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Systemoptimierung: Team Mexiko
von Adeline Seidel | 21. April 2014
Zu Stoßzeiten ist der Verkehrskorridor Reforma-Santa Fé ein einziges Nadelöhr. Foto © Audi Urban Future Initiative
Noch vor zwanzig Jahren war Santa Fé nichts weiter als eine Kiesgrube am Rand von Mexiko-Stadt. Heute ist es ein junger Geschäftsbezirk mit zahlreichen Bürotürmen, Firmenzentralen und ein, zwei Shopping-Centern. Nur 35.000 Menschen wohnen in Santa Fé, doch täglich pendeln über 200.000 Menschen mit dem Auto in den auf 3.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Stadtteil. Angebunden an das Stadtzentrum von Mexiko-Stadt ist Santa Fé allein über die „Reforma“, die Hauptverkehrsader von Ost nach West, die sich durch Mexiko-Stadt schneidet. Zu Stoßzeiten ist der Verkehrskorridor Reforma-Santa Fé ein einziges Nadelöhr: Durchschnittlich verbringen die Pendler auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause zweieinhalb Stunden im Stau. Und weitere Bürogebäude sind in Planung, mit der Konsequenz, dass die Anzahl der Pendler weiter steigen wird – und damit auch der permanente Stau.

Wie soll es also weiter gehen mit dem Nadelöhr Reforma-Santa Fé? Bei der Entwicklung des Gebietes hat man den öffentlichen Nahverkehr nicht eingeplant. Und eine nachträgliche Verbesserung der Situation durch entsprechende Infrastrukturprojekte ist nur eingeschränkt möglich. Was können also Interessensgruppen von Bürgern, Firmen und Stadt dazu beitragen, die Verkehrssituation zu verbessern? Diese Frage stellt das diesjährige Team des Audi Urban Future Awards aus Mexiko-Stadt. Das Team besteht aus dem Architekten und Stadtplaner José Castillo, dem IT-Wissenschaftler Carlos Gershenson und der Kuratorin und Autorin Gabriella Gomez Mont.

José Castillo ist Mitgründer des Architekturbüros „architecture911sc“ und Professor an der Harvard University. Er kennt die Stadtstrukturen von Mexiko-Stadt wie seine Westentasche: Hier ist er aufgewachsen, hier hat er zahlreiche Projekte realisiert und geplant. Gabriella Gomez Mont leitet das „Laboratorio Para La Ciudad“. Ein „Laboratorium“, in dem erstmalig Bottom-Up-Planungsstrategien mit Bürgern in Mexiko-Stadt initialisiert und durchgeführt werden. Diese Institution ist ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, städtische Projekte gemeinsam mit Kommunen und Stadtbewohnern zu entwickeln und in der Gemeinschaft zu verankern. Der Dritte im Team, Carlos Gershenson, ist Datenspezialist und forscht an der Universidad Nacional de Mexico zu komplexen, sich selbst organisierenden Systemen. Er spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Informationen zu Systemen zusammenzufassen.

Herausforderung für das mexikanische Team wird es sein, die Basis-Parameter für ihr Projekt zu evaluieren. Denn bisher gibt es in Mexiko-Stadt für den Individualverkehr keine Datengrundlage. Ziel des Wettbewerbsbeitrages in Mexiko-Stadt ist es, dass Mobilität anpassungs- und lernfähig, robust und selbstorganisierend wird. Hierfür benötigt das Team Sensoren und „Datenspender“. Die so gewonnen Echtzeitdaten sollen mit historischen Verkehrsdaten verknüpft werden, mit dem Ziel, Bedürfnisse und Zusammenhänge zu erkennen und damit die Grundlage für neue Mobilitätsangebote zu schaffen, die Stau und Stress reduzieren sollen.


Der „Audi Urban Future Award" wird kuratiert von Stylepark.

Das AUFA-Team Mexiko-Stadt (v.l.n.r.): José Castillo, Gabriella Gomez-Mont and Carlos Gershenson. Foto © Audi Urban Future Initiative
Noch vor zwanzig Jahren war Santa Fé nichts weiter als eine Kiesgrube am Rand von Mexiko-Stadt. Foto © Audi Urban Future Initiative
News & Stories › 2014 › April
Systemoptimierung: Team Mexiko
von Adeline Seidel | 21. April 2014
Mexiko-Stadt ist ja bekannt für seine Verkehrsprobleme. Jeden Tag verbringen Pendler mehr als zwei Stunden im Stau. José Castillo, Carlos Gershenson und Gabriella Gomez-Mont sind auf der Suche nach Lösungen für dieses Verkehrsproblem.
Noch vor zwanzig Jahren war Santa Fé nichts weiter als eine Kiesgrube am Rand von Mexiko-Stadt. Heute ist es ein junger Geschäftsbezirk mit zahlreichen Bürotürmen, Firmenzentralen und ein, zwei Shopping-Centern. Nur 35.000 Menschen wohnen in Santa Fé, doch täglich pendeln über 200.000 Menschen mit dem Auto in den auf 3.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Stadtteil. Angebunden an das Stadtzentrum von Mexiko-Stadt ist Santa Fé allein über die „Reforma“, die Hauptverkehrsader von Ost nach West, die sich durch Mexiko-Stadt schneidet. Zu Stoßzeiten ist der Verkehrskorridor Reforma-Santa Fé ein einziges Nadelöhr: Durchschnittlich verbringen die Pendler auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause zweieinhalb Stunden im Stau. Und weitere Bürogebäude sind in Planung, mit der Konsequenz, dass die Anzahl der Pendler weiter steigen wird – und damit auch der permanente Stau.

Wie soll es also weiter gehen mit dem Nadelöhr Reforma-Santa Fé? Bei der Entwicklung des Gebietes hat man den öffentlichen Nahverkehr nicht eingeplant. Und eine nachträgliche Verbesserung der Situation durch entsprechende Infrastrukturprojekte ist nur eingeschränkt möglich. Was können also Interessensgruppen von Bürgern, Firmen und Stadt dazu beitragen, die Verkehrssituation zu verbessern? Diese Frage stellt das diesjährige Team des Audi Urban Future Awards aus Mexiko-Stadt. Das Team besteht aus dem Architekten und Stadtplaner José Castillo, dem IT-Wissenschaftler Carlos Gershenson und der Kuratorin und Autorin Gabriella Gomez Mont.

José Castillo ist Mitgründer des Architekturbüros „architecture911sc“ und Professor an der Harvard University. Er kennt die Stadtstrukturen von Mexiko-Stadt wie seine Westentasche: Hier ist er aufgewachsen, hier hat er zahlreiche Projekte realisiert und geplant. Gabriella Gomez Mont leitet das „Laboratorio Para La Ciudad“. Ein „Laboratorium“, in dem erstmalig Bottom-Up-Planungsstrategien mit Bürgern in Mexiko-Stadt initialisiert und durchgeführt werden. Diese Institution ist ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, städtische Projekte gemeinsam mit Kommunen und Stadtbewohnern zu entwickeln und in der Gemeinschaft zu verankern. Der Dritte im Team, Carlos Gershenson, ist Datenspezialist und forscht an der Universidad Nacional de Mexico zu komplexen, sich selbst organisierenden Systemen. Er spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Informationen zu Systemen zusammenzufassen.

Herausforderung für das mexikanische Team wird es sein, die Basis-Parameter für ihr Projekt zu evaluieren. Denn bisher gibt es in Mexiko-Stadt für den Individualverkehr keine Datengrundlage. Ziel des Wettbewerbsbeitrages in Mexiko-Stadt ist es, dass Mobilität anpassungs- und lernfähig, robust und selbstorganisierend wird. Hierfür benötigt das Team Sensoren und „Datenspender“. Die so gewonnen Echtzeitdaten sollen mit historischen Verkehrsdaten verknüpft werden, mit dem Ziel, Bedürfnisse und Zusammenhänge zu erkennen und damit die Grundlage für neue Mobilitätsangebote zu schaffen, die Stau und Stress reduzieren sollen.


Der „Audi Urban Future Award" wird kuratiert von Stylepark.