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Kaum etwas ist stärker mit dem Begriff Design verbunden als das Wohnmöbel. Designermöbel sind ein feststehender Begriff und verkörpern Geschmack und Individualität, außergewöhnliche Form, kostbares Material und Exklusivität. 

Dabei sind die meisten dieser Eigenschaften in den seltensten Fällen das Ziel von Design und Designern. Vielmehr soll gutes Design praktisch und funktionell sein. Die Funktion steht bei Designern fast immer im Mittelpunkt ihres Entwurfs. Ein Designermöbel ist also idealerweise ein Möbelstück, dass nicht in erster Linie nur ästhetisch ist, sondern das auf besonders durchdachte und gegebenenfalls innovative Art und Weise seiner Funktion gerecht wird, egal ob Stuhl oder Tisch, Sofa oder Bett, Garderobe oder Küche.


Die Entstehung von Design

Design entstand am Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Bestrebung heraus, Einrichtungsgegenstände und technische Geräte von überflüssigem Ornament zu befreien, das oftmals teuer in der Herstellung war und doch die Funktionalität beeinträchtigte. Materialgerechtigkeit und eine der industriellen Herstellungsweise angepasste Form waren die zentrale Forderungen des Deutschen Werkbundes. 

Das Bauhaus entwickelte diese Ideen nach dem Ersten Weltkrieg durch minimalistische und noch radikalere Entwürfe weiter – etwa die berühmten Freischwinger aus Stahlrohr von Mart Stam und der sogenannte "Wassily"-Sessel von Marcel Breuer. Auch Ludwig Mies van der Rohes‘ berühmter "Barcelona Chair" und die berühmte Liege von Le Corbusier und Charlotte Perriand sowie Möbelentwürfe von Eileen Gray entstanden zu dieser Zeit. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg fasste die Moderne auch in den USA Fuß. Charles und Ray Eames entwarfen in Kalifornien ihre berühmten Stühle und Sessel, etwa den "Lounge Chair", den "Aluminium Chair" und den "Plastic Chair", die zu den Höhepunkten des Mid-Century Designs zählen. In Italien entwarfen in diesen Jahren Gio Ponti und andere Designer aufwendige Möbel, die oftmals zwischen Funktion und Luxus, zwischen Moderne und Tradition stehen. Das deutsche Design knüpfte vielfach an die Errungenschaften von Werkbund und Bauhaus an. Designer wie Max Bill, Dieter Rams oder Richard Sapper stehen für einen ästhetischen Funktionalismus, der Maßstäbe setzte.


Design Heute 

Heute ist das Design vielfältiger und abwechslungsreicher denn je und reicht vom verspieltesten Retro-Design bis zum kargsten Minimalismus. Designer wie Werner Aisslinger, Konstantin Grcic, Jasper Morrison oder Stefan Diez stellen zumeist Materialität, Funktion und Herstellung in den Mittelpunkt ihrer Entwürfe. Philippe Starck, Marcel Wanders oder Sebastian Herkner suchen dagegen eher nach der ausdrucksvollen Form, nach neuen oder überraschenden Oberflächen und Materialkombinationen.

Vor allem aber ist der Designprozess heute oftmals ganzheitlicher: Designer sind heute auch Experten für Fertigungstechniken, Ergonomie, Materialkunde und Nachhaltigkeit. Sie zielen mit ihren Entwürfen darauf ab, dem Käufer ein Höchstmaß an Komfort, Qualität, Langlebigkeit und Funktion zu bieten.