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Tanken beim sechsbeinigen Hund
von Nancy Jehmlich | 15. Januar 2010
Er hat sechs Beine und spuckt Feuer. Ob bei dem Entwurf des weltweit bekannten Agip-Logos jedoch an den Kerberos, den Höllenhund, gedacht wurde, kann nicht mehr belegt werden. Denn als 1952 der Wettbewerb ausgeschrieben und nach vierzehn langen Sitzungen der sechsbeinige Hund als Gewinner benannt wurde, wusste niemand, dass der Grafikdesigner Giuseppe Guzzi zwar den Entwurf eingereicht und auch bearbeitet hatte, der Schöpfer des sechsbeinigen Hundes aber der Bildhauer Luigi Broggini war. Erst dreißig Jahre später, nach seinem Tod, verriet das Testament dessen Urheberschaft. Offiziell jedenfalls werden die sechs Beine als die Summe aus den vier Rädern des Autos und den zwei Beinen des Fahrers dargestellt, um die Idee einer Symbiose aus Mensch und Maschine voll übernatürlicher Kraft zu vermitteln.

Parallel zur Entwicklung des Logos lässt Enrico Mattei, Vorstandvorsitzender des Agip-Mutterkonzerns Eni, einen Prototyp für eine standardisierte Tankstelle entwerfen. Vom kleinen Kiosk für die Innenstadt bis zur Großtankstelle mit Restaurantbereich entlang der großen Verkehrsadern folgen alle Typen denselben Parametern: Die Architektur mit dem dynamisch nach oben geschwungenen, fliegenden Dach zeichnet die Gebäude bereits von weitem klar als Agip-Tankstelle aus. Der hohe Wiedererkennungswert lässt die Tankstelle zu einem markanten architektonischen Markenzeichen werden.

AGIP - Tankstelle des Wirtschaftswunders
16. Januar - 14. März 2010
Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main

www.dam-online.de
© Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Cerignola, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Cortemaggiore, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Brindisi, 1960; © Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Como, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Cortemaggiore, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Agip Tankstelle Trovajanica, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Agip-Tankstelle Barletta, 1950er Jahre © Archivio Storico ENI
Architektur › 2010 › Januar
Tanken beim sechsbeinigen Hund
von Nancy Jehmlich | 15. Januar 2010
Anfang der fünfziger Jahre entwickelte der italienische Mineralölkonzern Agip ein Konzept, das die Tankstellenarchitektur mit der Corporate Identity des Konzerns verbindet. Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt stellt die Tankstellenkultur im Italien der Wirtschaftswunderjahre vor.
Er hat sechs Beine und spuckt Feuer. Ob bei dem Entwurf des weltweit bekannten Agip-Logos jedoch an den Kerberos, den Höllenhund, gedacht wurde, kann nicht mehr belegt werden. Denn als 1952 der Wettbewerb ausgeschrieben und nach vierzehn langen Sitzungen der sechsbeinige Hund als Gewinner benannt wurde, wusste niemand, dass der Grafikdesigner Giuseppe Guzzi zwar den Entwurf eingereicht und auch bearbeitet hatte, der Schöpfer des sechsbeinigen Hundes aber der Bildhauer Luigi Broggini war. Erst dreißig Jahre später, nach seinem Tod, verriet das Testament dessen Urheberschaft. Offiziell jedenfalls werden die sechs Beine als die Summe aus den vier Rädern des Autos und den zwei Beinen des Fahrers dargestellt, um die Idee einer Symbiose aus Mensch und Maschine voll übernatürlicher Kraft zu vermitteln.

Parallel zur Entwicklung des Logos lässt Enrico Mattei, Vorstandvorsitzender des Agip-Mutterkonzerns Eni, einen Prototyp für eine standardisierte Tankstelle entwerfen. Vom kleinen Kiosk für die Innenstadt bis zur Großtankstelle mit Restaurantbereich entlang der großen Verkehrsadern folgen alle Typen denselben Parametern: Die Architektur mit dem dynamisch nach oben geschwungenen, fliegenden Dach zeichnet die Gebäude bereits von weitem klar als Agip-Tankstelle aus. Der hohe Wiedererkennungswert lässt die Tankstelle zu einem markanten architektonischen Markenzeichen werden.

AGIP - Tankstelle des Wirtschaftswunders
16. Januar - 14. März 2010
Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main

www.dam-online.de