Ein neuer Fortschritt
Eine der simpelsten Ideen ist in der Praxis gar nicht so einfach: die Reduktion von Abfall. Bereits 1995 startete Interface als weltweit agierendes Unternehmen für Bodenbelagslösungen sein Rücknahmeprogramm. ReEntry hat seitdem zum Ziel, gebrauchte Teppichfliesen aus dem eigenen Haus weiter zu verwerten. Der Ansatz ist besonders clever, da bereits bei der Herstellung die Prozesse am Ende des Produktlebenszyklus mitgedacht werden und alle Bestandteile bekannt sind. Die textilen Bodenbeläge sind zudem besonders langlebig. Seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2016 konnte Interface die Rücknahme von rund 32.000 Tonnen gebrauchter Teppichfliesen verzeichnen. Je nach Zustand und Zusammensetzung wird individuell entschieden, welche Option aus dem ReEntry Programm von Interface sinnvoll erscheint. Die erste Wahl ist die erneute Nutzung: "ReUse, also die direkte Wiederverwendung der gebrauchten Teppichfliesen durch lokale Partner, Wohltätigkeitsorganisationen oder soziale Einrichtungen, steht an erster Stelle und ist der wichtigste Teil von ReEntry", betont Liz Minné. Jüngst hat das Unternehmen in die zweite Möglichkeit investiert: In der europäischen Produktionsstätte in Scherpenzeel wurde die Leistungsfähigkeit für die Rückgewinnungsprozesse drastisch erhöht, gibt Minné bekannt:
„Die Erweiterungen der Kapazitäten am Standort in den Niederlanden stellen einen bedeutenden Meilenstein für uns dar.“
Eine Maschine verarbeitet Post-Consumer-Produkte: Teppichfliesen mit der Rückenkonstruktion CQuestBio lassen sich hier verarbeiten. Garn und Rücken werden dabei voneinander getrennt und die unterschiedlichen Elemente können direkt zur Herstellung neuer Teppichfliesen oder technischer Kunststoffe genutzt werden. Die in Europa produzierten Interface Teppichfliesen bestehen bereits aus über 88 Prozent Materialien, die zur Herstellung neuer Teppichfliesen oder technischer Kunststoffe genutzt werden können.


