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Unter die Haut der Marke
von Nancy Jehmlich | 6. Juli 2009
Simon Pengelly

Für das italienische Unternehmen Arper entwarf der britische Designer Simon Pengelly den Tisch „Nuur" und den Barhocker „Babar". Arper gab den Produkten ihren Namen und unterstrich damit ihren einzigartigen Charakter. Babar, abgeleitet von Babar, der Elefant, überrascht mit seiner weichen Haut. Nuur heißt ein klarer, ruhiger See inmitten einer Wüste der Mongolei. Ein Gespräch mit Simon Pengelly über leises und zeitloses Design.

Sie waren sehr jung als Sie das erste Mal in Kontakt mit Möbeldesign kamen. Ist diese Arbeit ihre Berufung?
Simon Pengelly: Mein Vater ist Möbeldesigner und so kam ich zu dem Beruf. Bei mir funktioniert vor allem die kreative Seite des Gehirns, weniger die mathematische. Diese Neigung scheint eine Veranlagung zu sein. Ich wollte verstehen, wie man ein Möbelstück entwirft und was alles dazu gehört. Mich haben die verschiedenen Materialien interessiert, welches Potenzial sie haben. Ich mag es, in die Strukturen der Materialen einzudringen und die besten Eigenschaften aus den Werkstoffen herauszuholen. Das ist meine wahre Inspiration. Sehr einfach, wirklich!

Gab es Persönlichkeiten oder Strömungen, die Sie in ihrer Entwicklung beeinflusst haben?
Pengelly: Auf jeden Fall Hans Wegner, der dänische Designer. Er ist großartig.

Meinen Sie, dass es für einen Designer unumgänglich ist ein Handwerk zu erlernen?
Pengelly: Aus meiner Sicht und Erfahrung, würde ich sagen, ja. Es gibt viele Designer, die nicht verstehen, wie die Dinge zusammen kommen, aber eben das ist essentiell, ansonsten ist man nur ein Stylist. Man entwirft Dinge, die schön sind, sonst nichts. Aber sie müssen auch Geist und Esprit besitzen, nur dann erfüllen sie ihre Aufgabe lösen wirklich Probleme. Das ist eine komplexe Herausforderung.

Welche persönliche Herausforderung stellt sich Ihnen bei jedem neuen Entwurf?
Pengelly: Zuallererst denke ich, es ist für einen Designer nicht wichtig, die persönliche Note sichtbar zu machen. Ich finde nicht, dass die Handschrift des Designers stärker sein sollte als die des Unternehmens. Als Designer hat man die Aufgabe unter die Haut der Marke zu gehen und wirklich zu verstehen, was die Identität des Unternehmens ausmacht. Es ist wichtig, dass der Tisch wie ein Arper-Tisch aussieht und nicht wie ein Simon Pengelly-Tisch. Ich denke, das ist eine der größten Herausforderungen. Du musst die Unterschiede zwischen deinen Kunden erkennen und verstehen.

Ross Lovegrove beispielsweise geht ganz anders an einen Entwurf heran.
Pengelly: Das ist seine persönliche Annäherung an die Arbeit. Er ist ein fantastischer Designer und bestimmte Firmen kaufen quasi sein Branding und seinen Namen, denn er ist eine berühmte Persönlichkeit. Aber das bin nicht ich. Meine persönliche Herausforderung, meine Philosophie unterscheidet sich davon. Ich möchte eher versuchen leise zu sein, mit dem was ich mache.

Ist es das Material, was die Form bestimmt oder die Form das Material?
Pengelly: Es ist eine Mischung aus beidem. Mich inspirieren Materialien und Prozesse. Gutes Design hat eine Kombination aus beiden zu sein. So ist es doch in allen Lebenslagen, die Balance zu finden, den Kompromiss einzugehen, das ist entscheidend für den Erfolg.

Wie kamen Sie mit dem Unternehmen Arper zusammen?
Pengelly: Ein Freund hat mich in die Firma eingeführt. Arper war schon immer eine Firma, die mir gefallen hat, weil sie sehr schlichte und schöne Produkte herstellt. Die Arbeiten sind intelligent, sehr kontrolliert, aber sie besitzen eine menschliche Seele. Das ist wichtig.

Für welchen Verbraucher möchten Sie entwerfen?
Pengelly: Für jeden! Ich bin nicht an Produkten interessiert, die viel kosten. Kunstmöbel, limitierte Editionen, sehr teuere Objekte - das ist nichts für mich. Das ist auch nicht demokratisch. Es gehört auch nicht zu meinen Herausforderungen etwas zu entwerfen, das zu viel kostet und einfach nur stylisch ist.

Spielt Nachhaltigkeit in Ihren Entwürfen eine Rolle?
Pengelly: Ja. Doch es ist sehr schwierig nachhaltig zu arbeiten, wenn man ein Möbelstück entwirft, denn es sind sehr viele Prozesse darin verwickelt. Die Weise, wie wir uns den nachhaltigen Ansatz nähern, sollte intelligent sein, indem wir zunächst einmal Abfall reduzieren und die Materialien und Arbeitsabläufe umweltverträglicher gestalten. Auf jeden Fall sollten wir eine nachhaltige Lebensweise entschieden verfolgen.

Haben Sie eine Botschaft?
Pengelly: Streng betrachtet, nicht wirklich. Es ist vielmehr meine Arbeitsweise, die ich vermitteln möchte, wie ich die Dinge schaffe und wie sie zeitlos erscheinen, ohne meine Handschrift zu tragen. Für mich ist leises Design zeitloses Design.

News & Stories › 2009 › Juli
Unter die Haut der Marke
von Nancy Jehmlich | 6. Juli 2009
Der britische Designer Simon Pengelly entwarf für Arper unter anderem den Tisch „Nuur". Der Titel spielt auf einen gleichnamigen klaren und ruhigen See inmitten einer kargen Landschaft in der Mongolei an. Ein Gespräch über feinsinniges und leises Design.
Für das italienische Unternehmen Arper entwarf der britische Designer Simon Pengelly den Tisch „Nuur" und den Barhocker „Babar". Arper gab den Produkten ihren Namen und unterstrich damit ihren einzigartigen Charakter. Babar, abgeleitet von Babar, der Elefant, überrascht mit seiner weichen Haut. Nuur heißt ein klarer, ruhiger See inmitten einer Wüste der Mongolei. Ein Gespräch mit Simon Pengelly über leises und zeitloses Design.

Sie waren sehr jung als Sie das erste Mal in Kontakt mit Möbeldesign kamen. Ist diese Arbeit ihre Berufung?
Simon Pengelly: Mein Vater ist Möbeldesigner und so kam ich zu dem Beruf. Bei mir funktioniert vor allem die kreative Seite des Gehirns, weniger die mathematische. Diese Neigung scheint eine Veranlagung zu sein. Ich wollte verstehen, wie man ein Möbelstück entwirft und was alles dazu gehört. Mich haben die verschiedenen Materialien interessiert, welches Potenzial sie haben. Ich mag es, in die Strukturen der Materialen einzudringen und die besten Eigenschaften aus den Werkstoffen herauszuholen. Das ist meine wahre Inspiration. Sehr einfach, wirklich!

Gab es Persönlichkeiten oder Strömungen, die Sie in ihrer Entwicklung beeinflusst haben?
Pengelly: Auf jeden Fall Hans Wegner, der dänische Designer. Er ist großartig.

Meinen Sie, dass es für einen Designer unumgänglich ist ein Handwerk zu erlernen?
Pengelly: Aus meiner Sicht und Erfahrung, würde ich sagen, ja. Es gibt viele Designer, die nicht verstehen, wie die Dinge zusammen kommen, aber eben das ist essentiell, ansonsten ist man nur ein Stylist. Man entwirft Dinge, die schön sind, sonst nichts. Aber sie müssen auch Geist und Esprit besitzen, nur dann erfüllen sie ihre Aufgabe lösen wirklich Probleme. Das ist eine komplexe Herausforderung.

Welche persönliche Herausforderung stellt sich Ihnen bei jedem neuen Entwurf?
Pengelly: Zuallererst denke ich, es ist für einen Designer nicht wichtig, die persönliche Note sichtbar zu machen. Ich finde nicht, dass die Handschrift des Designers stärker sein sollte als die des Unternehmens. Als Designer hat man die Aufgabe unter die Haut der Marke zu gehen und wirklich zu verstehen, was die Identität des Unternehmens ausmacht. Es ist wichtig, dass der Tisch wie ein Arper-Tisch aussieht und nicht wie ein Simon Pengelly-Tisch. Ich denke, das ist eine der größten Herausforderungen. Du musst die Unterschiede zwischen deinen Kunden erkennen und verstehen.

Ross Lovegrove beispielsweise geht ganz anders an einen Entwurf heran.
Pengelly: Das ist seine persönliche Annäherung an die Arbeit. Er ist ein fantastischer Designer und bestimmte Firmen kaufen quasi sein Branding und seinen Namen, denn er ist eine berühmte Persönlichkeit. Aber das bin nicht ich. Meine persönliche Herausforderung, meine Philosophie unterscheidet sich davon. Ich möchte eher versuchen leise zu sein, mit dem was ich mache.

Ist es das Material, was die Form bestimmt oder die Form das Material?
Pengelly: Es ist eine Mischung aus beidem. Mich inspirieren Materialien und Prozesse. Gutes Design hat eine Kombination aus beiden zu sein. So ist es doch in allen Lebenslagen, die Balance zu finden, den Kompromiss einzugehen, das ist entscheidend für den Erfolg.

Wie kamen Sie mit dem Unternehmen Arper zusammen?
Pengelly: Ein Freund hat mich in die Firma eingeführt. Arper war schon immer eine Firma, die mir gefallen hat, weil sie sehr schlichte und schöne Produkte herstellt. Die Arbeiten sind intelligent, sehr kontrolliert, aber sie besitzen eine menschliche Seele. Das ist wichtig.

Für welchen Verbraucher möchten Sie entwerfen?
Pengelly: Für jeden! Ich bin nicht an Produkten interessiert, die viel kosten. Kunstmöbel, limitierte Editionen, sehr teuere Objekte - das ist nichts für mich. Das ist auch nicht demokratisch. Es gehört auch nicht zu meinen Herausforderungen etwas zu entwerfen, das zu viel kostet und einfach nur stylisch ist.

Spielt Nachhaltigkeit in Ihren Entwürfen eine Rolle?
Pengelly: Ja. Doch es ist sehr schwierig nachhaltig zu arbeiten, wenn man ein Möbelstück entwirft, denn es sind sehr viele Prozesse darin verwickelt. Die Weise, wie wir uns den nachhaltigen Ansatz nähern, sollte intelligent sein, indem wir zunächst einmal Abfall reduzieren und die Materialien und Arbeitsabläufe umweltverträglicher gestalten. Auf jeden Fall sollten wir eine nachhaltige Lebensweise entschieden verfolgen.

Haben Sie eine Botschaft?
Pengelly: Streng betrachtet, nicht wirklich. Es ist vielmehr meine Arbeitsweise, die ich vermitteln möchte, wie ich die Dinge schaffe und wie sie zeitlos erscheinen, ohne meine Handschrift zu tragen. Für mich ist leises Design zeitloses Design.