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„Well-Being 4.0“ ist das Motto des „Theme Park“ – der Trendschau der Heimtextil, die dieses Jahr federführend von der Trendagentur WGSN gestaltet wurde. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Stoff als Therapie
von Martina Metzner
15. Januar 2016
„Well-Being 4.0“ lautet das Motto der diesjährigen Heimtextil, die vom 12. bis 16. Januar in den Hallen der Messe Frankfurt stattfand. „Offline zu sein scheint kaum mehr möglich. Umso mehr haben wir das Bedürfnis nach Wohlbefinden und Wellness – verbunden mit dem innigen Wunsch nach einem Zuhause, das uns Ruhe schenkt und uns in Einklang bringt mit uns selbst“, sagt Olaf Schmidt, Vize-Präsident Textiles und Textile Technologies der Messe Frankfurt, den Begriff. Und so will die Heimtextil „schon jetzt ein klares Bild von künftigen Lebensräumen und einem neuen Lifestyle: ‚Well-Being 4.0’“ entwerfen. Dass Polsterstoffe, Gardinen, Bettwäsche, Teppiche in den privaten vier Wänden eine nicht unerhebliche Rolle für den Wohlfühlfaktor spielen, ist bekannt. Was aber bedeutet der Begriff „Well-Being 4.0“ nun im Kontext von Textilien?

Abschalten im Theme Park

Antworten auf die Frage soll die Trend-Schau „Theme Park“ auf der Heimtextil geben. An ihrer Gestaltung haben sich sieben internationale Trendagenturen beteiligt. Federführend war in diesem Jahr WGSN, die als eine der führendsten Trendforschungsagenturen gilt und Kunden wie Adidas, L’Oreal, Vitra oder auch VW berät. Mitten in Halle 6.0 hat WGSN fünf Pavillons aus Holzlamellen platziert, die wie Iglus anmuten. Jeder Pavillon ist einer Lifestylewelt gewidmet: „Retail“, „Hospitality“, „Technology“, „Craft“ und „Sustainability“. In diesen Trend-Iglus erlebt der Besucher Stoffmuster, Farben und Einrichtungsgegenstände der nächsten Saisons. Im Pavillon „Hospitality“ etwa werden lauwarme, feuchte Handtücher gereicht, ein barfüßiger Mann meditiert, um einen Teich reihen sich zarte, teils transparente Stores. Bei „Technology“ soll ein Cocooning-Sofa zum schnellen Abschalten mitten auf der Messe verhelfen – durch persönlich abgestimmte Farben und meditative Musik. „Es galt, den Theme Park intuitiver zu gestalten“, erklärt Lisa White, Creative Director von Lifestyle und Interiors bei WGSN, „Wir haben mit den Pavillons versucht, ein System von Planeten zu schaffen, in deren Welten man mit allen Sinnen eintauchen und abschalten kann.“

Im Vergleich zum „Theme Park“ der Heimtextil 2015 ist der diesjährige zu einem traditionellen Konzept eines Trendforums zurückgekehrt: Weniger Interaktion und mediale Aufbereitung, dafür mehr Fokus auf das Textile und eine Kontextualisierung in einem größeren Zusammenhang, der die Trends anschaulich werden lässt, ohne den Besucher zu überfordern. Der „Theme Park“ in diesem Jahr ist damit vor allem mit Blick auf den Fachbesucher gelungen. Allerdings ist er wenig aufregend – was ja mitunter beim Titel „Well-Being 4.0“ ein Ziel sein kann.

Gib dir Stoff

Auf den Moodboards, die sich um die Pavillons gruppieren, werden vier Themenwelten mittels Stoffmustern dargestellt: „Protect“, „Energise“, „Nourish“ und „Enrich“. „Protect“, beispielsweise, steht für „Abschalten“ und „Offline-Sein“, zu dem durch eine cleane Ästhetik, weiße und graue Nuancen sowie angeraute und weiche Texturen und Oberflächen verhelfen soll. Bei „Energise“ sollen dagegen grelle Farben, künstliche Materialien und glänzende Oberflächen anregend wirken. Mit der Stilrichtung „Nourish“ wird die viel besprochene Nachhaltigkeit mit jeder Menge Grün und allerlei Naturfasern abgebildet. Der Paukenschlag kommt zum Schluss mit „Enrich“: Dunkle Farben wie Ozeanblau, Erdbraun, Karminrot bis hin zu Schwarz sowie metallischer Glanz durch Gold und Silber stehen für Opulenz.

Soweit die Theorie der Trendagenturen. Welche Akzente setzen aber die führenden europäischen Heimtextil-Hersteller in Halle 3.0 und 3.1? Welche Innovationen zeigt die Branche in puncto Vorhänge, Tapeten, Polsterstoffe und Bettwäsche? Und wie ist überhaupt die Grundstimmung in der Branche? Erste Antworten gibt es am Stand mit einem überdimensionierten roten Kissen: Die im Jahr 2014 gegründete Initiative Textile Räume (ITR), die über 50 führende Hersteller wie etwa Création Baumann, Christian Fischbacher, Drapilux, Jab Anstoetz, Nya Nordiksa, Rasch, Sahco, Tisca Tiara und Zimmer + Rohde vereint, will hier auf ihre neue Kampagne „Gib dir Stoff“ aufmerksam machen. Dominik Rölli, Vice-President Sales und Marketing bei Création Baumann, ist Vorsitzender der ITR: „Stoffe im Raum haben es in den vergangenen Jahren durch die cleane Ästhetik schwer. Wir wollen durch kommunikative Maßnahmen den Endverbraucher wieder mehr für Textilien im Raum sensibilisieren und begeistern.“

Lass es Knittern!

An das abflauende Interesse an Heimtextilien in ihren Stammmärkten haben sich die Anbieter allerdings schon gewöhnt – und sich gerüstet. So konzentrieren sich viele verstärkt auf Kunden in Russland, den Vereinten Amerikanischen Staaten, aber auch auf den Nahen Osten, wo Heimtextilen nach wie vor einen hohen Stellenwert haben. Andererseits will man in den Heimatmärkten neue Begehrlichkeiten wecken, wie Martin Buhmann, ehemaliger Geschäftsführer der Marburger Tapetenfabrik und weiterhin aktiv, erklärt. Gerade das Thema „Struktur“ an Wänden ist eine wichtige Entwicklung für den Hersteller, da glatte Tapeten angesichts der Tendenz zum einfachen Streichen der Wände auf Putz oder Vlies kaum eine Chance mehr hätten. Während man bei der Marburger Tapetenfabrik die „Crush“-Tapete wieder aufgelegt hat, die nach einem einzigartigen Verfahren Falten wirft, sind es bei Arte Tapeten mit kleinen Gummi-Noppen, Flechtwerken aus Bananenrinde oder Textilien, die den Wänden fühlbare Struktur verleihen sollen. Arte, die auch für den gehobenen Retail wie Louis Vuitton oder Gucci produzieren, sprechen daher nicht mehr von Tapete, sondern von Wandbekleidung. Ein weiterer Aufsteiger in diesem Zusammenhang sind Wandpaneele, etwa vom belgischen Anbieter NMC, der seine Kollektion um die Modelle „Square“ – handgroße, dreidimensionale Quadrate – sowie „Stripe“ – schräge, horizontale Lamellen mit LED-Option – erweitert hat. Die Paneele sind aus Polyurethan, leicht anzubringen und nach Gusto zu streichen. Gerade in der Hotellerie und im Einzelhandel seien diese Wandschmücker sehr gefragt, erfährt man bei NMC. Dreidimensional und äußerst architektonisch wirken auch die neuen Plissee-Fenster-Stores, die Jab Anstoetz auf der Messe vorstellt: „Maze“ und „Silk Architella“. Gerade das wabenartige „Maze“ dürfte Architekten begeistern, da es nicht nur als Sonnenschutz am Fenster, sondern auch als Raumteiler bis zu drei Metern eingesetzt werden kann.

Zwischen Glanz und Gloria

Auch bei den Vorhangstoffen sind aufwendige Texturen im Aufwind, wie der türkische Anbieter Difference Marteks erklärt, der Textilediteure wie Jab Anstoetz, Kinnasand oder Nya Nordiska beliefert. Alles, was ausschaut wie nicht gebügelt und gerade aus der Waschmaschine gezogen, wirke edel. Daneben würden Naturfasern in neuen Mischungen eine große Rolle spielen, Leinen mit Lurex etwa. Natur als Maßstab: Bei Zimmer + Rohde zeigt sich Geschäftsführer Andreas Zimmer begeistert, wie natürlich und weich heutzutage künstliche Garne wirken. Auch bei Drapilux zeigt man, wie schwer entflammbare Objekttextilien attraktiv sein können – mit einem Bicolor-Webstoff aus Trevira CS. Bei Christian Fischbacher hingegen stellt man unter dem Namen „ECO FR“ einen feuerfesten Objektstoff aus einer Leinen-, Viskose- und Baumwolle-Mischung vor, der bis zu 1.000 Grad Celsius hitzebeständig sei.

Vor allem zwei Themen sind an den Messeständen immer wieder präsent: Unter „Natur“ versammelt sich so ziemlich alles, was natürliche Materialien mit Farben kombiniert, deren unterschiedlichste Nuancen von Grau und sonore Blautöne an die skandinavische Küste erinnern. Unter dem Begriff „Opulenz“ kann man Arrangements aus Gold und Silber zusammenfassen, die mit dunklen Tönen, insbesondere der Kombination aus Schwarz zu Senfgelb, angereichert werden. Was die Trends anbelangt, so sind die Agenturen nicht weit nach vorn galoppiert, denn die Themen der Hersteller sind mit den Präsentationen auf dem „Theme Park“ durchaus verwandt. Und wem es beliebt, der fühlt sich damit zuhause auch wohl – oder spart gar den Lebensberater. Ob das dann „Well Being 4.0“ ist?

www.heimtextil-theme-park.com

www.gib-dir-stoff.com


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Berichte, Interviews, Studien: Das große Spezial zur Heimtextil lesen Sie hier >>
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News & Stories › 2016 › Januar
Stoff als Therapie
von Martina Metzner | 15. Januar 2016
Während strukturierte Oberflächen für Tapeten, Polsterstoffe und Vorhänge für Aufregung sorgen, sollen unter dem Motto „Well-Being 4.0“ Textilien Ruhe und Entspannung fördern: Ein Rundgang über die Heimtextil in Frankfurt.
„Well-Being 4.0“ lautet das Motto der diesjährigen Heimtextil, die vom 12. bis 16. Januar in den Hallen der Messe Frankfurt stattfand. „Offline zu sein scheint kaum mehr möglich. Umso mehr haben wir das Bedürfnis nach Wohlbefinden und Wellness – verbunden mit dem innigen Wunsch nach einem Zuhause, das uns Ruhe schenkt und uns in Einklang bringt mit uns selbst“, sagt Olaf Schmidt, Vize-Präsident Textiles und Textile Technologies der Messe Frankfurt, den Begriff. Und so will die Heimtextil „schon jetzt ein klares Bild von künftigen Lebensräumen und einem neuen Lifestyle: ‚Well-Being 4.0’“ entwerfen. Dass Polsterstoffe, Gardinen, Bettwäsche, Teppiche in den privaten vier Wänden eine nicht unerhebliche Rolle für den Wohlfühlfaktor spielen, ist bekannt. Was aber bedeutet der Begriff „Well-Being 4.0“ nun im Kontext von Textilien?

Abschalten im Theme Park

Antworten auf die Frage soll die Trend-Schau „Theme Park“ auf der Heimtextil geben. An ihrer Gestaltung haben sich sieben internationale Trendagenturen beteiligt. Federführend war in diesem Jahr WGSN, die als eine der führendsten Trendforschungsagenturen gilt und Kunden wie Adidas, L’Oreal, Vitra oder auch VW berät. Mitten in Halle 6.0 hat WGSN fünf Pavillons aus Holzlamellen platziert, die wie Iglus anmuten. Jeder Pavillon ist einer Lifestylewelt gewidmet: „Retail“, „Hospitality“, „Technology“, „Craft“ und „Sustainability“. In diesen Trend-Iglus erlebt der Besucher Stoffmuster, Farben und Einrichtungsgegenstände der nächsten Saisons. Im Pavillon „Hospitality“ etwa werden lauwarme, feuchte Handtücher gereicht, ein barfüßiger Mann meditiert, um einen Teich reihen sich zarte, teils transparente Stores. Bei „Technology“ soll ein Cocooning-Sofa zum schnellen Abschalten mitten auf der Messe verhelfen – durch persönlich abgestimmte Farben und meditative Musik. „Es galt, den Theme Park intuitiver zu gestalten“, erklärt Lisa White, Creative Director von Lifestyle und Interiors bei WGSN, „Wir haben mit den Pavillons versucht, ein System von Planeten zu schaffen, in deren Welten man mit allen Sinnen eintauchen und abschalten kann.“

Im Vergleich zum „Theme Park“ der Heimtextil 2015 ist der diesjährige zu einem traditionellen Konzept eines Trendforums zurückgekehrt: Weniger Interaktion und mediale Aufbereitung, dafür mehr Fokus auf das Textile und eine Kontextualisierung in einem größeren Zusammenhang, der die Trends anschaulich werden lässt, ohne den Besucher zu überfordern. Der „Theme Park“ in diesem Jahr ist damit vor allem mit Blick auf den Fachbesucher gelungen. Allerdings ist er wenig aufregend – was ja mitunter beim Titel „Well-Being 4.0“ ein Ziel sein kann.

Gib dir Stoff

Auf den Moodboards, die sich um die Pavillons gruppieren, werden vier Themenwelten mittels Stoffmustern dargestellt: „Protect“, „Energise“, „Nourish“ und „Enrich“. „Protect“, beispielsweise, steht für „Abschalten“ und „Offline-Sein“, zu dem durch eine cleane Ästhetik, weiße und graue Nuancen sowie angeraute und weiche Texturen und Oberflächen verhelfen soll. Bei „Energise“ sollen dagegen grelle Farben, künstliche Materialien und glänzende Oberflächen anregend wirken. Mit der Stilrichtung „Nourish“ wird die viel besprochene Nachhaltigkeit mit jeder Menge Grün und allerlei Naturfasern abgebildet. Der Paukenschlag kommt zum Schluss mit „Enrich“: Dunkle Farben wie Ozeanblau, Erdbraun, Karminrot bis hin zu Schwarz sowie metallischer Glanz durch Gold und Silber stehen für Opulenz.

Soweit die Theorie der Trendagenturen. Welche Akzente setzen aber die führenden europäischen Heimtextil-Hersteller in Halle 3.0 und 3.1? Welche Innovationen zeigt die Branche in puncto Vorhänge, Tapeten, Polsterstoffe und Bettwäsche? Und wie ist überhaupt die Grundstimmung in der Branche? Erste Antworten gibt es am Stand mit einem überdimensionierten roten Kissen: Die im Jahr 2014 gegründete Initiative Textile Räume (ITR), die über 50 führende Hersteller wie etwa Création Baumann, Christian Fischbacher, Drapilux, Jab Anstoetz, Nya Nordiksa, Rasch, Sahco, Tisca Tiara und Zimmer + Rohde vereint, will hier auf ihre neue Kampagne „Gib dir Stoff“ aufmerksam machen. Dominik Rölli, Vice-President Sales und Marketing bei Création Baumann, ist Vorsitzender der ITR: „Stoffe im Raum haben es in den vergangenen Jahren durch die cleane Ästhetik schwer. Wir wollen durch kommunikative Maßnahmen den Endverbraucher wieder mehr für Textilien im Raum sensibilisieren und begeistern.“

Lass es Knittern!

An das abflauende Interesse an Heimtextilien in ihren Stammmärkten haben sich die Anbieter allerdings schon gewöhnt – und sich gerüstet. So konzentrieren sich viele verstärkt auf Kunden in Russland, den Vereinten Amerikanischen Staaten, aber auch auf den Nahen Osten, wo Heimtextilen nach wie vor einen hohen Stellenwert haben. Andererseits will man in den Heimatmärkten neue Begehrlichkeiten wecken, wie Martin Buhmann, ehemaliger Geschäftsführer der Marburger Tapetenfabrik und weiterhin aktiv, erklärt. Gerade das Thema „Struktur“ an Wänden ist eine wichtige Entwicklung für den Hersteller, da glatte Tapeten angesichts der Tendenz zum einfachen Streichen der Wände auf Putz oder Vlies kaum eine Chance mehr hätten. Während man bei der Marburger Tapetenfabrik die „Crush“-Tapete wieder aufgelegt hat, die nach einem einzigartigen Verfahren Falten wirft, sind es bei Arte Tapeten mit kleinen Gummi-Noppen, Flechtwerken aus Bananenrinde oder Textilien, die den Wänden fühlbare Struktur verleihen sollen. Arte, die auch für den gehobenen Retail wie Louis Vuitton oder Gucci produzieren, sprechen daher nicht mehr von Tapete, sondern von Wandbekleidung. Ein weiterer Aufsteiger in diesem Zusammenhang sind Wandpaneele, etwa vom belgischen Anbieter NMC, der seine Kollektion um die Modelle „Square“ – handgroße, dreidimensionale Quadrate – sowie „Stripe“ – schräge, horizontale Lamellen mit LED-Option – erweitert hat. Die Paneele sind aus Polyurethan, leicht anzubringen und nach Gusto zu streichen. Gerade in der Hotellerie und im Einzelhandel seien diese Wandschmücker sehr gefragt, erfährt man bei NMC. Dreidimensional und äußerst architektonisch wirken auch die neuen Plissee-Fenster-Stores, die Jab Anstoetz auf der Messe vorstellt: „Maze“ und „Silk Architella“. Gerade das wabenartige „Maze“ dürfte Architekten begeistern, da es nicht nur als Sonnenschutz am Fenster, sondern auch als Raumteiler bis zu drei Metern eingesetzt werden kann.

Zwischen Glanz und Gloria

Auch bei den Vorhangstoffen sind aufwendige Texturen im Aufwind, wie der türkische Anbieter Difference Marteks erklärt, der Textilediteure wie Jab Anstoetz, Kinnasand oder Nya Nordiska beliefert. Alles, was ausschaut wie nicht gebügelt und gerade aus der Waschmaschine gezogen, wirke edel. Daneben würden Naturfasern in neuen Mischungen eine große Rolle spielen, Leinen mit Lurex etwa. Natur als Maßstab: Bei Zimmer + Rohde zeigt sich Geschäftsführer Andreas Zimmer begeistert, wie natürlich und weich heutzutage künstliche Garne wirken. Auch bei Drapilux zeigt man, wie schwer entflammbare Objekttextilien attraktiv sein können – mit einem Bicolor-Webstoff aus Trevira CS. Bei Christian Fischbacher hingegen stellt man unter dem Namen „ECO FR“ einen feuerfesten Objektstoff aus einer Leinen-, Viskose- und Baumwolle-Mischung vor, der bis zu 1.000 Grad Celsius hitzebeständig sei.

Vor allem zwei Themen sind an den Messeständen immer wieder präsent: Unter „Natur“ versammelt sich so ziemlich alles, was natürliche Materialien mit Farben kombiniert, deren unterschiedlichste Nuancen von Grau und sonore Blautöne an die skandinavische Küste erinnern. Unter dem Begriff „Opulenz“ kann man Arrangements aus Gold und Silber zusammenfassen, die mit dunklen Tönen, insbesondere der Kombination aus Schwarz zu Senfgelb, angereichert werden. Was die Trends anbelangt, so sind die Agenturen nicht weit nach vorn galoppiert, denn die Themen der Hersteller sind mit den Präsentationen auf dem „Theme Park“ durchaus verwandt. Und wem es beliebt, der fühlt sich damit zuhause auch wohl – oder spart gar den Lebensberater. Ob das dann „Well Being 4.0“ ist?

www.heimtextil-theme-park.com

www.gib-dir-stoff.com


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