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Hoffnung für das Original
von Thomas Edelmann | 9. Februar 2012

Ein Neuanfang nach 42 Jahren: Der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland", 1969 als „Bundespreis Gute Form" vom Bundesministerium für Wirtschaft ins Leben gerufen und seither bis 2011 vom Rat für Formgebung organisiert und verliehen, wird in diesem Jahr von DMY Berlin ausgerichtet. DMY ist eine 2003 gegründete Agentur, die in den letzten Jahren das gleichnamige Berliner Designfestivals international bekannt machte, das zunächst als Segment des Berliner Designmai entstand und diesem später nachfolgte.

Weniger für mehr?

Vorerst für ein Jahr, mit der Option auf Verlängerung erhielt DMY Berlin eine Dienstleistungslizenz des Auslobers, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Das Ministerium reduziert die ökonomische Beteiligung des Bundes am Designpreis nimmt dennoch auf dessen Ausgestaltung starken Einfluss. Lediglich im unwahrscheinlichen Fall des Scheiterns garantiert eine Ausfallbürgschaft (eine Art Rettungsschirm für den Designpreis), dass der Veranstalter nur auf einem Teil seiner Kosten sitzen bliebe. Zuletzt waren im Bundeshaushalt insgesamt 240.000 bis 280.000 Euro als Haushaltsansatz für Projekte des Rat für Formgebung festgeschrieben.

Neuordnung der Beziehungen

Auch künftig will das Ministerium auf Projektbasis mit dem Rat zusammen arbeiten, wie der parlamentarische Staatssekretär im BMWi Hans-Joachim Otto betonte. Der Rat für Formgebung entstand Anfang der fünfziger Jahre auf Initiative des Deutschen Bundestages, um Verbrauchern, Herstellern und Händlern in Deutschland die kulturelle wie auch die wirtschaftliche Seite des Designs nahezubringen. Zudem war es seine Aufgabe Entwürfe und Produkte aus Deutschland – beispielsweise auf Weltausstellungen und Auslandsmessen – zu präsentieren.

Nach internen Recherchen einer „AG Förderprogramme" des Ministeriums, die bestehende Kooperationen überprüft, aber auch auf äußeren Druck von konkurrierenden Designpreis-Veranstaltern wie iF Industrie Forum Design und Red Dot Award startete das Ministerium eine Ausschreibung, die im Dezember 2011 mit dem Zuschlag an DMY abgeschlossen wurde. Der Rat für Formgebung versuchte durch Gründung eines neuen Preises gegenzusteuern, der zunächst „Designpreis Deutschland" hieß und mittlerweile als „German Design Award" verliehen wird, als „The German Design Council's Premier Prize". (News & Stories, „Verschärfter Wettbewerb", 24. Oktober 2011).

Veränderte Spielregeln

Mitte Januar stellte das Wirtschaftsministerium in Berlin seinen neuen Durchführungspartner der Öffentlichkeit vor. Drei Jahre lang, bis 2010, erhielt DMY vom Land Berlin eine Anschubförderung, finanziert sich seither allein durch Beiträge von Sponsoren, Eintrittsgelder und Anmeldegebühren der Aussteller. Zuletzt besuchten rund 30.000 Interessenten das mehrtägige Designfestival auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Mehr Effektivität, ein neues, von der Messe Frankfurt losgelöstes Umfeld in der Bundeshauptstadt verspricht man sich im Berliner Ministerium wie Otto betonte. Joerg Suermann, Geschäftsführer von DMY Berlin, erläuterte sein Konzept. Mit gezielten Veränderungen geht er auf Punkte ein, die in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert wurden. Nach wie vor versteht sich der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland" als „Preis der Preise", Zugangsbedingung bleibt also, bereits einen anderen Preis erhalten zu haben. Von der Praxis, alle Wettbewerbsteilnehmer automatisch als „Nominierte" zu bezeichnen, sobald sie die Gebühr zur Teilnahme entrichtet haben, rücken Suermann und das Ministerium ab. Anfang März startet die Bewerbungs- und Nominationsphase. Und wie sieht Joerg Suermann, Geschäftsführer von DMY Berlin das Verhältnis zum neuen Rats-Preis? „Wir führen den Preis im offiziellen Auftrag durch. Nach unseren Recherchen gehen wir davon aus, dass die Einreicher das Original, die Auszeichnung des Bundes haben möchten."

Eine wesentliche Neuerung ist, dass sämtliche eingereichten Arbeiten, die den formalen Kriterien genügen, in den Hangars des einstigen Flughafen Tempelhof im Rahmen des DMY-Festivals vom 6. bis 10. Juni ausgestellt werden. Die designinteressierten Besucher erhalten so die Gelegenheit, sich die Beiträge anzusehen. Festival und Wettbewerb werden so miteinander verknüpft. Zu dieser Gelegenheit nimmt auch die Jury ihre Bewertungen vor und verrät zunächst, welche Entwürfe sie für die Preisverleihung nominiert. Moderator der Jury wird Dr. Ulrich Romer sein, als Referatsleiter im Wirtschaftsministerium für „Normung, Patentpolitik, Erfinderförderung" zuständig und somit auch für den Designpreis. Eine Rückkehr zu den Anfängen des Designpreises, wo das Ministerium den Jury-Vorsitzenden stellte. Neu ist ebenfalls, dass die Preise auf einer eigenen Gala-Veranstaltung in der Hauptstadt ohne Kopplung an andere Events – voraussichtlich im Oktober – feierlich verliehen werden.

Höhere Teilnahmekosten, keine Siegergebühr

Auch der Diskussion um ausufernde Teilnahmegebühren begegnen DMY und Ministerium. Zwar steigen die Kosten pro eingereichtem Beitrag von zuletzt 180 Euro kräftig auf künftig 350 Euro, eine Summe, die jedes Designbüro zahlen kann, wie Suermann feststellt. Weitere Extras und Zusatzgebühren für Teilnehmer und/oder Gewinner werden nicht verlangt, geloben die Veranstalter. Der neue Bundespreis verzichtet damit auf all die Handling-Pauschalen, Winner-Packages, Monatsabschläge, Extras für Großplakate und was sich Veranstalter an großen und kleinen Spezialkosten in den vergangenen Jahren noch alles haben einfallen lassen. Das „Awardbusiness" wie es Raban Ruddigkeit auf Fontblog nennt, könnte dadurch in der Tat etwas an Würze und Konkurrenz gewinnen. Zum Beispiel hält Suermann einen gedruckten Katalog der Preisträger für entbehrlich. Sollte sich nicht doch noch ein Verlag finden, der die Finanzierung übernehmen mag, sieht er am Markt schlicht keinen Bedarf mehr. Kein großer Verlust, denkt man an die dicken Prachtbände, die den Anlass kaum überdauern, da sie vorwiegend mit Werbetexten und Jury-Prosa gefüllt sind. Schade wäre es dagegen um die monographischen Beiträge zum Persönlichkeitspreis.

Zweierlei Umwelt

Eher kritisch zu sehen ist, wie der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland" sich dem Thema Umwelt widmet. Sind Nachhaltigkeit und Einhaltung von Umweltauflagen nicht längst Bestandteil jeder Produktentwicklung? Sie sollten es sein. Und Produkte, die dem widersprechen, können im Grunde nicht beanspruchen preiswürdig gestaltet zu sein. Hier ist künftig vorgesehen, zu den bekannten Kategorien Produkt, Kommunikation und Nachwuchs sowie dem Persönlichkeitspreis nun noch die Bewertung einer ökologischen Komponente zu ergänzen. Auf Wunsch des Einreichers, kann er sich unter diesem Zusatzaspekt beurteilen lassen, um in einer Unterkategorie erfolgreich zu sein. Nicht ganz abgestimmt scheint hier das Regierungshandeln: Gerade erst startete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zusammen mit dem Umweltbundesamt und dem Berliner IDZ den „Bundespreis Ecodesign", der ökologische und gestalterische Qualität zum Gegenstand hat und Eigenaussagen der Hersteller und Entwerfer umfassend bewerten will.

Vorläufiges Fazit: Der alte Preis tritt in neuem Gewand auf. Eine Chance zur Erneuerung wurde genutzt. Dass künftig weniger öffentliche Gelder in die Designförderung fließen, ist bedauerlich. Ursache ist aber auch, dass es noch immer an Konzepten fehlt, Design zeitgemäß neu und stimmig zu fassen. Für DMY bedeutet die Veranstaltung des Designpreises eine Herausforderung. Gerade weil der Preis sich künftig (vielleicht sogar mehr als zuletzt beim Rat) als Staatspreis versteht, entsteht eine inhaltliche Spannung zum DMY Festival, das bislang vor allem ein Nachwuchsforum war. Für Besucher und Teilnehmer könnte dies durchaus reizvoll werden. Interessant auch, wie eine Gala-Zeremonie in Berlin künftig aussehen wird: Eher wie ein Business-Event? Wie eine große Party? Oder doch eher ein anregendes Zusammentreffen selbstbewusster Profis aus Politik und Gestaltung? Wir werden es erleben.

Der Rat für Formgebung, dem ein wichtiger Baustein seiner Existenz vorerst entzogen wurde, könnte nun womöglich neue Kraft gewinnen, wenn er sich stärker als Selbstorganisation, als Forum der gestalterisch aktiven Kräfte sähe und deren Ziele artikulierte. Das ist zunächst schmerzhaft, weil es keinen Umsatz bringt, doch womöglich entstünden dabei neue Impulse, die über das bekannte „Awardbusiness" hinausgehen.

www.bundesdesignpreis.de
www.designpreis.de

Lesen Sie dazu auch:
„Verschärfter Wettbewerb"
„Wer also willens war zu lesen ..."

News & Stories › 2012 › Februar
Hoffnung für das Original
von Thomas Edelmann | 9. Februar 2012
Zunächst für ein Jahr erhält DMY aus Berlin die Lizenz für die Umsetzung des „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland“. Das Bundeswirtschaftsministerium stellte nach einigen Anlaufschwierigkeiten nun seinen neuen Partner für die Ausrichtung des traditionsreichen Preises vor. Zu den Neuerungen gehört, dass die eingereichten Arbeiten während des DMY-Festivals in den Hangars des einstigen Flughafens Tempelhof einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.
Ein Neuanfang nach 42 Jahren: Der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland", 1969 als „Bundespreis Gute Form" vom Bundesministerium für Wirtschaft ins Leben gerufen und seither bis 2011 vom Rat für Formgebung organisiert und verliehen, wird in diesem Jahr von DMY Berlin ausgerichtet. DMY ist eine 2003 gegründete Agentur, die in den letzten Jahren das gleichnamige Berliner Designfestivals international bekannt machte, das zunächst als Segment des Berliner Designmai entstand und diesem später nachfolgte.

Weniger für mehr?

Vorerst für ein Jahr, mit der Option auf Verlängerung erhielt DMY Berlin eine Dienstleistungslizenz des Auslobers, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Das Ministerium reduziert die ökonomische Beteiligung des Bundes am Designpreis nimmt dennoch auf dessen Ausgestaltung starken Einfluss. Lediglich im unwahrscheinlichen Fall des Scheiterns garantiert eine Ausfallbürgschaft (eine Art Rettungsschirm für den Designpreis), dass der Veranstalter nur auf einem Teil seiner Kosten sitzen bliebe. Zuletzt waren im Bundeshaushalt insgesamt 240.000 bis 280.000 Euro als Haushaltsansatz für Projekte des Rat für Formgebung festgeschrieben.

Neuordnung der Beziehungen

Auch künftig will das Ministerium auf Projektbasis mit dem Rat zusammen arbeiten, wie der parlamentarische Staatssekretär im BMWi Hans-Joachim Otto betonte. Der Rat für Formgebung entstand Anfang der fünfziger Jahre auf Initiative des Deutschen Bundestages, um Verbrauchern, Herstellern und Händlern in Deutschland die kulturelle wie auch die wirtschaftliche Seite des Designs nahezubringen. Zudem war es seine Aufgabe Entwürfe und Produkte aus Deutschland – beispielsweise auf Weltausstellungen und Auslandsmessen – zu präsentieren.

Nach internen Recherchen einer „AG Förderprogramme" des Ministeriums, die bestehende Kooperationen überprüft, aber auch auf äußeren Druck von konkurrierenden Designpreis-Veranstaltern wie iF Industrie Forum Design und Red Dot Award startete das Ministerium eine Ausschreibung, die im Dezember 2011 mit dem Zuschlag an DMY abgeschlossen wurde. Der Rat für Formgebung versuchte durch Gründung eines neuen Preises gegenzusteuern, der zunächst „Designpreis Deutschland" hieß und mittlerweile als „German Design Award" verliehen wird, als „The German Design Council's Premier Prize". (News & Stories, „Verschärfter Wettbewerb", 24. Oktober 2011).

Veränderte Spielregeln

Mitte Januar stellte das Wirtschaftsministerium in Berlin seinen neuen Durchführungspartner der Öffentlichkeit vor. Drei Jahre lang, bis 2010, erhielt DMY vom Land Berlin eine Anschubförderung, finanziert sich seither allein durch Beiträge von Sponsoren, Eintrittsgelder und Anmeldegebühren der Aussteller. Zuletzt besuchten rund 30.000 Interessenten das mehrtägige Designfestival auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Mehr Effektivität, ein neues, von der Messe Frankfurt losgelöstes Umfeld in der Bundeshauptstadt verspricht man sich im Berliner Ministerium wie Otto betonte. Joerg Suermann, Geschäftsführer von DMY Berlin, erläuterte sein Konzept. Mit gezielten Veränderungen geht er auf Punkte ein, die in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert wurden. Nach wie vor versteht sich der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland" als „Preis der Preise", Zugangsbedingung bleibt also, bereits einen anderen Preis erhalten zu haben. Von der Praxis, alle Wettbewerbsteilnehmer automatisch als „Nominierte" zu bezeichnen, sobald sie die Gebühr zur Teilnahme entrichtet haben, rücken Suermann und das Ministerium ab. Anfang März startet die Bewerbungs- und Nominationsphase. Und wie sieht Joerg Suermann, Geschäftsführer von DMY Berlin das Verhältnis zum neuen Rats-Preis? „Wir führen den Preis im offiziellen Auftrag durch. Nach unseren Recherchen gehen wir davon aus, dass die Einreicher das Original, die Auszeichnung des Bundes haben möchten."

Eine wesentliche Neuerung ist, dass sämtliche eingereichten Arbeiten, die den formalen Kriterien genügen, in den Hangars des einstigen Flughafen Tempelhof im Rahmen des DMY-Festivals vom 6. bis 10. Juni ausgestellt werden. Die designinteressierten Besucher erhalten so die Gelegenheit, sich die Beiträge anzusehen. Festival und Wettbewerb werden so miteinander verknüpft. Zu dieser Gelegenheit nimmt auch die Jury ihre Bewertungen vor und verrät zunächst, welche Entwürfe sie für die Preisverleihung nominiert. Moderator der Jury wird Dr. Ulrich Romer sein, als Referatsleiter im Wirtschaftsministerium für „Normung, Patentpolitik, Erfinderförderung" zuständig und somit auch für den Designpreis. Eine Rückkehr zu den Anfängen des Designpreises, wo das Ministerium den Jury-Vorsitzenden stellte. Neu ist ebenfalls, dass die Preise auf einer eigenen Gala-Veranstaltung in der Hauptstadt ohne Kopplung an andere Events – voraussichtlich im Oktober – feierlich verliehen werden.

Höhere Teilnahmekosten, keine Siegergebühr

Auch der Diskussion um ausufernde Teilnahmegebühren begegnen DMY und Ministerium. Zwar steigen die Kosten pro eingereichtem Beitrag von zuletzt 180 Euro kräftig auf künftig 350 Euro, eine Summe, die jedes Designbüro zahlen kann, wie Suermann feststellt. Weitere Extras und Zusatzgebühren für Teilnehmer und/oder Gewinner werden nicht verlangt, geloben die Veranstalter. Der neue Bundespreis verzichtet damit auf all die Handling-Pauschalen, Winner-Packages, Monatsabschläge, Extras für Großplakate und was sich Veranstalter an großen und kleinen Spezialkosten in den vergangenen Jahren noch alles haben einfallen lassen. Das „Awardbusiness" wie es Raban Ruddigkeit auf Fontblog nennt, könnte dadurch in der Tat etwas an Würze und Konkurrenz gewinnen. Zum Beispiel hält Suermann einen gedruckten Katalog der Preisträger für entbehrlich. Sollte sich nicht doch noch ein Verlag finden, der die Finanzierung übernehmen mag, sieht er am Markt schlicht keinen Bedarf mehr. Kein großer Verlust, denkt man an die dicken Prachtbände, die den Anlass kaum überdauern, da sie vorwiegend mit Werbetexten und Jury-Prosa gefüllt sind. Schade wäre es dagegen um die monographischen Beiträge zum Persönlichkeitspreis.

Zweierlei Umwelt

Eher kritisch zu sehen ist, wie der „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland" sich dem Thema Umwelt widmet. Sind Nachhaltigkeit und Einhaltung von Umweltauflagen nicht längst Bestandteil jeder Produktentwicklung? Sie sollten es sein. Und Produkte, die dem widersprechen, können im Grunde nicht beanspruchen preiswürdig gestaltet zu sein. Hier ist künftig vorgesehen, zu den bekannten Kategorien Produkt, Kommunikation und Nachwuchs sowie dem Persönlichkeitspreis nun noch die Bewertung einer ökologischen Komponente zu ergänzen. Auf Wunsch des Einreichers, kann er sich unter diesem Zusatzaspekt beurteilen lassen, um in einer Unterkategorie erfolgreich zu sein. Nicht ganz abgestimmt scheint hier das Regierungshandeln: Gerade erst startete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zusammen mit dem Umweltbundesamt und dem Berliner IDZ den „Bundespreis Ecodesign", der ökologische und gestalterische Qualität zum Gegenstand hat und Eigenaussagen der Hersteller und Entwerfer umfassend bewerten will.

Vorläufiges Fazit: Der alte Preis tritt in neuem Gewand auf. Eine Chance zur Erneuerung wurde genutzt. Dass künftig weniger öffentliche Gelder in die Designförderung fließen, ist bedauerlich. Ursache ist aber auch, dass es noch immer an Konzepten fehlt, Design zeitgemäß neu und stimmig zu fassen. Für DMY bedeutet die Veranstaltung des Designpreises eine Herausforderung. Gerade weil der Preis sich künftig (vielleicht sogar mehr als zuletzt beim Rat) als Staatspreis versteht, entsteht eine inhaltliche Spannung zum DMY Festival, das bislang vor allem ein Nachwuchsforum war. Für Besucher und Teilnehmer könnte dies durchaus reizvoll werden. Interessant auch, wie eine Gala-Zeremonie in Berlin künftig aussehen wird: Eher wie ein Business-Event? Wie eine große Party? Oder doch eher ein anregendes Zusammentreffen selbstbewusster Profis aus Politik und Gestaltung? Wir werden es erleben.

Der Rat für Formgebung, dem ein wichtiger Baustein seiner Existenz vorerst entzogen wurde, könnte nun womöglich neue Kraft gewinnen, wenn er sich stärker als Selbstorganisation, als Forum der gestalterisch aktiven Kräfte sähe und deren Ziele artikulierte. Das ist zunächst schmerzhaft, weil es keinen Umsatz bringt, doch womöglich entstünden dabei neue Impulse, die über das bekannte „Awardbusiness" hinausgehen.

www.bundesdesignpreis.de
www.designpreis.de

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