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Tradition neu interpretiert
von Sophia Muckle | 16.04.2007

Stefan Diez gilt als einer der innovativsten und vielversprechendsten Designer der jüngeren Generation in Deutschland, der bereits heute internationales Renommée erreicht hat. Er ist dafür bekannt, jedes seiner Projekte mit großem Ernst und umfangreichen Recherchen anzugehen. So auch bei seinen Entwürfen für die Frankenberger Traditionsfirma Thonet, die auf der soeben begonnenen Mailänder Möbelmesse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Als Ahnen der beiden Modell-Varianten 404 und 404 F gelten Stefan Diez die historischen Bugholzstühle 214 und 209 aus den Jahren 1859 und 1900: der eine ist der Prototyp des "Thonet-Stuhls" schlechthin, in seiner konsequenten und günstigen Produktionsweise damals ein Serienprodukt par excellence, welches im 19. Jahrhundert einen ganzen Industriestil begründete. Der andere, voluminöser und von großzügiger Eleganz, ist wie ersterer bis heute Bestandteil der Thonet Kollektion.

"Für mich ist das Thema Dreidimensionalität eng mit der Geschichte von Thonet verbunden: diese verrückte Idee, Holz so zu biegen, als ob es ein zweites mal ‚wächst'," sagt Stefan Diez. Und so kommt beim Programm 404 in Thonet-Tradition verformtes Holz zum Einsatz, allerdings als modernem Schicht- und Formholz. Eine neuartig-konstruktive Bauweise ist dabei charakteristisch für das Programm 404. Die Sitzfläche wird zum verbindenden Element für Beine und Rückenlehne.

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