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Stühle in ganz neuem Licht
11. Juni 2015
Bruno Ehrs enthüllt mit seinem auf den „Eye Chair“ gerichteten Zeigefinger sich selbst, der Schöpfer dieses Fotos. Foto © Bruno Ehrs
Für Alexander Lervik sind die Fotografien seiner Möbel nicht einfach etwas, was am Ende des Arbeitsprozesses auch noch erledigt werden muss. Ganz im Gegenteil. Dem schwedischen Designer, der für seine Möbel mit Firmen wie Design House Stockholm, Johanson, Skandiform und Moroso zusammenarbeitet, sind sie nicht weniger wichtig als das Produkt selbst. Auch wenn reine Produktfotografie weniger auf Resonanz stößt als beispielsweise Modefotografie, so entscheiden gute Aufnahmen im digitalen Zeitalter doch mehr denn je über Erfolg oder Misserfolg eines Produkts. „Wieso eigentlich?“, hat sich Lervik gefragt. Wohl auch, weil die sachlichen Fotografien von Produkten respektive Designobjekten zumeist der Präsentation neuer Produkte und deren Verkauf dienen. Um originelle Inszenierungen eigenständiger Objekte geht es dabei eher weniger, weshalb die Dinge und ihr Bild oft genug spröde wirken.

Diese sachliche Art der Fotografie, die zumeist im Studio und vor neutralem Hintergrund stattfindet, hat Lervik hinterfragt und 15 prominente Fotografen, mit denen er befreundet ist, gebeten, je einen seiner Entwürfe einmal ganz anders zu fotografieren. Das Spannende daran ist: Alle Fotografen sind normalerweise auf ganz unterschiedlichsten Feldern tätig. Reine Produktfotografie ist den meisten fremd. Martin Parr etwa gilt als kritischer Gesellschaftsfotograf, der nicht nur die schönen Seiten der Menschen fotografiert, Andreas Ackerup hält Mode in exzentrischer Manier fest, und die Fotografin Annika von Hausswolff hat 1999 im Nordic Pavillon an der Kunstbiennale in Venedig teilgenommen. Hinzu kommt: Lervik schickte den Fotografen seine Stühle einfach – ohne Vorgaben zu machen.

Herausgekommen sind Bilder jenseits gewöhnlicher, auf Perfektion getrimmter und kommerzieller Produktfotografie: Die Aufnahmen inszenieren das jeweilige Objekt in ganz unterschiedlicher Weise, sie gegen den Möbeln von Alexander Lervik einen Charakter und erschaffen um sie eine besondere Aura. In dem Bildband „15 Years, 15 Photographers, 15 Chairs“ erklären die Fotografen zudem, wieso und weshalb es zu eben jenem Bild gekommen ist: Etwa, dass einige gar nichts mit Design anfangen können. Oder, dass es bei manchen mehr als einen Tag, gar einige Wochen gedauert hat, bis das Bild im Kasten war. Entstanden sind besondere Situationen und gehuldigt wird einem zuweilen extravaganten Blick, der weit über das hinausgeht, was eine schlichte Objektfotografie anbietet. Und der den Betrachter lehrt, das Gewöhnliche einmal ganz anders zu sehen. (mm)

www.lervik.se
Andreas Ackerup wollte nur die Wandgemälde des Londoner Hauses mit dem „Cabin Chair“ verbinden... und sprang selbst ins Bild. Foto © Andreas Ackerup
Fashion-Fotografin Elisabeth Toll nahm den „Rib Chair“ (Johanson Design) mit auf eine Reise – und am Ende wurden sie gute Freunde. Foto © Elisabeth Toll
Den „Studio Chair“ (Johanson Design) arrangierte die schwedische Kunstfotografin Annika von Hausswolff als einen Gast im Atelier (links). Und Gunnar Smoliansky inszenierte den „Red Chair“ (Gallery Pascale) im Stockholmer Stadtarchiv. Foto © Annika von Hausswolff, Foto © Gunnar Smoliansky
Design-Fotografien Helén Pe brauchte einen Tag, um dem Sessel (Skandiform) die Aura eines „Familienmitgliedes“ zu verleihen. Foto © Helén Pe
Kulturfotograf Mats Bäcker hat sich für das Foto des „Diva Bar Stool“ (Johanson Design) die Artisten des Cirkus Cirkör zur Hilfe geholt. Foto © Mats Bäcker
Das Mädchen auf dem „Piano Chair“ (Johanson Design) hat nichts mit der Welt des Nachtlebens gemein, so die Urheberin des Bildes Julia Peirone. Und Gesellschaftsfotograf Martin Parr kann mit Design nicht viel anfangen, also nahm er den Stuhl (Skandiform) einfach auf einen Spaziergang mit.
Foto © Julia Peirone, Foto © Martin Parr
Brendan Austin hat sich nach langer Suche für einen See entschieden, um „Sense Light Swing“ (SAAS Instruments) abzulichten. Foto © Brendan Austin
Die organischen Formen des „44 Easy Chair“ (Daredutch) wollte Vee Speers mit einem menschlichen Körper unterstützen. Foto © Vee Speers
Jedes Jahr veranstaltet Mary Ellen Mark eine Hundeparty – und kombinierte dies mit dem „Nest Chair“ (Johanson Design). Foto © Mary Ellen Mark
„15 Years, 15 Photographers, 15 Chairs“ von Alexander Lervik. Foto © Alexander Lervik
Produkte
Skandiform: Boomerang @ Stylepark
Skandiform
Boomerang
Alexander Lervik
Skandiform: Jeffersson Sofa @ Stylepark
Skandiform
Jeffersson Sofa
Alexander Lervik
Skandiform: Jeffersson Bartisch @ Stylepark
Skandiform
Jeffersson Bartisch
Alexander Lervik
Skandiform: Lounge Sessel @ Stylepark
Skandiform
Lounge Sessel
Alexander Lervik
Skandiform: Jefferson Barhocker @ Stylepark
Skandiform
Jefferson Barhocker
Alexander Lervik
Skandiform: Jeffersson Sessel groß @ Stylepark
Skandiform
Jeffersson Sessel groß
Alexander Lervik
News & Stories › 2015 › Juni
Stühle in ganz neuem Licht
von Martina Metzner | 11. Juni 2015
Der schwedische Designer Alexander Lervik hat prominente und mit ihm befreundete Fotografinnen und Fotografen gebeten, seine Entwürfe zu fotografieren. Entstanden sind starke Bilder, die Lerviks Möbeln einen ganz besonderen Charakter verleihen.
Für Alexander Lervik sind die Fotografien seiner Möbel nicht einfach etwas, was am Ende des Arbeitsprozesses auch noch erledigt werden muss. Ganz im Gegenteil. Dem schwedischen Designer, der für seine Möbel mit Firmen wie Design House Stockholm, Johanson, Skandiform und Moroso zusammenarbeitet, sind sie nicht weniger wichtig als das Produkt selbst. Auch wenn reine Produktfotografie weniger auf Resonanz stößt als beispielsweise Modefotografie, so entscheiden gute Aufnahmen im digitalen Zeitalter doch mehr denn je über Erfolg oder Misserfolg eines Produkts. „Wieso eigentlich?“, hat sich Lervik gefragt. Wohl auch, weil die sachlichen Fotografien von Produkten respektive Designobjekten zumeist der Präsentation neuer Produkte und deren Verkauf dienen. Um originelle Inszenierungen eigenständiger Objekte geht es dabei eher weniger, weshalb die Dinge und ihr Bild oft genug spröde wirken.

Diese sachliche Art der Fotografie, die zumeist im Studio und vor neutralem Hintergrund stattfindet, hat Lervik hinterfragt und 15 prominente Fotografen, mit denen er befreundet ist, gebeten, je einen seiner Entwürfe einmal ganz anders zu fotografieren. Das Spannende daran ist: Alle Fotografen sind normalerweise auf ganz unterschiedlichsten Feldern tätig. Reine Produktfotografie ist den meisten fremd. Martin Parr etwa gilt als kritischer Gesellschaftsfotograf, der nicht nur die schönen Seiten der Menschen fotografiert, Andreas Ackerup hält Mode in exzentrischer Manier fest, und die Fotografin Annika von Hausswolff hat 1999 im Nordic Pavillon an der Kunstbiennale in Venedig teilgenommen. Hinzu kommt: Lervik schickte den Fotografen seine Stühle einfach – ohne Vorgaben zu machen.

Herausgekommen sind Bilder jenseits gewöhnlicher, auf Perfektion getrimmter und kommerzieller Produktfotografie: Die Aufnahmen inszenieren das jeweilige Objekt in ganz unterschiedlicher Weise, sie gegen den Möbeln von Alexander Lervik einen Charakter und erschaffen um sie eine besondere Aura. In dem Bildband „15 Years, 15 Photographers, 15 Chairs“ erklären die Fotografen zudem, wieso und weshalb es zu eben jenem Bild gekommen ist: Etwa, dass einige gar nichts mit Design anfangen können. Oder, dass es bei manchen mehr als einen Tag, gar einige Wochen gedauert hat, bis das Bild im Kasten war. Entstanden sind besondere Situationen und gehuldigt wird einem zuweilen extravaganten Blick, der weit über das hinausgeht, was eine schlichte Objektfotografie anbietet. Und der den Betrachter lehrt, das Gewöhnliche einmal ganz anders zu sehen. (mm)

www.lervik.se