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Tobias Rehberger's "the chicken-and-egg-no-problem wall-painting"
von Thomas Wagner | 14.03.2008

Hier kann man sie auskosten, die große Lust an der produktiven Verwirrung der Sinne und des Denkens. Denn Tobias Rehberger, der gemeinsam mit Claus Richter in diesem Jahr für "The Design Annual - inside: showtime" in der Frankfurter Festhalle eine große Rauminstallation schaffen wird, versetzt den Betrachter derzeit in Amsterdam in einen wunderbar verstörenden Taumel. "The chicken-and-egg-no-problem wall-painting" nennt er augenzwinkernd seine ebenso heitere wie tiefsinnige Inszenierung im Stedelijk Museum, die vieles zugleich und nebeneinander ist: Retrospektive und Totalinstallation, Wandgemälde und Schattenkabinett, Skulpturenschau und Medienspektakel. Wie das möglich ist? Nun, ganz einfach: In einem langen, schmalen, nur von einer Seite mit Scheinwerfern erhellten Raum reihen sich 24 zwischen 1994 und 2008 entstandene Werke des Künstlers aneinander und bilden dabei mehr als nur eine Reihe. Man staunt und fragt: Was ist Ding, was Schatten? Was Licht, was Farbe? Bis man vor lauter Schatten- und Verwandlungsspiel gar nicht mehr weiß, was Original, was Bild, was Projektion und was Wandgemälde ist. Und so führt Rehberger den verständigen Kunstbetrachter, der doch stets zu wissen glaubt, was Kunst ist, anschaulich-diskursiv und trefflich an der Nase herum - oder hin und her zwischen Sein und Schein, Huhn und Ei und Huhn und Ei und…Die Ausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam ist bis zum 25. Mai 2008 zu sehen. Weitere Angaben unter www.stedelijk.nl.

Tobias Rehberger, Photo: Ernst van Deursen
Tobias Rehberger, Photo: Ernst van Deursen
Photo: Gert Jan van Rooij, Amsterdam
Photo: Gert Jan van Rooij, Amsterdam
Photo: Gert Jan van Rooij, Amsterdam
Man with Big Cock
Interview mit Tobias Rehberger