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Jihlava Municipal Arena

Stadt neu denken

Mit Ausstellungen in Frankfurt am Main und Berlin werden derzeit Projekte des Architekturbüros CHYBÍK + KRIŠTOF vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Konzepte, die bestehende Gebäude und Stadträume weiterentwickeln und neue Perspektiven eröffnen.

Aktuell ist die Arbeit von Ondřej Chybík und Michal Krištof ein Teil der Ausstellung "MORE IS NOW! Neue tschechische Architektur" im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main. Die Schau, die anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse stattfindet, versammelt bis zum 17. Januar 2027 Beiträge einer jungen Generation tschechischer ArchitektInnen. Viele davon kreisen um Fragen der Umnutzung, des Weiterbauens und der verantwortungsvollen Nutzung vorhandener Ressourcen.

Zu den in Frankfurt präsentierten Beiträgen zählt die von CHYBÍK + KRIŠTOF geplante Jihlava Municipal Arena. Der multifunktionale Bau mit 5.650 Plätzen wurde auf dem Gelände eines Eishockeystadions errichtet und bleibt bewusst im Zentrum von Jihlava verankert. Anstelle einer abgeschlossenen Großstruktur entstand ein Ensemble aus vier Gebäuden, das Park, Universität und Innenstadt miteinander verknüpft. Öffentliche Plätze, neue Wegebeziehungen und eine frei zugängliche Laufbahn auf dem Dach erweitern die Nutzung des Areals über den Veranstaltungsbetrieb hinaus. Kennzeichnend ist die enge Verzahnung mit dem Umfeld. Vorhandene räumliche Bezüge werden aufgenommen und durch zusätzliche Funktionen sowie neue öffentliche Bereiche ergänzt. Dadurch wird die Arena nicht als isolierter Solitär, sondern als Teil des urbanen Gefüges verstanden.

Jihlava Municipal Arena

Die anschließende Exposition "CHYBÍK + KRIŠTOF = Building the Existing City", die vom 22. Oktober bis 3. Dezember 2026 in der Berliner Galerie Aedes – Architecture and Space zu sehen sein wird, schließt ein Experiment an: Während der sechswöchigen Laufzeit dient die Galerie als offenes Studio, in dem Entwürfe für vier Berliner Standorte entstehen. Diese werden über den Open Call "4 Transformations for Berlin" ausgewählt. Gesucht sind Orte und Projekte in Berlin, die vor einer Veränderung stehen und als Ausgangspunkt für architektonische Entwürfe dienen können. Bewerben können sich unter anderem öffentliche Einrichtungen, GrundstückseigentümerInnen, Wohnungsbaugenossenschaften, ProjektentwicklerInnen sowie Kultur-, Bildungs- und Nachbarschaftsinitiativen. 

Die vier ausgewählten Vorhaben werden während der Ausstellung direkt im Galerieraum vom Team von CHYBÍK + KRIŠTOF weiterentwickelt und zum Abschluss öffentlich präsentiert. Ergänzt wird das Format durch internationale Projekte des Büros sowie durch Vorträge, Filmvorführungen und Workshops. Anders als bei einer klassischen Werkschau entsteht die Präsentation als fortlaufender Entwurfsprozess, dessen Ergebnisse erst im Verlauf der Ausstellung sichtbar werden.