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Hitzige Orte: Die One Man Sauna
von Thomas Wagner | 14. Juli 2014
Irgendwo im Nirgendwo des Ruhrgebiets steht die "One Man Sauna". Foto © modulorbeat
Sauna geht immer. Ganz gleich, ob es draußen sommerlich heiß ist oder man in einer jahreszeitlich untypischen Tiefdruckrinne eine Gänsehaut bekommt. Wer in trockener Hitze ordentlich transpiriert, reinigt die Haut und härtet sich ab. Die Finnen wissen das schon lange. Ein vorgeheiztes Saunahäuschen, ein paar Freunde und davor ein einsamer See zur Abkühlung – was kann es Schöneres geben!

Nun ist Bochum zwar nicht Finnland, doch wird das Saunieren hier nun trotzdem auf eine besondere Weise und überdies künstlerisch-architektonisch reizvoll praktiziert. Im Rahmen des „Detroit Projekts“ des Bochumer Schauspielhauses und des Festivals Urbane Künste Ruhr entstand nämlich das Projekt „One Man Sauna“. Hervorgegangen ist es aus dem Recherche-Labor „Borderlands“, das sich mit den Grenz- und Übergangsräumen der Stadt Bochum als einem Teil des urbanen Systems Ruhrgebiet auseinandersetzt. Zunächst wurde der Grenzraum Bochums als zusammenhängender Wahrnehmungsraum analysiert, danach collagierte das Architekturbüro „modulorbeat“ in den Arbeitsblättern dieser Recherche, den sogenannten „Feuilles de travail”, Fotografien typischer Randzonen Bochums mit einer Textsammlung zum Thema „Nichtstun”. Und schließlich baute das Künstlerkollektiv die One Man Sauna auf einer Fabrikbrache in Bochum.

Der Schwitzkasten für eine Person ist ein 7,5 Meter hoher Turm aus aufeinander gestapelten Betonfertigteilen, die eigentlich für den Bau von Schachtanlagen verwendet werden. Die Single-Sauna ist in übereinander liegende Funktionsschichten unterteilt, die durch Stegleitern miteinander verbunden sind: unten ein Tauchbecken, in der Mitte die Saunazelle, und ganz oben ein Ruheraum mit Himmelsblick. Auch wenn der betongraue Solitär mit seinen versetzen Bauteilen aus der Ferne aussieht wie ein bewehrter Kontrollturm auf einem Truppenübungsplatz, so könnte es doch gut sein, dass man, so allein an hitzigem Ort, einen kühlen Kopf bekommt. Wegen des Dolcefarniente, wie der Finne das nennt. Oder war es der Westfale? Leider wurde die Sauna inzwischen abgebaut und soll an einem anderen Ort wieder erstehen.


MEHR auf Stylepark:

Hitzige Orte - Baden in der Stadt und am Fluss: Kann es Schöneres geben, als an brütend-heißen Tagen, in einem kühlen Fluss zu schwimmen? Am besten mitten in der Stadt.
(18 Juli 2014)
Brachen, Randzonen und urbane Resträume können sehr wohl als Orte der Naherholung dienen. Foto © modulorbeat
Foto links: Die Sauna in der Größe eines Schrankes. Foto rechts: Die Ruhezone mit Blick in den Himmel. Fotos © Roman Mensing
Der Schwitzkasten für eine Person besteht aus aufeinander gestapelten Betonfertigteilen. Über Stegleitern sind die einzelnen Funktionsschichten miteinander verbunden.
Foto © Roman Mensing
Und so ist die Sauna aufgebaut: Schnitte und Grundrisse zum Bau. Zeichnungen © modulorbeat
Wildwuchs, Zelt und Sauna – das Ruhrgebiet kann romatisch sein. Foto © modulorbeat
Architektur › 2014 › Juli
Hitzige Orte: Die One Man Sauna
von Thomas Wagner | 14. Juli 2014
Nix gemischte Sauna! In Bochum werden nicht nur Grenzräume analysiert, hier wird auch ganz allein transpiriert.
Sauna geht immer. Ganz gleich, ob es draußen sommerlich heiß ist oder man in einer jahreszeitlich untypischen Tiefdruckrinne eine Gänsehaut bekommt. Wer in trockener Hitze ordentlich transpiriert, reinigt die Haut und härtet sich ab. Die Finnen wissen das schon lange. Ein vorgeheiztes Saunahäuschen, ein paar Freunde und davor ein einsamer See zur Abkühlung – was kann es Schöneres geben!

Nun ist Bochum zwar nicht Finnland, doch wird das Saunieren hier nun trotzdem auf eine besondere Weise und überdies künstlerisch-architektonisch reizvoll praktiziert. Im Rahmen des „Detroit Projekts“ des Bochumer Schauspielhauses und des Festivals Urbane Künste Ruhr entstand nämlich das Projekt „One Man Sauna“. Hervorgegangen ist es aus dem Recherche-Labor „Borderlands“, das sich mit den Grenz- und Übergangsräumen der Stadt Bochum als einem Teil des urbanen Systems Ruhrgebiet auseinandersetzt. Zunächst wurde der Grenzraum Bochums als zusammenhängender Wahrnehmungsraum analysiert, danach collagierte das Architekturbüro „modulorbeat“ in den Arbeitsblättern dieser Recherche, den sogenannten „Feuilles de travail”, Fotografien typischer Randzonen Bochums mit einer Textsammlung zum Thema „Nichtstun”. Und schließlich baute das Künstlerkollektiv die One Man Sauna auf einer Fabrikbrache in Bochum.

Der Schwitzkasten für eine Person ist ein 7,5 Meter hoher Turm aus aufeinander gestapelten Betonfertigteilen, die eigentlich für den Bau von Schachtanlagen verwendet werden. Die Single-Sauna ist in übereinander liegende Funktionsschichten unterteilt, die durch Stegleitern miteinander verbunden sind: unten ein Tauchbecken, in der Mitte die Saunazelle, und ganz oben ein Ruheraum mit Himmelsblick. Auch wenn der betongraue Solitär mit seinen versetzen Bauteilen aus der Ferne aussieht wie ein bewehrter Kontrollturm auf einem Truppenübungsplatz, so könnte es doch gut sein, dass man, so allein an hitzigem Ort, einen kühlen Kopf bekommt. Wegen des Dolcefarniente, wie der Finne das nennt. Oder war es der Westfale? Leider wurde die Sauna inzwischen abgebaut und soll an einem anderen Ort wieder erstehen.


MEHR auf Stylepark:

Hitzige Orte - Baden in der Stadt und am Fluss: Kann es Schöneres geben, als an brütend-heißen Tagen, in einem kühlen Fluss zu schwimmen? Am besten mitten in der Stadt.
(18 Juli 2014)