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Schnappschuss – Mythos Atelier
Was für den Architekten das Büro und für den Designer das Studio, das ist für den Künstler das Atelier. Wobei – ein Atelier ist eben doch etwas anderes als ein schnödes Büro oder eine von Teamarbeit geprägte Ideenschmiede. Wer durch die Ausstellung „Mythos Atelier“ in der Stuttgarter Staatsgalerie flaniert, dem fallen die Unterschiede sofort ins Auge. Denn seit der Romantik ist das Künstleratelier ein geradezu mythischer Ort, an dem sich Ideen tummeln, Musen einfinden und der artifex, wenn alles klappt, von der Inspiration geküsst wird.

Also wird im Atelier gemalt, gezeichnet, Gips gegossen oder fotografiert, es wird mit Sammlern und Kuratoren geplaudert, gefeiert, über Kollegen gelästert oder über Kunst im Allgemeinen oder ein Gemälde oder Installation im Besonderen nachgedacht. Es lässt sich aber auch feststellen: Auch wenn all das stattfindet, so ist das Atelier im Vergleich mit dem 19. Jahrhundert mittlerweile doch zu einem etwas anderen Ort geworden. Es ist nicht mehr selbstverständlich der Raum, in dem die Staffelei des Malers steht.

Früher gab es kaum ein Atelierbild, auf dem sie nicht zu sehen wäre. Weshalb die Staffelei nicht nur zum Zeichen für das Atelier selbst wird, sondern auch zum idealen Werbeträger. Wahrscheinlich warten deshalb kurz vor der Eröffnung in einem Raum der Alten Staatsgalerie jede Menge werbende Staffeleien auf die Besucher, die durchs Schlüsselloch des Bildes in die Kreativitätszentrale des Künstlers blicken wollen. tw


20. Dezember 2012
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News & Stories › 2012 › Dezember
Mythos Atelier
von Thomas Wagner | 20. Dezember 2012
Was für den Architekten das Büro und für den Designer das Studio, das ist für den Künstler das Atelier.
Was für den Architekten das Büro und für den Designer das Studio, das ist für den Künstler das Atelier. Wobei – ein Atelier ist eben doch etwas anderes als ein schnödes Büro oder eine von Teamarbeit geprägte Ideenschmiede. Wer durch die Ausstellung „Mythos Atelier“ in der Stuttgarter Staatsgalerie flaniert, dem fallen die Unterschiede sofort ins Auge. Denn seit der Romantik ist das Künstleratelier ein geradezu mythischer Ort, an dem sich Ideen tummeln, Musen einfinden und der artifex, wenn alles klappt, von der Inspiration geküsst wird.

Also wird im Atelier gemalt, gezeichnet, Gips gegossen oder fotografiert, es wird mit Sammlern und Kuratoren geplaudert, gefeiert, über Kollegen gelästert oder über Kunst im Allgemeinen oder ein Gemälde oder Installation im Besonderen nachgedacht. Es lässt sich aber auch feststellen: Auch wenn all das stattfindet, so ist das Atelier im Vergleich mit dem 19. Jahrhundert mittlerweile doch zu einem etwas anderen Ort geworden. Es ist nicht mehr selbstverständlich der Raum, in dem die Staffelei des Malers steht.

Früher gab es kaum ein Atelierbild, auf dem sie nicht zu sehen wäre. Weshalb die Staffelei nicht nur zum Zeichen für das Atelier selbst wird, sondern auch zum idealen Werbeträger. Wahrscheinlich warten deshalb kurz vor der Eröffnung in einem Raum der Alten Staatsgalerie jede Menge werbende Staffeleien auf die Besucher, die durchs Schlüsselloch des Bildes in die Kreativitätszentrale des Künstlers blicken wollen. tw