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Fassadenelement mit textiler Bewehrung für die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke bei Istanbul von Techtextil-Aussteller Solidian
Fassadenelement mit textiler Bewehrung für die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke bei Istanbul von Techtextil-Aussteller Solidian
© Fibrobeton
Fassadenelement mit textiler Bewehrung für die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke bei Istanbul von Techtextil-Aussteller Solidian

Stylepark x Techtextil
Vom All in die Architektur

Mit UN Studio auf den Mars reisen, neue Produkte und neue Anwendungen für eine leichte Architektur entdecken: Wir stellen Ihnen die Highlights der diesjährigen Techtextil vor.
von Fabian Peters | 19.04.2017

Wer bisher annahm, technische Textilien spielen in der Architektur keine tragende Rolle, sollte an Frei Otto und seine Pionierarchitekturen und Konstruktionen in Sachen Leichtbau denken – und dann auch gleich an die Raumfahrt, dem Leben im All und auf dem Mars. Warum? Das erfahren die Besucher der diesjährigen Techtextil in Frankfurt am Main, der internationalen Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe, die vom 9. bis 12. Mai stattfindet.

Die Messe hat in diesem Jahr gleich zwei überaus spannende Partner, nämlich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Raumfahrtagentur (ESA), gewinnen können – sowie den Stararchitekten Ben van Berkel vom niederländischen Büro UN Studio. Gemeinsam präsentieren sie das Special Event "Living in Space", das den Höhepunkt der diesjährigen Techtextil und der parallel stattfindenden "Texprocess" darstellt. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung technischer Textilien in der Raumfahrt. Ein Feld, das auch für Architekten von besonderem Interesse ist. Gerade dann, wenn aus Forschungsergebnissen der Raumfahrt Produkte für die Bauindustrie werden – etwa weil deren Eigenschaften, etwa Temperaturbeständigkeit oder Widerstandsfähigkeit, auch für Massenprodukte von großem Vorteil sind.

Symbolbild "Living in Space"
Ins All mit Textilien: Das Special Event "Living in Space" ist ein Höhepunkt der diesjährigen Techtextil.
© Messe Frankfurt
Ins All mit Textilien: Das Special Event "Living in Space" ist ein Höhepunkt der diesjährigen Techtextil.

Mit UN Studio zum Mars

Für "Living in Space" entsteht in der Halle 6.1 – im Umfeld der Aussteller für technische Textilien und Bekleidungs-Funktionstextilien – eine aufwendig gestaltete Sonderfläche. Hierfür haben UN Studio und die Spezialisten von MDT-tex einen spektakulär geformter Pavillon entworfen, der die Möglichkeiten textiler Architektur eindrucksvoll demonstriert.  

In Zusammenarbeit mit den Techtextil-Partnern DLR und ESA wird ebenso fundiert wie unterhaltsam erklärt, wie technische Textilien das Überleben im All erst möglich machen. In den vier Themenfeldern "Mobility", "Clothing", "Civilisation" und "Architecture" werden Technologien und Produkte mit Anwendung oder Bezug zur Raumfahrt gezeigt. 

Den Höhepunkt des Areals bildet ein interaktives Virtual-Reality-Erlebnis, bei dem die Messebesucher im Pavillon von UN Studio und MDT-tex eine Marsreise antreten können. Die virtuelle Weltraumkolonie, die sie dort ganz bequem mit Hilfe einer VR-Brille besuchen, verwendet technische Textilien, die eine Besiedelung des Alls erst ermöglichen.

Symbolfoto Textile Baustoffe, Techtextil 2017
Textile Baustoffe sind das Thema beim Techtextil-Schwerpunkt "Buildtech".
© Messe Frankfurt
Textile Baustoffe sind das Thema beim Techtextil-Schwerpunkt "Buildtech".

In Frei Ottos Fußspuren

Der Schwerpunkt "Buildtech" ist für Architekten von besonderer Relevanz und nimmt auf der Messe breiten Raum ein. Mehr als ein Drittel der über 1.400 Aussteller präsentieren Produkte und Angebote für das Bauen mit Textilien. Die Spanne reicht dabei vom textilbewehrten Beton bis zu Geweben für Leichtbaukonstruktionen. 

Ergänzend veranstaltet die Techtextil gemeinsam mit dem internationalen Netzwerk TensiNet den Studentenwettbewerb "Textile Strukturen für neues Bauen", der die Möglichkeiten textiler Materialien als Baustoff in den Fokus stellt. Gleichzeitig will der Wettbewerb den Austausch zwischen Studierenden und Industrie befördern. Ein besonderer Schwerpunkt des Wettbewerbs liegt auf dem Thema "Wiederverwertbarkeit und Recycling". Werner Sobek, Leiter des renommierten Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK) an der Universität Stuttgart – das Institut, das einst von Frei Otto gegründet wurde ­–, ist Vorsitzender der Wettbewerbsjury. Die Sieger in den Kategorien Makroarchitektur, Mikroarchitektur, Materialinnovation, Umwelt und Ökologie, Composites und Hybrid-Strukturen werden am ersten Messetag ausgezeichnet. 

„Innovative Apparel Show“ , Techtextil 2015
Mode aus Hightech-Stoffen zeigt die „Innovative Apparel Show“.
© Messe Frankfurt
Mode aus Hightech-Stoffen zeigt die „Innovative Apparel Show“.

Bereits zum zweiten Mal nach der Premiere auf der Techtextil 2015 findet auf der Messe die „Innovative Apparel Show“ statt. Hochschulen für Mode und Design aus vier europäischen Ländern präsentieren an allen Messetagen Entwürfe, die technische Textilien und fortschrittliche Verarbeitungstechnologien verwenden. Teilnehmen werden unter anderem Studenten der Pariser Esmod und der Accademia Italiana in Florenz.

Begleitend zur Messe findet zum 19. Mal das Techtextil Symposium zur Textilforschung statt, das diesmal sogar noch konzeptionell erweitert wurde. 49 Vorträge in sieben Themenblöcken bieten jede Menge interessanter Beiträge. Erstmalig ist in diesem Jahr die Chemiefasertagung Dornbirn (Dornbirn-MFC) Kooperationspartner und gestaltet einen der sieben Vortragsblöcke. Veranstaltungsort des Symposiums ist der Saal Europa in der Halle 4.0.

Techtextil - Internationale Leitmesse für Technische Textilien und Vliesstoffe

Messe Frankfurt
Vom 9. bis 12. Mai 2017
Öffnungszeiten: 

9 – 18 Uhr (9. bis 11. Mai)
9 – 17 Uhr (12. Mai)