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Vom schönen Klack - Der Bauhaus-Drehschalter
von Vera Siegmund | 06.02.2008

Ob Touchscreen, grifflose Küchenfronten oder automatisch öffnende Türen: mit der Digitalisierung unserer alltäglichen Umgebung hat die Oberfläche zunehmend an Bedeutung gewonnen. Analoge Bedienelemente gehen vollständig in der Zweidimensionalität auf, um sie zu aktivieren, müssen die Benutzeroberflächen nur noch leicht angetippt werden.Doch es gibt sie noch, die analogen Bedienelemente: im Fall der Firma Berker, einem Produzenten von Schaltern und Elektrosystemen, finden sie sich als Produktneuheiten ebenso wie als Reeditionen. Gemeinsam mit Rosenthal hat Berker jetzt seinen bekannten runden Bauhaus-Drehschalter der "Serie 1930" neu aufgelegt: in Porzellan.

In der Geschichte der beiden Traditionsunternehmen lassen sich immer wieder Verbindungen zum Bauhaus finden. Die Firma Berker, 1919 im gleichen Jahr wie die Weimarer Hochschule gegründet, entwarf ihre ersten Drehknebelschalter bereits 1928 nach der Maxime des Architekten Louis Henry Sullivan "Form follows Function" - und fand damit großen Anklang bei den Architekten und Lehrern des Bauhauses. Und so wurde jetzt auch das renovierte Dessauer Bauhaus mit der "Serie 1930 Porzellan made by Rosenthal" ausgestattet. Rosenthal wiederum wandte sich in den 60er Jahren persönlich an den Bauhaus-Gründer Walter Gropius, um sich von ihm eine neue Porzellanfabrik in Selb und eine Glashütte in Amberg entwerfen zu lassen. Kurz danach gestaltete Gropius für Rosenthal sein Teeservice "TAC 1".

Den runden Drehknebelschalter kennt eigentlich jeder. Er ist der Prototyp des Lichtschalters und ein wunderbares Beispiel für selbsterklärende Gestaltung. So gibt die runde Scheibe des 1fach-Rahmens mit ihren konzentrischen Abstufungen die Drehbewegung des Drehknopfs formal wieder. Der Knebel selbst verjüngt sich zu beiden Enden hin und liegt in einer Vertiefung, wodurch seine Handhabe klar vorgegeben wird. Nachdem Optik und Haptik bei dieser Minimalapparatur eine perfekte Symbiose eingegangen sind, bereitet seine Betätigung auch noch einen akustischen Genuss: Mit dem klassische "Klack" setzt die Erleuchtung ein.

www.berker.com
www.rosenthal.de

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