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Wichtig ist, dass es funktioniert
von Thomas Edelmann | 8. Oktober 2009
Egon Bräuning mit dem Prototypen der "MVS chaise" von Marten van Severen; © www.vitra.com

Das Bild einer Werkstatt: Im Vordergrund der Prototyp einer Liege von Marten van Severen, angeschnitten rechts am Rand ein Mann, der sich nach vorne neigt und den Verstellmechanismus der Liege mit einer Hand betätigt. Über das Unternehmen Vitra, so könnte man meinen, ist das Wichtigste längst bekannt: Die grundlegenden Ideen des Chairman Rolf Fehlbaum, in seinen Texten und Interviews sind sie dargelegt und vielfach publiziert. Die intensive Zusammenarbeit mit Architekten und Designern, tragende Konzepte wie das Prinzip der Collage oder Net'n'Nest, die Verbindung von Networking und Nesting, um Produktivität und Wohlempfinden im Büro zu steigern - vieles davon diskutieren längst nicht mehr nur Insider. Doch wer ist der Mann, der da am Rande fast versehentlich aufs Foto geraten scheint?

Immer ein bisschen mehr

Es ist Egon Bräuning. Er ist Werkzeugmacher und ausgebildeter Maschinenbautechniker. Zu Vitra kam er 1963 als Konstrukteur für Kunststoffwerkzeuge. Eigentlich sollte es nur ein Erstjob für ein oder zwei Jahre direkt nach der Ausbildung sein, erzählt Bräuning, der in Mühlacker bei Pforzheim aufwuchs. Doch er lernt seine spätere Frau kennen und bleibt. Jahrzehntelang - von 1971 bis Anfang 2009 - leitete er die Produktentwicklung. Mit seiner Passion für Werkzeugkonstruktion eröffnet er dem Unternehmen ungewöhnliche Perspektiven. „Eigentlich wollte ich immer das Höchste. Das Material nutzen bis zur Grenze. Immer ein bisschen mehr, als üblich war." Und so heißt es in dem Buch „Projekt Vitra", in dem sich auch das Bild mit der Liege und dem Entwicklungschef wiederfindet, er sei nicht nur „eine Autorität, sondern der wichtigste Co-Autor fast aller Produkte, die Vitra auf den Markt bringt". Dass die Öffentlichkeit von seiner Person und Arbeit bislang wenig Notiz nahm, stört ihn nicht. Seit Februar ist Bräuning im Ruhestand, für Vitra ist er nunmehr beratend tätig. „Technik bleibt immer im Hintergrund", erklärt er mit voller Stimme im badisch gefärbten Sprachduktus, „das ist normal. Es ist mehr ein Zuarbeiten. Wichtig ist, dass es funktioniert. Man darf nicht als Konkurrent des Anderen auftreten, sondern als dessen Ergänzung". Der Andere, das ist der Designer, der bei Vitra im Zentrum der Produktentwicklung steht, aber eben nicht allein und schon gar nicht alleingelassen.

Am Anfang steht das Funktionsmodell

Nicht Zeichnungen oder von Designern gebaute Modelle bilden den Ausgangspunkt der meisten Vitra-Produkte, sondern ein technisches Funktionsmodell, das Egon Bräuning erstellt hat. Am Beginn steht das Konzept, werden Funktionen definiert und erst dann beginnt die Suche nach dem passenden Designer. „Es ist wie beim Bauen auch: Ich kann mir den besten Architekten holen. Wenn ich aber selber nicht weiß, was ich will, baut er mir auch nicht mein ideales Haus. Und genauso ist es beim Design", sagt er. Bräuning ist alles andere als eine Randfigur. Was das bedeutet, zeigt sich in besonderer Weise bei den in viele Richtungen beweglichen Bürostühlen. Der neue Bürostuhl „AC 4" von Antonio Citterio ist eines der jüngsten Projekte, die er von Anfang an betreut hat.

Feinabstimmung ist alles

„Die wichtigste Neuerung beim AC 4 ist der Rücken", erzählt Bräuning. Zu Anfang sind viele Fragen offen: Ist ein solch komplexes Bauteil genügend stabil? Und wieder wirkt die Technik im Verborgenen. Die schlanke Optik und reduzierte Form integriert drei unterschiedliche Funktionen. Über der lumbalen Stützzone beginnt die Einsinkzone für den oberen Rückenbereich, darüber die Stützzone für die Schultern. Das Geheimnis liegt in der Feinabstimmung. Zum Beispiel bei der Lumbalstütze: „Da erwartet ein Prüfingenieur, der den Stuhl zertifiziert, dass man sie richtig spürt. Der Kunde würde dann aber sagen, das Ding drückt mich", berichtet Bräuning. Aufgabe der Produktentwickler ist es also, beiden gerecht zu werden. Gefragt ist kein fauler Kompromiss, sondern ein präzise austariertes Gleichgewicht. Das trifft auch für das richtige Verhältnis von Dynamik und Steifigkeit zu. „Es ist die große Kunst, dass am Ende beides zusammen passt." Bräunings Sinne sind auf analytische Beobachtung trainiert: „Wenn ich jemandem zuschaue, wie er auf einem Stuhl sitzt und sich bewegt, ob das ein natürlicher Ablauf ist, oder ob er irgendwo drückt, erfahre ich mehr über den Stuhl als wenn ich mich selber darauf setzen würde."

Ein dynamisches Sitzgefühl entwickeln

Über die Jahre haben sich die Arbeitsweisen und Techniken der Produktentwicklung grundlegend verändert. Als 1976 der Bürostuhl „Vitramat" entstand, konstruierte Bräuning die Synchronmechanik. Eine Erfindung, die die Büromöbelbranche grundlegend verändert hat. Denn Sitz und Lehne waren nun verbunden, mussten nicht mehr mühsam von Hand verstellt werden, ein neues dynamisches Sitzgefühl brach sich Bahn. Und doch war es für Vitra und Rolf Fehlbaum wichtig, nicht einfach da weiter zu machen, wo man mit dem „Vitramat" angelangt war. „Dann wäre Vitra eine Büromöbelfirma geworden wie viele andere", sagt Bräuning in der Rückschau. Stattdessen sprach Fehlbaum die Designer Mario Bellini und Antonio Citterio an und begann, gemeinsam mit ihnen neue Produkte zu entwickeln. „Betrachtet man Programme wie ,Metropol' von Bellini und ,Ad hoc' von Citterio, sieht man, dass sie durchaus gegensätzliche Konzepte verfolgen. Es war der wichtigste Schritt, das Feld so breit anzulegen."
Die Umstände, unter denen Produkte damals entstanden, erscheinen aus heutiger Sicht geradezu abenteuerlich: „Einen belastbaren Prototypen konnten wir noch nicht bauen. Es gab nur einen, auf den man sich ganz vorsichtig setzen konnte, um die Bewegungen mitzubekommen. Etwas anderes war damals nicht möglich. Ein hohes Risiko. Niemand kannte das Ergebnis", schildert Bräuning. „Geht man nur auf Nummer sicher, bleibt man stehen. Es ist unser Vorteil, dass Rolf Fehlbaum mit im Boot ist."

Sich gegenseitig den Ball zuspielen

Das gegenseitige Hin- und Herspielen des Balls zwischen Unternehmer, Konstrukteur und Designer, ein Vorgang, der mitunter Jahre dauern kann, hat Rolf Fehlbaum wiederholt beschrieben: „Was weiterhilft, ist die Erfahrung, dass der Designprozess immer eine Quälerei ist. Es ist ein komplexer, mühsamer Optimierungsprozess. Gerade durch die vielen Restriktionen wird die Arbeit aber interessant." Es ist ein Spiel, bei dem es keine Routine gibt, das immer wieder von vorn beginnt. Erstaunlich aber auch: „Einmal am Ziel angekommen", so Fehlbaum, „ist man ganz sicher, dass der Entwurf einen Fortschritt darstellt, und man fragt sich, warum der Prozess so lange gedauert hat." So verwundert es nicht, wenn Bräuning heute resümiert: „Ich arbeite am liebsten mit Leuten, die gut diskutieren können. Eine Skizze ist mir lieber als eine ausgearbeitete Zeichnung." Mit Designern trifft er zu intensiven Workshops zusammen. „Wer heute hauptsächlich Detailarbeit am Computer macht, ist nicht so frei wie ich es noch sein konnte." Dabei schätzt Bräuning durchaus die Möglichkeiten, Ideen am Rechner durchzuspielen oder den Materialfluss beim Spritzguss zu simulieren, bevor teure Werkzeuge bestellt werden. Ein neu entwickeltes Modell müsse neue Tatsachen bringen, neue Funktionen, fordert er. Für den neuen Bürostuhl AC 4 konnte Bräuning drei Patente für Vitra anmelden, neben der grundlegenden Mechanik und dem in Zonen eingeteilten Rücken wurden auch die Armlehnen patentiert, die sich präzise in einem äußerst kompakten Gussteil bewegen und ihre Technik eher beiläufig präsentieren.

An die Grenzen gehen

Teilt Bräuning die Utopie des Architekten und Designers Marcel Breuer, der 1925 formulierte, „am Ende sitzt der Mensch auf einer elastischen Luftsäule"? Wohl eher nicht: Folgt man Bräuning, wird es statt revolutionärer Veränderungen immer wieder mühsam erarbeitete Verbesserungen im Detail geben: „Entscheidend", sagt er, „ist es, Materialien richtig zu nutzen, um damit an die Grenzen zu gehen. Das wird in der nächsten Zeit das Interessante sein."

Egon Bräuning mit Antonio Citterio; © www.vitra.com
Egon Bräuning; © www.vitra.com
News & Stories › 2009 › Oktober
Wichtig ist, dass es funktioniert
von Thomas Edelmann | 8. Oktober 2009
Er ist mehr als nur der Mann im Hintergrund, der Technik und Erfahrung bereitstellt. Erst wenn er ein Funktionsmodell entwickelt hat, kann der Design-Prozess beginnen. Ein Porträt des langjährigen Vitra-Entwicklungschefs Egon Bräuning.
Das Bild einer Werkstatt: Im Vordergrund der Prototyp einer Liege von Marten van Severen, angeschnitten rechts am Rand ein Mann, der sich nach vorne neigt und den Verstellmechanismus der Liege mit einer Hand betätigt. Über das Unternehmen Vitra, so könnte man meinen, ist das Wichtigste längst bekannt: Die grundlegenden Ideen des Chairman Rolf Fehlbaum, in seinen Texten und Interviews sind sie dargelegt und vielfach publiziert. Die intensive Zusammenarbeit mit Architekten und Designern, tragende Konzepte wie das Prinzip der Collage oder Net'n'Nest, die Verbindung von Networking und Nesting, um Produktivität und Wohlempfinden im Büro zu steigern - vieles davon diskutieren längst nicht mehr nur Insider. Doch wer ist der Mann, der da am Rande fast versehentlich aufs Foto geraten scheint?

Immer ein bisschen mehr

Es ist Egon Bräuning. Er ist Werkzeugmacher und ausgebildeter Maschinenbautechniker. Zu Vitra kam er 1963 als Konstrukteur für Kunststoffwerkzeuge. Eigentlich sollte es nur ein Erstjob für ein oder zwei Jahre direkt nach der Ausbildung sein, erzählt Bräuning, der in Mühlacker bei Pforzheim aufwuchs. Doch er lernt seine spätere Frau kennen und bleibt. Jahrzehntelang - von 1971 bis Anfang 2009 - leitete er die Produktentwicklung. Mit seiner Passion für Werkzeugkonstruktion eröffnet er dem Unternehmen ungewöhnliche Perspektiven. „Eigentlich wollte ich immer das Höchste. Das Material nutzen bis zur Grenze. Immer ein bisschen mehr, als üblich war." Und so heißt es in dem Buch „Projekt Vitra", in dem sich auch das Bild mit der Liege und dem Entwicklungschef wiederfindet, er sei nicht nur „eine Autorität, sondern der wichtigste Co-Autor fast aller Produkte, die Vitra auf den Markt bringt". Dass die Öffentlichkeit von seiner Person und Arbeit bislang wenig Notiz nahm, stört ihn nicht. Seit Februar ist Bräuning im Ruhestand, für Vitra ist er nunmehr beratend tätig. „Technik bleibt immer im Hintergrund", erklärt er mit voller Stimme im badisch gefärbten Sprachduktus, „das ist normal. Es ist mehr ein Zuarbeiten. Wichtig ist, dass es funktioniert. Man darf nicht als Konkurrent des Anderen auftreten, sondern als dessen Ergänzung". Der Andere, das ist der Designer, der bei Vitra im Zentrum der Produktentwicklung steht, aber eben nicht allein und schon gar nicht alleingelassen.

Am Anfang steht das Funktionsmodell

Nicht Zeichnungen oder von Designern gebaute Modelle bilden den Ausgangspunkt der meisten Vitra-Produkte, sondern ein technisches Funktionsmodell, das Egon Bräuning erstellt hat. Am Beginn steht das Konzept, werden Funktionen definiert und erst dann beginnt die Suche nach dem passenden Designer. „Es ist wie beim Bauen auch: Ich kann mir den besten Architekten holen. Wenn ich aber selber nicht weiß, was ich will, baut er mir auch nicht mein ideales Haus. Und genauso ist es beim Design", sagt er. Bräuning ist alles andere als eine Randfigur. Was das bedeutet, zeigt sich in besonderer Weise bei den in viele Richtungen beweglichen Bürostühlen. Der neue Bürostuhl „AC 4" von Antonio Citterio ist eines der jüngsten Projekte, die er von Anfang an betreut hat.

Feinabstimmung ist alles

„Die wichtigste Neuerung beim AC 4 ist der Rücken", erzählt Bräuning. Zu Anfang sind viele Fragen offen: Ist ein solch komplexes Bauteil genügend stabil? Und wieder wirkt die Technik im Verborgenen. Die schlanke Optik und reduzierte Form integriert drei unterschiedliche Funktionen. Über der lumbalen Stützzone beginnt die Einsinkzone für den oberen Rückenbereich, darüber die Stützzone für die Schultern. Das Geheimnis liegt in der Feinabstimmung. Zum Beispiel bei der Lumbalstütze: „Da erwartet ein Prüfingenieur, der den Stuhl zertifiziert, dass man sie richtig spürt. Der Kunde würde dann aber sagen, das Ding drückt mich", berichtet Bräuning. Aufgabe der Produktentwickler ist es also, beiden gerecht zu werden. Gefragt ist kein fauler Kompromiss, sondern ein präzise austariertes Gleichgewicht. Das trifft auch für das richtige Verhältnis von Dynamik und Steifigkeit zu. „Es ist die große Kunst, dass am Ende beides zusammen passt." Bräunings Sinne sind auf analytische Beobachtung trainiert: „Wenn ich jemandem zuschaue, wie er auf einem Stuhl sitzt und sich bewegt, ob das ein natürlicher Ablauf ist, oder ob er irgendwo drückt, erfahre ich mehr über den Stuhl als wenn ich mich selber darauf setzen würde."

Ein dynamisches Sitzgefühl entwickeln

Über die Jahre haben sich die Arbeitsweisen und Techniken der Produktentwicklung grundlegend verändert. Als 1976 der Bürostuhl „Vitramat" entstand, konstruierte Bräuning die Synchronmechanik. Eine Erfindung, die die Büromöbelbranche grundlegend verändert hat. Denn Sitz und Lehne waren nun verbunden, mussten nicht mehr mühsam von Hand verstellt werden, ein neues dynamisches Sitzgefühl brach sich Bahn. Und doch war es für Vitra und Rolf Fehlbaum wichtig, nicht einfach da weiter zu machen, wo man mit dem „Vitramat" angelangt war. „Dann wäre Vitra eine Büromöbelfirma geworden wie viele andere", sagt Bräuning in der Rückschau. Stattdessen sprach Fehlbaum die Designer Mario Bellini und Antonio Citterio an und begann, gemeinsam mit ihnen neue Produkte zu entwickeln. „Betrachtet man Programme wie ,Metropol' von Bellini und ,Ad hoc' von Citterio, sieht man, dass sie durchaus gegensätzliche Konzepte verfolgen. Es war der wichtigste Schritt, das Feld so breit anzulegen."
Die Umstände, unter denen Produkte damals entstanden, erscheinen aus heutiger Sicht geradezu abenteuerlich: „Einen belastbaren Prototypen konnten wir noch nicht bauen. Es gab nur einen, auf den man sich ganz vorsichtig setzen konnte, um die Bewegungen mitzubekommen. Etwas anderes war damals nicht möglich. Ein hohes Risiko. Niemand kannte das Ergebnis", schildert Bräuning. „Geht man nur auf Nummer sicher, bleibt man stehen. Es ist unser Vorteil, dass Rolf Fehlbaum mit im Boot ist."

Sich gegenseitig den Ball zuspielen

Das gegenseitige Hin- und Herspielen des Balls zwischen Unternehmer, Konstrukteur und Designer, ein Vorgang, der mitunter Jahre dauern kann, hat Rolf Fehlbaum wiederholt beschrieben: „Was weiterhilft, ist die Erfahrung, dass der Designprozess immer eine Quälerei ist. Es ist ein komplexer, mühsamer Optimierungsprozess. Gerade durch die vielen Restriktionen wird die Arbeit aber interessant." Es ist ein Spiel, bei dem es keine Routine gibt, das immer wieder von vorn beginnt. Erstaunlich aber auch: „Einmal am Ziel angekommen", so Fehlbaum, „ist man ganz sicher, dass der Entwurf einen Fortschritt darstellt, und man fragt sich, warum der Prozess so lange gedauert hat." So verwundert es nicht, wenn Bräuning heute resümiert: „Ich arbeite am liebsten mit Leuten, die gut diskutieren können. Eine Skizze ist mir lieber als eine ausgearbeitete Zeichnung." Mit Designern trifft er zu intensiven Workshops zusammen. „Wer heute hauptsächlich Detailarbeit am Computer macht, ist nicht so frei wie ich es noch sein konnte." Dabei schätzt Bräuning durchaus die Möglichkeiten, Ideen am Rechner durchzuspielen oder den Materialfluss beim Spritzguss zu simulieren, bevor teure Werkzeuge bestellt werden. Ein neu entwickeltes Modell müsse neue Tatsachen bringen, neue Funktionen, fordert er. Für den neuen Bürostuhl AC 4 konnte Bräuning drei Patente für Vitra anmelden, neben der grundlegenden Mechanik und dem in Zonen eingeteilten Rücken wurden auch die Armlehnen patentiert, die sich präzise in einem äußerst kompakten Gussteil bewegen und ihre Technik eher beiläufig präsentieren.

An die Grenzen gehen

Teilt Bräuning die Utopie des Architekten und Designers Marcel Breuer, der 1925 formulierte, „am Ende sitzt der Mensch auf einer elastischen Luftsäule"? Wohl eher nicht: Folgt man Bräuning, wird es statt revolutionärer Veränderungen immer wieder mühsam erarbeitete Verbesserungen im Detail geben: „Entscheidend", sagt er, „ist es, Materialien richtig zu nutzen, um damit an die Grenzen zu gehen. Das wird in der nächsten Zeit das Interessante sein."