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von 2139 Forward End
Funktion und Stil perfekt vereint: Felipe Oliveira Baptista (Bild links, Mitte) und Burberry (Bild rechts). Foto © IMAXtree.com
Funktional, mit Stil
von Silke Bücker
20. November 2013
Immer in Bewegung. Die permanente Interaktion im realen und virtuellen Raum, das dauernde Online-sein, immer weniger Auszeiten – all das sind Attribute unserer globalisierten, auf Mobilität ausgerichteten Welt. Eine Welt, die durch die vielzitierte „To-Go“-Mentalität mehr denn je maximale Flexibilität von uns fordert, was gleichzeitig unser Bedürfnis nach Entspannungsnischen in die Höhe schnellen lässt. Natürlich schlägt sich dieser Zeitgeist auch in der Mode nieder: Denn wenn uns das alltägliche Leben schon derart einengt, obwohl es groteskerweise maximale Freiheit verheißt, dann soll auch unsere Kleidung vielfältigen Anforderungen Rechnung tragen.

In der Komfortzone

Eine Anforderung besteht darin, Funktion und Stil perfekt zu vereinen. So prägen nicht nur sportive Einflüsse überproportional viele Designer-Visionen des Sommers 2014, auch Eleganz wird neu definiert und geht verstärkt mit einer Betonung von Komfort einher. Nehmen wir Felipe Oliveira Baptista, der überzeugend zeigt, wie leger und volumenreich sich der von Hause aus strenge Uniform-Stil interpretieren lässt. Statt typischem Khakigrün und Marineblau verwendet der Chefdesigner von Lacoste für seine eigene Kollektion vorzugsweise frühlingsfrisches Lindgrün und hochsommerliches Himmelblau. Seine üppigen Maxikleider umspielen die weibliche Silhouette und belegen lediglich durch angedeutete Brusttaschen, Hemdblusenkrägen und locker geschnürte Gürtel ihre Nähe zur Militärbekleidung.

Nicht nur bei Baptista steht Wohlfühlen ganz offensichtlich im Vordergrund. So schlägt Christophe Lemaire für Hermès eine lässig-elegante Interpretation von Weiblichkeit vor, ausgedrückt durch einen androgyn konturierten Anzug oder eine entspannte Shirt-Rock-Kombinationen, die allein durch die Wahl der Materialien – matte Seide, Leinen und feines Velourleder – eine luxuriöse Anziehungskraft verströmen.

Max Maras Kreationen sind von edler Loungewear inspiriert: Semi-transparente Layer-Looks oder matt-glänzende Slip-on-Dresses bewegen sich an der Grenze von der Home- zur Outerwear und spiegeln damit die fließenden Übergänge zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen.

Christopher Bailey überrascht für Burberry zum Sommer 2014 mit einem veränderten Blick auf die Frau: Während es in den letzten Saisons steife, exzentrische Materialien inklusive poppig-glänzendem Kunststoff waren, die er für seine scharf geschnittenen Trenchcoats präferierte, kommt das Herzstück des Hauses nun, geschneidert aus besonders weichem Kaschmir, betont leger und voluminös daher. Ergänzt werden die Trenchs von dekonstruierten Cardigans und locker fallenden Jacken. Betont „soft“ wirkt auch die Kolorierungen, in die Bailey seine „Gentle Women“ kleidet: Die delikaten Spitzen- und Transparenz-Kreationen tragen pudrige Eiscreme-Farben, denen der Hauch des Süßlichen durch melierte Grau- und warme Camel-Töne genommen wird.

Leise klingen neue Töne an

Apropos Farbe: Gibt es nennenswert Neues nachdem man auf sämtlichen Catwalks geradezu in Farbe gebadet hat – mit letztlich vernachlässigbarem Einfluss auf das alltägliche Straßenbild?

Neben dem fast schon obligatorischen Einsatz der saisontypischen Pastell- und Nude-Nuancen, epischen (Schwarz-)Weiß-Malereien und pointierten Akzentfarben, formiert sich sachte aber doch wahrnehmbar eine neue Klaviatur. Referenzkollektion ist hier abermals Hermès. Chefdesigner Lemaire zeigt virtuose Mixturen kaum benennbarer und doch vertraut erscheinender Farben. Er kombiniert ein öliges Tannengrün mit in Orange spielendem Ocker, Pistaziengrün mit Royalblau oder Violett mit Petrol. Oder er präsentiert ein frisches Colourblocking aus Weiß, Vanille und Pfirsich und inszeniert einen feinen Dialog zwischen einem cremigem Eierschalenweiß, einem goldenen Sandton und Off-White.

Zukunftsstoff(e)

Als ähnlich vielversprechend wie die subtile Inszenierung von Farbe erweist sich auch der komplexer werdende Einsatz von Stoffen. Etwa bei Sacai, wo Designerin Chitose Abe mit ihrer Interpretation von „Sport Couture“ neue Maßstäbe setzt. Abe mischt auf unkonventionelle Weise blütenbedruckte Seide mit sportivem Sweat-Jersey oder transparenten Chiffon mit Strick, versieht Unisex-Sweater mit kleinen koketten Rüschenkrägen oder ersinnt mädchenhafte Hemdblusenkleider in ausgestellter A-Linie, die aus funktionaler Mesh-Ware und Fliegerseide gefertigt sind. Kurzum, Abe verbindet gekonnt die Insignien einer beinahe schon klischeehaft weiblichen Garderobe mit pragmatischen Sportswear-Elementen und vertritt damit einen Look, der den Anforderungen moderner Konsumentinnen Rechnung trägt.

Dass einer unkonventionellen Melange von Materialien keine Grenzen mehr gesetzt sind, um Weiblichkeit in immer neuen Spielarten zu inszenieren – und der Ausdruck „Spielart“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen – beweist einmal mehr Miuccia Prada. Ihr Erfolgsrezept: Mode mit augenzwinkernder, mitunter politischer Note. Prada ließ eine konkurrenzlos eigenwillige Parade kunterbunter Looks zwischen Couture und Activewear defilieren. Die Basis: von den Siebzigern inspirierte Trikot-Kleider – teilweise mit integriertem BH im Tromp-L’oeil-Stil – , die sie an der Grenze zum Kitsch mit funkelnden Schmucksteinen und applizierten Blüten dekoriert und mit Fußballstulpen und Trekking-Sandalen kombiniert. Eine Kollektion mit ausgeprägter Signalwirkung, die man ganz gewiss als ironische Überzeichnung zeitgenössischer Modeideen verstehen kann. Doch Prada wäre nicht Prada, wenn sie ihre faszinierend abwegige Inszenierung nicht mit einer feministischen Botschaft garnieren würde: Die Frauen-Porträts auf den Kleidern und Mänteln verweisen auf politisch motivierte Straßenkunst in Süd-Amerika, in der die Unterdrückung der dort lebenden weiblichen Bevölkerung angeprangert wird.

Material-Experimente mit Zukunft

Wenn Miuccia Prada die Mode in den letzten vier Jahrzehnten entscheidend vorangetrieben hat, so wagt nun eine neue Designer-Generation, die überwiegend in London ansässig ist, den Blick über den Tellerrand.

Mehr als Experiment denn als tragbare Idee von Bekleidung – zumindest in der vorgeführten Extrem-Form – lässt sich beschreiben, was die beiden hoch gehandelten britischen Talente J.W. Anderson und Simone Rocha für den kommenden Sommer über den Laufsteg schickten. Anderson – bekannt für seine unkonventionellen Gender-Studien – widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Stabilität und Fragilität, den Gegensätzen von exponierter Freizügigkeit und starrer, skulptural anmutender Verhüllung. So kombiniert er Nylon und plissiertes Plastikleder mit hauchzartem Organza und naturbelassenem Leinen und verarbeitet diese Materialien kunstvoll in Drapierungen, Falten und zweidimensionalen Waffelpiqués. Dabei gelingt es ihm, in der Gesamtaussage die nötige Weichheit zu bewahren, die für eine relevante Idee von weiblicher Garderobe unabdingbar ist.

Ein ähnlicher Gedanke liegt der Kollektion von Simone Rocha zugrunde, die liebliche Spitze mit feucht-glänzendem Zellophan überzieht, was der zarten Natur des Materials eine gewisse Strenge, aber auch Stärke verleiht und auf im übertragenen Sinne ein Bild der Frau von heute zeichnet.

Alles in Allem manifestieren sich im Umgang mit Form, Farbe und Material der Antrieb und die komplexe Sinnsuche einer kleinen, aber relevanten Gruppe von Kreativen, ähnlich wie die Avantgarde-Designer der 1980er Jahre. Da, wo sich Comme des Garçons geschlagen geben und der Mode nach fast einem halben Jahrhundert vermeintlich nichts Neues mehr abringen können, sind die Jungen bestrebt, frei von kommerziellen Zwängen neue Ausdrucksformen zu finden. Ihre Mode ist zugleich von Vergangenheit und Zukunft, Fiktion und Realität geprägt und will das innere Empfinden und den individuellen Blick auf die Welt zum Ausdruck bringen. Die Hoffnung, jede Saison ein Stück weit überrascht zu werden, bleibt damit ungetrübt.

Emotion statt Konzept: Die offensichtlichen und versteckten Botschaften der zeitgenössischen Mode. Teil 1 der Catwalk-Analyse.
(15. November 2013)
Veränderter Blick auf die Frau: Burberry. Foto © IMAXtree.com
Softe Töne für Christopher Baileys „Gentle woman”. Foto © IMAXtree.com
Edle Loungewear bei Max Mara. Foto © IMAXtree.com
„Sport Couture” bei Sacai. Foto © IMAXtree.com
Hermès nimmt uns mit virtuosen Farb-Mixturen … Foto © IMAXtree.com
… auf Dschungel-Safari. Foto © IMAXtree.com
Südamerikanische Straßenkunst auf den Kleidern bei Prada... Foto © IMAXtree.com
... konkurrenzlos eigenwillig.
Zwischen Stabilität und Fragilität: J.W. Anderson. Foto © IMAXtree.com
Hart aber herzlich… Foto © IMAXtree.com
Material-Experimente bei Simone Rocha. Foto © IMAXtree.com
News & Stories › 2013 › November
Funktional, mit Stil
von Silke Bücker | 20. November 2013
Die „To-Go“-Mentalität unserer globalisierten Welt fordert eine Mode maximaler Stil- und Bewegungsfreiheit. So zeigen die Kleidermacher zum Sommer 2014 „Sport Couture“, frische Farbkombinationen und ungewöhnliche Materialmischungen. Teil 2 unserer Catwalk-Analyse.
Immer in Bewegung. Die permanente Interaktion im realen und virtuellen Raum, das dauernde Online-sein, immer weniger Auszeiten – all das sind Attribute unserer globalisierten, auf Mobilität ausgerichteten Welt. Eine Welt, die durch die vielzitierte „To-Go“-Mentalität mehr denn je maximale Flexibilität von uns fordert, was gleichzeitig unser Bedürfnis nach Entspannungsnischen in die Höhe schnellen lässt. Natürlich schlägt sich dieser Zeitgeist auch in der Mode nieder: Denn wenn uns das alltägliche Leben schon derart einengt, obwohl es groteskerweise maximale Freiheit verheißt, dann soll auch unsere Kleidung vielfältigen Anforderungen Rechnung tragen.

In der Komfortzone

Eine Anforderung besteht darin, Funktion und Stil perfekt zu vereinen. So prägen nicht nur sportive Einflüsse überproportional viele Designer-Visionen des Sommers 2014, auch Eleganz wird neu definiert und geht verstärkt mit einer Betonung von Komfort einher. Nehmen wir Felipe Oliveira Baptista, der überzeugend zeigt, wie leger und volumenreich sich der von Hause aus strenge Uniform-Stil interpretieren lässt. Statt typischem Khakigrün und Marineblau verwendet der Chefdesigner von Lacoste für seine eigene Kollektion vorzugsweise frühlingsfrisches Lindgrün und hochsommerliches Himmelblau. Seine üppigen Maxikleider umspielen die weibliche Silhouette und belegen lediglich durch angedeutete Brusttaschen, Hemdblusenkrägen und locker geschnürte Gürtel ihre Nähe zur Militärbekleidung.

Nicht nur bei Baptista steht Wohlfühlen ganz offensichtlich im Vordergrund. So schlägt Christophe Lemaire für Hermès eine lässig-elegante Interpretation von Weiblichkeit vor, ausgedrückt durch einen androgyn konturierten Anzug oder eine entspannte Shirt-Rock-Kombinationen, die allein durch die Wahl der Materialien – matte Seide, Leinen und feines Velourleder – eine luxuriöse Anziehungskraft verströmen.

Max Maras Kreationen sind von edler Loungewear inspiriert: Semi-transparente Layer-Looks oder matt-glänzende Slip-on-Dresses bewegen sich an der Grenze von der Home- zur Outerwear und spiegeln damit die fließenden Übergänge zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen.

Christopher Bailey überrascht für Burberry zum Sommer 2014 mit einem veränderten Blick auf die Frau: Während es in den letzten Saisons steife, exzentrische Materialien inklusive poppig-glänzendem Kunststoff waren, die er für seine scharf geschnittenen Trenchcoats präferierte, kommt das Herzstück des Hauses nun, geschneidert aus besonders weichem Kaschmir, betont leger und voluminös daher. Ergänzt werden die Trenchs von dekonstruierten Cardigans und locker fallenden Jacken. Betont „soft“ wirkt auch die Kolorierungen, in die Bailey seine „Gentle Women“ kleidet: Die delikaten Spitzen- und Transparenz-Kreationen tragen pudrige Eiscreme-Farben, denen der Hauch des Süßlichen durch melierte Grau- und warme Camel-Töne genommen wird.

Leise klingen neue Töne an

Apropos Farbe: Gibt es nennenswert Neues nachdem man auf sämtlichen Catwalks geradezu in Farbe gebadet hat – mit letztlich vernachlässigbarem Einfluss auf das alltägliche Straßenbild?

Neben dem fast schon obligatorischen Einsatz der saisontypischen Pastell- und Nude-Nuancen, epischen (Schwarz-)Weiß-Malereien und pointierten Akzentfarben, formiert sich sachte aber doch wahrnehmbar eine neue Klaviatur. Referenzkollektion ist hier abermals Hermès. Chefdesigner Lemaire zeigt virtuose Mixturen kaum benennbarer und doch vertraut erscheinender Farben. Er kombiniert ein öliges Tannengrün mit in Orange spielendem Ocker, Pistaziengrün mit Royalblau oder Violett mit Petrol. Oder er präsentiert ein frisches Colourblocking aus Weiß, Vanille und Pfirsich und inszeniert einen feinen Dialog zwischen einem cremigem Eierschalenweiß, einem goldenen Sandton und Off-White.

Zukunftsstoff(e)

Als ähnlich vielversprechend wie die subtile Inszenierung von Farbe erweist sich auch der komplexer werdende Einsatz von Stoffen. Etwa bei Sacai, wo Designerin Chitose Abe mit ihrer Interpretation von „Sport Couture“ neue Maßstäbe setzt. Abe mischt auf unkonventionelle Weise blütenbedruckte Seide mit sportivem Sweat-Jersey oder transparenten Chiffon mit Strick, versieht Unisex-Sweater mit kleinen koketten Rüschenkrägen oder ersinnt mädchenhafte Hemdblusenkleider in ausgestellter A-Linie, die aus funktionaler Mesh-Ware und Fliegerseide gefertigt sind. Kurzum, Abe verbindet gekonnt die Insignien einer beinahe schon klischeehaft weiblichen Garderobe mit pragmatischen Sportswear-Elementen und vertritt damit einen Look, der den Anforderungen moderner Konsumentinnen Rechnung trägt.

Dass einer unkonventionellen Melange von Materialien keine Grenzen mehr gesetzt sind, um Weiblichkeit in immer neuen Spielarten zu inszenieren – und der Ausdruck „Spielart“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen – beweist einmal mehr Miuccia Prada. Ihr Erfolgsrezept: Mode mit augenzwinkernder, mitunter politischer Note. Prada ließ eine konkurrenzlos eigenwillige Parade kunterbunter Looks zwischen Couture und Activewear defilieren. Die Basis: von den Siebzigern inspirierte Trikot-Kleider – teilweise mit integriertem BH im Tromp-L’oeil-Stil – , die sie an der Grenze zum Kitsch mit funkelnden Schmucksteinen und applizierten Blüten dekoriert und mit Fußballstulpen und Trekking-Sandalen kombiniert. Eine Kollektion mit ausgeprägter Signalwirkung, die man ganz gewiss als ironische Überzeichnung zeitgenössischer Modeideen verstehen kann. Doch Prada wäre nicht Prada, wenn sie ihre faszinierend abwegige Inszenierung nicht mit einer feministischen Botschaft garnieren würde: Die Frauen-Porträts auf den Kleidern und Mänteln verweisen auf politisch motivierte Straßenkunst in Süd-Amerika, in der die Unterdrückung der dort lebenden weiblichen Bevölkerung angeprangert wird.

Material-Experimente mit Zukunft

Wenn Miuccia Prada die Mode in den letzten vier Jahrzehnten entscheidend vorangetrieben hat, so wagt nun eine neue Designer-Generation, die überwiegend in London ansässig ist, den Blick über den Tellerrand.

Mehr als Experiment denn als tragbare Idee von Bekleidung – zumindest in der vorgeführten Extrem-Form – lässt sich beschreiben, was die beiden hoch gehandelten britischen Talente J.W. Anderson und Simone Rocha für den kommenden Sommer über den Laufsteg schickten. Anderson – bekannt für seine unkonventionellen Gender-Studien – widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Stabilität und Fragilität, den Gegensätzen von exponierter Freizügigkeit und starrer, skulptural anmutender Verhüllung. So kombiniert er Nylon und plissiertes Plastikleder mit hauchzartem Organza und naturbelassenem Leinen und verarbeitet diese Materialien kunstvoll in Drapierungen, Falten und zweidimensionalen Waffelpiqués. Dabei gelingt es ihm, in der Gesamtaussage die nötige Weichheit zu bewahren, die für eine relevante Idee von weiblicher Garderobe unabdingbar ist.

Ein ähnlicher Gedanke liegt der Kollektion von Simone Rocha zugrunde, die liebliche Spitze mit feucht-glänzendem Zellophan überzieht, was der zarten Natur des Materials eine gewisse Strenge, aber auch Stärke verleiht und auf im übertragenen Sinne ein Bild der Frau von heute zeichnet.

Alles in Allem manifestieren sich im Umgang mit Form, Farbe und Material der Antrieb und die komplexe Sinnsuche einer kleinen, aber relevanten Gruppe von Kreativen, ähnlich wie die Avantgarde-Designer der 1980er Jahre. Da, wo sich Comme des Garçons geschlagen geben und der Mode nach fast einem halben Jahrhundert vermeintlich nichts Neues mehr abringen können, sind die Jungen bestrebt, frei von kommerziellen Zwängen neue Ausdrucksformen zu finden. Ihre Mode ist zugleich von Vergangenheit und Zukunft, Fiktion und Realität geprägt und will das innere Empfinden und den individuellen Blick auf die Welt zum Ausdruck bringen. Die Hoffnung, jede Saison ein Stück weit überrascht zu werden, bleibt damit ungetrübt.

Emotion statt Konzept: Die offensichtlichen und versteckten Botschaften der zeitgenössischen Mode. Teil 1 der Catwalk-Analyse.
(15. November 2013)