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Hitzige Orte: Wasser über Wein
von Martina Metzner | 15. August 2014
Eine Architektur, die eine direkte Erfahrung mit der Natur ermöglicht – und erfrischt: Weingut VIK im chilenischen Millahue vom chilenischen Architekt Smiljan Radić und seiner Frau, der Künstlerin Marcela Correa. Foto © Cristobal Palma
Im „goldenen Tal“ von Millahue, 200 Kilometer südlich von Santiago de Chile, auf einer Anhöhe zwischen den gewaltigen Anden, wo sich Himmel und Erde berühren, schiebt sich eine künstliche Wasserfläche in die Landschaft, eingefasst von einer Mauer. Im Wasser spiegeln sich die umliegenden Bergspitzen, schmale Wege durchkreuzen das Becken und die dort platzierten Findlinge wirken fast mystisch. Diese außergewöhnliche, kraftvolle Architektur bildet den Vorhof des neu gebauten Weingutes VIK und trägt die Handschrift vom chilenischen Architekt Smiljan Radić und seiner Frau, der Künstlerin Marcela Correa. Radić ist damit der dritte beachtenswerte Bau in diesem Jahr gelungen – nach dem Serpentine Pavillon in London und der Bushaltestelle im Vorarlbergschen Krumbach.

2007 hatte Radić die Ausschreibung für das neue Weingut der VIK-Gruppe unter Führung des Hotelier- und Kunststammler-Paares Carrie und Alexander Vik gewonnen. Drei Jahre lang haben sie zusammen an dem Konzept gearbeitet, das einen möglichst minimalen Eingriff in die Natur des Millahue Tals vorsah und eine Anlage nach neusten Önologie-Technologiestandards ermöglichen sollte.

Das Ergebnis ist imposant – und typisch für den 49-jährigen Radić, der Architektur immer im Kontext von Landschaft versteht und eine Architektur schaffen möchte, die eine direkte Erfahrung mit der Natur verbindet. So sind die Findlinge auf der Wasserfläche aus der umliegenden Landschaft entnommen. Ein Element, wie Radić sagt, dass den Kontrast aus Ewigkeit und Gegenwart an diesem Platz vergegenwärtigen solle. Am Ende des Vorplatzes erhebt sich das Hauptgebäude, in das natürliches Licht durch den transluzenten Stoff strömt, mit dem die leichte, gewölbte Dachkonstruktion bespannt ist. Dass der Wein in den großen Stahltanks in den Katakomben unter dem Vorplatz gelagert wird, ist nicht nur architektonisch reizvoll, sondern spart auch Energie. Die natürliche Temperatur in den unterirdischen Räumen beträgt angenehme 14 Grad Celsius, zusätzlich kühlt das darüber fließende Wasser – das alles passt damit ins Nachhaltigkeitskonzept des Weingutes.

Aber vielleicht ist es nicht nur die angenehme Raumtemperatur, die die Gäste – sie können im nahegelegenen „Viña Vik“ Hotel residieren – sondern auch Radićs unaufgeregte Architektur selbst, die für vor Überhitzung schützt. Denn sein Anliegen ist es, Orte der Zuflucht fern jeglicher Technologie zu schaffen: Orte der Stille. Denn das sei, so Radić, der „größte Luxus der Gegenwart“.

www.vik.cl

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Hitzige Orte – Ein Pool in der Wüste: In der Wüste ist es, zumindest tagsüber, recht heiß. Da kommt ein Pool, um sich darin abzukühlen, gerade recht.
(30. Juli 2014)
Der Wein wird unter dem Vorplatz gelagert, das Wasser darüber kühlt zusätzlich. Foto © Cristobal Palma
In das Hauptgebäude strömt natürliches Licht durch den transluzenten Stoff der Dachkonstruktion. Foto © Cristobal Palma
Önologie und Ökologie: Das Konzept sah einen möglichst minimalen Eingriff in die Natur und neuste Technologiestandards vor. Foto © Cristobal Palma
Das Ergebnis ist ein Ort der Zuflucht, der Stille. Denn das sei, so Radić, der „größte Luxus der Gegenwart“. Foto © Cristobal Palma
News & Stories › 2014 › August
Hitzige Orte: Wasser über Wein
von Martina Metzner | 15. August 2014
In kühlen Weinkellern lässt sich die Sommerhitze gut aushalten: Die Architektur des Weinguts VIK von Smiljan Radić im chilenischen Millahue-Tal ist eine gebaute Sinneserfrischung.
Im „goldenen Tal“ von Millahue, 200 Kilometer südlich von Santiago de Chile, auf einer Anhöhe zwischen den gewaltigen Anden, wo sich Himmel und Erde berühren, schiebt sich eine künstliche Wasserfläche in die Landschaft, eingefasst von einer Mauer. Im Wasser spiegeln sich die umliegenden Bergspitzen, schmale Wege durchkreuzen das Becken und die dort platzierten Findlinge wirken fast mystisch. Diese außergewöhnliche, kraftvolle Architektur bildet den Vorhof des neu gebauten Weingutes VIK und trägt die Handschrift vom chilenischen Architekt Smiljan Radić und seiner Frau, der Künstlerin Marcela Correa. Radić ist damit der dritte beachtenswerte Bau in diesem Jahr gelungen – nach dem Serpentine Pavillon in London und der Bushaltestelle im Vorarlbergschen Krumbach.

2007 hatte Radić die Ausschreibung für das neue Weingut der VIK-Gruppe unter Führung des Hotelier- und Kunststammler-Paares Carrie und Alexander Vik gewonnen. Drei Jahre lang haben sie zusammen an dem Konzept gearbeitet, das einen möglichst minimalen Eingriff in die Natur des Millahue Tals vorsah und eine Anlage nach neusten Önologie-Technologiestandards ermöglichen sollte.

Das Ergebnis ist imposant – und typisch für den 49-jährigen Radić, der Architektur immer im Kontext von Landschaft versteht und eine Architektur schaffen möchte, die eine direkte Erfahrung mit der Natur verbindet. So sind die Findlinge auf der Wasserfläche aus der umliegenden Landschaft entnommen. Ein Element, wie Radić sagt, dass den Kontrast aus Ewigkeit und Gegenwart an diesem Platz vergegenwärtigen solle. Am Ende des Vorplatzes erhebt sich das Hauptgebäude, in das natürliches Licht durch den transluzenten Stoff strömt, mit dem die leichte, gewölbte Dachkonstruktion bespannt ist. Dass der Wein in den großen Stahltanks in den Katakomben unter dem Vorplatz gelagert wird, ist nicht nur architektonisch reizvoll, sondern spart auch Energie. Die natürliche Temperatur in den unterirdischen Räumen beträgt angenehme 14 Grad Celsius, zusätzlich kühlt das darüber fließende Wasser – das alles passt damit ins Nachhaltigkeitskonzept des Weingutes.

Aber vielleicht ist es nicht nur die angenehme Raumtemperatur, die die Gäste – sie können im nahegelegenen „Viña Vik“ Hotel residieren – sondern auch Radićs unaufgeregte Architektur selbst, die für vor Überhitzung schützt. Denn sein Anliegen ist es, Orte der Zuflucht fern jeglicher Technologie zu schaffen: Orte der Stille. Denn das sei, so Radić, der „größte Luxus der Gegenwart“.

www.vik.cl

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