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Die hohe Kunst des Faltenwurfs

Studio Besau-Marguerre hat für Fürstenberg einen Beistelltisch aus Porzellan entworfen.
von Markus Hieke | 31.01.2019

In vielerlei Hinsicht ist es ein außergewöhnliches Experiment, auf das sich Fürstenberg und das Studio Besau-Marguerre mit diesem Porzellanobjekt eingelassen haben. Nein, keine Dekofigur und auch kein Tafelgeschirr schwebte dem Hamburger Designerpaar vor, als das niedersächsische Traditionshaus mit dem gekrönten F im Signet sie mit einem exklusiven Entwurf beauftragte. "Plisago" ist ein Beistelltisch, den es so noch nie gegeben hat: Zwei konisch ineinandergreifende Zylinder und eine plissierte, matt glasierte Oberfläche mit diamantgeschliffener Tischoberseite kennzeichnen das Kleinmöbel. Besonders ist allerdings nicht nur der Materialeinsatz, sondern auch die Entwurfstechnik: "Den Beistelltisch haben wir mithilfe einer für das Projekt entwickelten Software für ein CAD-Programm generiert", berichtet Marcel Besau. Entstanden ist ein Zusammenspiel aus Parametern, Algorithmen und Zufall – gezielte Asymmetrie also, und eine Struktur zwischen textil und fragil. 

"Der Scherben, also die Rohmasse, ist identisch mit der aller anderen Produkte aus dem Hause Fürstenberg", erklärt Eva Marguerre. Einmalig dagegen war die Herausforderung, vor der man bei der Produktion des Tisches stand. Allein mit der Dimension des Tisches brachte das Designduo die Manufaktur an ihre Grenzen: "Wir haben die Größe des Ofens voll ausgereizt", berichten die Designer. Außerdem muss der Tisch kopfüber gebrannt werden, da die Masse der Tischoberfläche sonst im Ofen einsacken würde. "Nicht zuletzt haben die Form und die Plisseefalten einen stützenden Effekt." 

"Plisago" gibt es in zwei verschiedenen Höhen sowie als Miniaturversion, jeweils in klassischem Weiß oder zartem Rosé. In Kürze wird das Möbelstück mit dem German Design Award 2019 in Gold in der Kategorie Furniture ausgezeichnet.