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Franziska Michaelis (Stylepark) im Gespräch mit Jay Osgerby (Studio Barber Osgerby), Philip Tidd (Gensler) und Andreas Gahlert (Bosch eBike)

Mehr als der Kicker im Büro

Im Frankfurter Vitra Workspace wurde in einer Podiumsdiskussion den Facetten des Themas "New Work" nachgespürt: Wir debattierten unter anderem mit Designer Jay Osgerby über die Zukunft des Arbeitsplatzes.
von Fabian Peters | 28.01.2020

"Die Deutschen sind meisterhafte Ingenieure. Vielleicht sehen sie deshalb ihr Büro immer ein bisschen als Verlängerung der Werkbank." Philip Tidd, Managing Director des internationalen Architekturbüros Gensler, muss es wissen. Sein Büro hat in der Studie "Germany Workplace Survey" die Arbeitsplatzgewohnheiten hierzulande genauestens untersuchen lassen. Das machte den in München lebenden Architekten zum idealen Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema "New Work", zu der Vitra am 23. Januar 2020 in seinen Workspace Frankfurt geladen hatte. Das provokante Motto, unter dem der Abend stand, steuerte Jay Osgerby, eine Hälfte des Londoner Designerduos Barber Osgerby, bei: "The desk is dead" hatten die zwei Gestalter anlässlich der Präsentation ihres Arbeitssofa-Systems "Soft Work" verkündet. Eine These, die nach Erklärung verlangte. Stylepark-Vorstand Franziska Michaelis hakte nach und befragte Osgerby, Tidd und Andreas Gahlert, Chief Digital Officer von Bosch eBike,nach ihren Erfahrungen mit konventionellen und fortschrittlichen Büroumgebungen. Zumindest in zwei Punkten herrschte Einigkeit: Darin, dass vielleicht nicht der Schreibtisch, zumindest aber das klassische Einzel- oder Doppelbüro ein Auslaufmodell ist. Und dass gottseidank die Zeiten vorbei sind, in denen der Kicker im Aufenthaltsbereich sinnbildlich für die Errungenschaften von "New Work" stand. Am Ende der Diskussion hatten die 160 geladenen Gäste jede Menge Gesprächsstoff und manch einer dürfte seinen Arbeitsplatz am folgenden Morgen mit neuen Augen gesehen haben.