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Scharfe Kante im Wiesenviertel
26.11.2015

Wie transformiert man einen durchaus ikonischen Bau, dessen Fassade aber in die Jahre gekommen ist und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht? Dieser Aufgabe haben sich Andreas Ferstl in Muck Petzet und Partner Architekten gestellt, als sie ein Wohn- und Verwaltungsgebäude in Münchens ältestem Villenquartier modernisierten. Einerseits sollte es Bezug zu den historischen Bauten in unmittelbarer Nachbarschaft nehmen, andererseits wünschte sich der Bauherr eine zeitgemäße Außenhülle. Seit Oktober 2015 ist das Gebäude am Bavariaring nun wieder bezugsfähig – und fällt vor allem durch seine plastische Fassade aus Betonelementen von Rieder ins Auge.

Der fünfgeschossige Bau war bis zur Modernisierung ein Kind seiner Zeit: In den 1970er Jahren von den Architekten Ackermann und Partner entworfen und gebaut, zeichnete die Architektur eine Pfosten-Riegelfassade mit Bleischindelverkleidung aus. Auch die Büroräume waren aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß: Zu dunkel und in ihren Nutzungsmöglichkeiten nicht ausreichend flexibel. Deswegen bauten Andreas Ferstl und sein Team das Lager im Erdgeschoss zu einem großzügigen Konferenzbereich um. Ein schalldämmendes Vorhangsystem ermöglicht die flexible Zonierung des Geschosses in unterschiedlich nutzbare Bereiche, die je nach Bedarf kleiner oder größer gestaltet werden können. Möglichst offen und flexibel hielten sie auch die darüber liegenden Bürogeschosse, in die nun mehr Tageslicht dringen kann.

Die Wohnungen in den oberen Stockwerken blieben hingegen unverändert – zumindest was ihre Grundrisse betraf. Erneuerungsbedarf stellten die Architekten jedoch bei der Pfosten-Riegel-Fassade fest, die optisch nicht zu den Fassaden der umliegenden Villen passte. Mit geschosshohen Glasfaserbetonelementen von Rieder aus der Linie „FibreC 3D“ gestalteten die Architekten eine scharfkantige, geknickte Fassade, die den raumhohen Fenstern einen Rahmen mit besonderer Tiefenwirkung gibt. Der Werkstoff bot noch einen weiteren Vorteil: Er lässt sich verformen und konnte so präzise über die Ecken geführt werden. Ungewöhnlich plastisch wirkt jetzt die Aussenhülle des Wohn- und Verwaltungsgebäudes, das sich mit massivem Baukörper und klassischem Zeltdach zwar gut in das historische Villenquartier einfügt, aber dennoch sehr modern daherkommt.

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Frischer Wind im Münchner Wiesenviertel: Das Wohn- und Verwaltungsgebäude aus den 1970er Jahren erstrahlt nun mit neuer Fassade aus Betonelementen von Rieder in neuem Glanz. Foto © Ditz Fejer

Mit massivem Korpus und Zeltdach nimmt das Gebäude architektonisch Bezug zu den repräsentativen Stadtvillen in unmittelbarer Nachbarschaft – die geknickte Fassade aus „FibreC 3 D“ ist eine geschickte Neuinterpretation klassischer Elemente. Foto © Ditz Fejer

Der Werkstoff ist verformbar und kann daher mühelos über Ecken geführt werden. Architekten können sich so präzise Kanten und dreidimensionale Formen realisieren.
Foto © Ditz Fejer

Das ehemalige Lager im Erdgeschoss wurde zum weitläufigen Konferenzbereich umgestaltet, der sehr hell und freundlich wirkt. Ein schalldämmendes Vorhangsystem erlaubt die flexible und bedarfsgerechte Nutzung einzelner Zonen. Foto © Ditz Fejer

Trapezförmiger Grundriss und fünf Geschosse: In den unteren Etagen wurden zeitgemäße Büroräume eingerichtet, die oberen Stockwerke bieten Platz für mehrere Wohnungen und eine Dachterrasse, die einen fantastischen Ausblick über das Wiesenviertel gewährt.
Foto © Ditz Fejer

Am Bavariaring: Inmitten historischer Villen mit Putz- und Lochfassaden wird das modernisierte Haus mit ungewöhnlich plastischer Fassade zum Hingucker.
Foto © Ditz Fejer

Vorgefertigte Platten aus silbergrauem „FibreC 3D“: Die geknickten Elemente sind auf beiden Seiten schalungsglatt und durch die hohe Qualität des Werkstoffes unempfindlich und sehr langlebig. Foto © Ditz Fejer

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