.de