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Schottenrock und Norwegerpulli für die Terrasse
von Thomas Edelmann | 17. April 2009
„Design ist unsichtbar", formulierte einst Lucius Burckhardt. Man könne die Welt als eine Welt von Gegenständen auffassen oder als eine von Kontexten, beschrieb der Schweizer Nationalökonom und Soziologe verschiedene Wahrnehmungsweisen, die Gestaltung in höchst unterschiedlicher Weise prägen. Wenn man heute erfolgreich Gartenmöbel entwerfen und produzieren will, muss man sich von schematischem Denken befreien. Früher folgten Möbel für den Garten speziellen typologischen Vorgaben, von denen sich neuere Entwürfe lösen. Zeitgenössische Gartenmöbel sind beinahe schon genauso gut in der Wohnung vorstellbar wie auf der Wiese, am Pool oder auf der Terrasse. Vorbei sind die Zeiten der wackeligen Leichtgewichte, die immer ein wenig provisorisch wirkten. Und auch die der unbeweglichen Monumente, der unerschütterlich massiven Gartenbänke etwa. Sie alle waren empfindlich, bedurften des Schutzes und der intensiven Pflege.

Als Bobby Dekeyser 1990 vom Profifußballer bei Bayern München zum Dedon-Firmengründer und Outdoor-Möbelhersteller wurde, hat er das Konzept des „Wohnzimmers im Freien" erfunden. Statt herkömmlicher Typologien, versammelt er Entwürfe, die das Ausruhen, Entspannen und Kräfte sammeln im Freien in eine oft ungewöhnliche Form bringen. Seine Idee beruht auf der intelligenten Verbindung von industrieller Produktion und handwerklicher Fertigung. Im Headquarter in Lüneburg wird die Dedon-Faser, eine besonders widerstandsfähige und auch farblich beständige Kunststoff-Faser produziert. Rund um die Uhr laufen die Maschinen. Anschließend flechten daraus auf der philippinischen Insel Cebu mehr als 3000 Mitarbeiter Unikate, allerdings mit der Präzision eines Uhrwerks. Dedon investiert dabei in Aus- und Weiterbildung und garantiert soziale Standards.

Wer diese Grundlagen kennt, begreift sofort die neue Special Edition D.D.C. (Dedon Dress Code). Sind es etwa bedruckte Textilien, mit denen Dedon die Kollektion Slim Line von Jean-Marie Massaud nun bezogen hat? Nein, es ist die bewährte durchgefärbte Dedon-Faser, die hier in ungewohnten farblichen Kombinationen verarbeitet wird. Dekor und konstruktives Material sind eins. Während Massauds Slim Line sonst nur in Carbon oder Chalk lieferbar ist, besteht die Special Edition aus den Kollektionslinien Cambon, Marseille, Oslo und Edinburgh.

Der Dedon Dress Code knüpft dabei an spezifische Vorstellungs- und Stilwelten der Mode an. Dabei steht das traditionelle Schottenmuster „Edinburgh" nicht allein nur für die Kultur der Highlands, sondern für Grenzüberschreitungen wie sie die britische Punk-Ära von den Sex Pistols bis zu Vivienne Westwood zum Prinzip erhob. „Cambon" dagegen transferiert den New Look der Fünfzigerjahre mit seinen charakteristischen Pied-de-Poule-Mustern ins großformatige Möbeldekor. In der Mode und Inneneinrichtung, beispielsweise bei der Vorwerk-Kollektion „Inspiration", und selbst im Autodesign, etwa beim Kia „Soul", sind ironisch vergrößerte Hahnentritt-Muster derzeit häufiger zu sehen. „Marseille" - ein Gewebe mit leuchtend blauen Akzentstreifen, bezieht sich auf den Matrosen-Look wie er an der französischen Riviera immer wieder en vogue war und ist - und damit zugleich auf eine der Sehnsuchtslandschaften, in denen die Idee vom „Wohnzimmer im Freien" besonders plausibel erscheint. „Oslo", ein etwas kleinteiligeres Dekor, soll laut Pressetext „ungezähmte Wildnis und Härte" der skandinavischen Landschaften verkörpern, Vorbild ist hier der Norweger-Pulli.
Dedon stellt die Special Edition D.D.C. erstmals während der Mailänder Möbelmesse im Showroom in der Via Savona 50 vor.
OSLO
CAMBON
EDINBURGH und MARSEILLE