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Kei Ninomiya
© Moncler
Kei Ninomiya

Der Grenzgang als Manifest

Mit seinem Genius Building präsentierte Moncler auf der Mailänder Modewoche ein Experimentierlabor für Designer.
von Silke Bücker | 09.03.2018

Längst bieten die internationalen Schauen weit mehr als nur Bühnen zur Präsentation saisonal ausgerichteter Visionen von zeitgemäßer und anspruchsvoller Bekleidung. Zunehmend buhlen die Kreativ-Direktoren und Designer der High-Fashion-Brands mit spektakulären Inszenierungen, atemberaubendem Set-Design, überraschenden Kollaborationsansätzen oder dem innovativen Einsatz moderner Medien um die Aufmerksamkeit des Publikums – auch fernab des traditionellen Laufstegs. Denn die von Social-Media-Bilderfluten verwöhnten Zuschauer schenken inzwischen nicht selten ihren Mobiltelefonen mehr Aufmerksamkeit als der eigentlichen Show. Zeugen eines gelungenen Beispiels für die Mixtur aus Mode, Kunstinstallation und kreativem Team Building wurden vor kurzem die Besucher der Mailänder Modewoche – genauer gesagt jene, die auf der Gästeliste des italienischen Traditionshauses Moncler vermerkt waren. Die für ihre luxuriösen und federleichten Daunenjacken bekannte Marke schreibt mit dem "Genius Building" ein atemberaubendes Kapitel Modegeschichte und demonstriert damit nicht zum ersten Mal, wie man ein an sich klassisches Konzept souverän entstaubt.

Pierpaolo Piccioli
© Moncler
Pierpaolo Piccioli

Man stellte acht Designern, darunter Craig Green, Simone Rocha und Pierpaolo Piccioli im Palazzo delle Scintilla eigene Show Spaces zur Verfügung, um ihre persönlichen Interpretationen von Monclers Key-Piece darzulegen. Die britische Designerin Simone Rocha ließ ihre Modelle in viktorianisch angehauchten, dekonstruierten Kleidern durch künstlich verschneite Berglandschaften marschieren. Gefertigt waren die Entwürfe aus Daunen im Mix mit den für Rocha so typischen Materialien wie Federn, Spitze, Pelz, Perlen und Tüll. Pierpaolo Piccioli zeigte bodenlange Daunenmäntel auf halbkreisförmig angeordneten Couture-Puppen, die in Silhouette und Farbenreichtum an Valentinos Signature-Kleider erinnern und sein herausragendes Talent für die hohe Schnittkunst unter Beweis stellten.

Craig Green, bekanntermaßen ein Freund von Unterwasserwelten, kollaborierte mit dem britischen Design-Duo Isabel + Helen, deren turmartige, an gestapelte Schwimmreifen erinnernde Installation vor dunklem Fond, untermalt von bedrohlichem Industrial-Sound, das Set für Craigs üppig wattierte "Tauchanzüge" bildeten. Der New Yorker Creative Director Karl Templer zeigte ein schillernde Patchwork aus Moncler Jacken, während Comme des Garçons-Zögling Noir Kei Ninomiya das Thema avantgardistisch-minimalistisch auf Basis unterschiedlicher Stricktechniken interpretierte. "Wir verstehen Kreativität als grenzenlose Disziplin, die immer wieder neue Ausdrucksformen annehmen kann – das Moncler Genius Building soll jetzt und in Zukunft Experimentierlabor für erfinderische Geister bleiben", verkündete Moncler CEO Remo Ruffini. Der eigenen Handschrift treu bleiben und immer wieder kreative Ausflüge auf ungewohntes Terrain wagen – ein Weg, wie Mode den Zeitgeist spiegeln kann, um sich spannend, aufmerksamkeitsstark und zukunftsweisend zu präsentieren. 

Simone Rocha
© Moncler
Simone Rocha
Moncler 2 1952
© Moncler
Moncler 2 1952
Craig Green
© Moncler
Craig Green
Palm Angels
© Moncler
Palm Angels
Moncler Grenoble
© Moncler
Moncler Grenoble