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IMM COLOGNE FEATURED EDITIONS

Mieser Zahnersatz

Philipp Mainzer jagt
Plagiate des Backenzahns.

16.01.2016

Am liebsten wäre es Philipp Mainzer, er könnte den Kopisten dieser Welt endlich mal den Zahn ziehen, damit sie nicht weiter Produkte des Unternehmens nachahmen. Oder sollte sich e15 jenseits aller Ökonomie glücklich schätzen, so oft kopiert zu werden – beschreibt doch der Philosoph Byung-Chul Han in seinem Buch „Shanzai. Dekonstruktion auf Chinesisch“, dass in der chinesischen Kultur das Kopieren des Meisters ein Teil des Lernens des Schülers, also eine Ehre sei. Doch weder stammen alle Kopien des „Backenzahn“-Hockers aus China, noch sind sie dem Original zum verwechseln ähnlich. Das zeigt e15 in seiner Installation auf imm cologne und präsentiert ausgewählte Kopien in einer Gegenüberstellung, wie man sie aus Kriminalfilmen kennt.

Wann entstand der Backenzahn von e15?

Philipp Mainzer: Der Hocker „Backenzahn“ wurde 1996 entworfen. Wir feiern somit in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Die ersten Plagiate des Hockers tauchten bereits kurz nach der Vorstellung des Produkts auf. Mittlerweile ist der Backenzahn ein echter Designklassiker, der auch in verschiedenen Museumskollektionen vertreten ist.

Haben Sie ein Lieblingsplagiat?

Nein. Alle Plagiate stellen ein Schaden für e15 und das Prinzip des Urheberrechts dar.

Weshalb gibt es eigentlich keinen Schneidezahn?

Für die unverkennbare Form des Backenzahns werden Holzabschnitte aus der Produktion des „Bigfoot“ Tisches verwendet. Die Idee für den Hocker entwickelte sich vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit, da man die Abfälle aus der Produktion des Tischs nicht einfach wegwerfen wollte. Maße und Form des Hockers waren also zum Teil bereits vorgegeben. Durch das Anschrägen der Beine entstand dann die charakteristische Form, die einem Backenzahn ähnelt.


www.e15.com

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