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Clubhaus Varkenoord Rotterdam, NL Architects, Stylepark
© Sebastian van Damme

Sportlerheim mit Stufengiebel

Ein funktional durchdachtes Clubhaus für drei Rotterdamer Sportvereine von NL Architects
von Fabian Peters | 23.07.2018

Das Clubhaus Varkenoord liegt im Zentrum eines großen Sportgeländes, nur einen Steinwurf entfernt vom Stadion "De Kuip", der traditionsreichen Heimstätte des Fußballvereins Feyenoord Rotterdam. Hier, im Süden der Stadt, auf der anderen Seite der Nieuwe Maas, kämpft Rotterdam seit Jahrzehnten gegen Arbeitslosigkeit und Verwahrlosung. Im Zuge der Stadterneuerung sollen nun eine ganze Reihe neuer Projekte entstehen, die die Lebensqualität der rund 200.000 Bewohner spürbar steigern. Ein Baustein der Revitalisierung von Rotterdam Zuid ist der neue "Sportcampus". Er soll zukünftig den Mittelpunkt des "sportlichen Rotterdam" bilden und wird Trainingsgelegenheiten für Vereins-, Leistungs- und Breitensport bieten. 

In einem ersten Ausbauschritt wurden in einem Teilbereich des Geländes für drei Rotterdamer Sportclubs – zwei Fußballmannschaften und einen Hockeyverein – neue Trainingsgelegenheiten geschaffen. Den Mittelpunkt dieser Anlage bildet das Clubhaus Varkenoord. Es ist umgeben von drei Fußballfeldern, zwei Hockeyfeldern und einer Beachvolleyballanlage. Da das neue Gebäude Räumlichkeiten für drei unabhängige Clubs aufnimmt, müssen nicht nur Umkleiden und Lagerräume in ausreichender Zahl vorhanden sein, sondern auch drei Vereinsheime Platz finden. 

Clubhaus Varkenoord Rotterdam, NL Architects, Stylepark
© Sebastian van Damme

Im Jahr 2014 gewannen NL Architects aus Amsterdam den ausgelobten Wettbewerb für das Clubhaus mit einem Entwurf, dessen durchdachte funktionale Gliederung und ästhetische Gestaltung die Jury überzeugte. Vor Kurzem wurde der Bau nun fertiggestellt. Die Architekten entwarfen einen langgestreckten Bau, der aus zwei klar voneinander abgesetzten Bauteilen besteht: einem Sockelgeschoss sowie einem Aufbau mit Satteldach. Dieses Dach ist stufenförmig gestaltet und dient zugleich als Tribüne für die seitlich anstoßenden Sportfelder. 

Der Gebäudesockel nimmt die Umkleiden für die drei Vereine auf. Ausgänge in alle Richtungen gewähren Zugang zu den Trainingsplätzen. Ansonsten präsentiert sich das Sockelgeschoss weitgehend geschlossen. Längsseitig sind die Außenwände geböscht, das heißt nach innen geneigt, und mit Kunstrasen verkleidet. Damit schaffen die Architekten einen optischen Übergang zur Umgebung. Gleichzeitig können die geneigten Flächen zum Sporttraining verwendet werden. Die Umkleiden sind in unterschiedlichen Farben gekachelt. In den Gängen greift die Wandverkleidung aus laminiertem Holz die Farben der jeweils anstoßenden Umkleideräume auf.    

Clubhaus Varkenoord Rotterdam, NL Architects, Stylepark
© Sebastian van Damme

Der rundum verglaste Aufbau oberhalb des Sockelgeschosses beherbergt die drei Vereinslokale. Durch einen Rücksprung schaffen die Architekten Platz für eine umlaufende Terrasse. Das Satteldach dagegen ermöglicht eine imposante Raumhöhe, die den drei großen Gemeinschaftsräumen eine zusätzliche Großzügigkeit verleiht. Das Dach selbst ruht auf zwei Betonkernen, die die Funktionsräume und Treppen sowie im Dachgeschoss drei Mehrzweckräume aufnehmen. Aus dem Dachgeschoss gelangt man auch auf die als Tribünen angelegten Dachflächen. 

Noch liegen der Sportcampus und das Clubhaus Varkenoord etwas isoliert im Schatten des Stadions "De Kuip". Doch die Planung für Rotterdam Zuid sieht zwischen der Rotterdamer Innenstadt und dem Stadion entlang dem Maasufer einen ganzen neuen Stadtteil vor. Die Pläne für "Feyenoord City" hat das Büro OMA entworfen. Mit dem Stadtteil wird auch eine neue Fußballarena entstehen, die "De Kuip" als Heimat von Feyenoord Rotterdam ablöst. Das alte Stadion wird dann in einen Multifunktionsbau umgewandelt, der Wohnungen genauso aufnehmen soll, wie eine Leichtathletikanlage. Der neue Kuip Park wird dann die Verbindung zwischen dem neuen Stadtteil, dem umgebauten Stadion und dem Sportcampus herstellen.

Clubhaus Varkenoord Rotterdam, NL Architects, Stylepark
© Sebastian van Damme