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STYLEPARK ARPER
Den Stier bei den Hörnern packen

In den letzten Jahren hat Arper seinen strategischen Schwerpunkt von Corporate Social Responsibility auf Corporate Shared Value verlagert. Was sind nun die wesentlichen Schritte dabei?
von Anna Moldenhauer |

Das italienische Label Arper, das seit 1989 Designlösungen und -räume entwirft, hat sich früh als Vorreiter positioniert, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Im Jahr 2005 erhielt Arper Zertifizierungen, die als Meilensteine den weiteren Weg vorgaben. Angesichts der globalen Krisen der letzten Jahre hat das Familienunternehmen die Messlatte noch ein Stück höher gelegt: "In Italien sagt man dazu: Wir haben den Stier bei den Hörnern gepackt", so Andrea Mulloni bei Arper. Und Michaela Possagno, Environmental Expert bei Arper, fügt an: "Wir ändern nicht nur unser Handeln, sondern auch unsere Vorstellung davon, was gutes Design ausmacht."

"Kata"
Moodboard
"Adell"

Im Fokus stehen somit langlebige Einrichtungsgegenstände, die über Trends hinausgehen und während ihres Lebenszyklus unterschiedliche Zwecke erfüllen sollen. Im Detail bedeutet das für die Produktion von Möbeln Holz aus Forstwirtschaft zu verwenden sowie eine modulare Struktur zu schaffen, in der auch Einzelteile austauschbar sind. Ebenso strebt das Unternehmen danach, dass sich seine Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer vollständig in ihre Bestandteile zerlegen lassen, wie bei den Stühlen und Sesseln "Aava 02", "Adell", "Mixu" oder "Aston Club". "Ein wichtiges Projekt ist das Thema Erneuerung und Wiederaufarbeitung. Wir wollen drei große Themen angehen: Wiederaufarbeitung, Mietmodelle und Rücknahmekonzepte", so Michaela Possagno.

Hierzu soll in den nächsten Jahren ein europaweites Netzwerk aufgebaut werden, um Wissen auszutauschen. "Wir müssen aufeinander zugehen, um eine Bewegung zu schaffen", so Possagno. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen auch den "Arper District" geschaffen, ein internes Schulungsprogramm, um das Bewusstsein für Prozesse auch bei den Partnerfirmen aufzubauen und in einem Kompetenznetzwerk gemeinsame Benchmarks festzulegen. In diesem Zusammenhang soll auch der Fuhrpark komplett auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden, inklusive des Pendelverkehrs zwischen den Lagerhallen. Transparenz und Offenheit für neue Wege sind die Grundlage für eine ganzheitliche Optimierung der Prozesse bei Arper. Es muss eine direkte Beziehung zwischen KundInnen und Herstellern geben, so Michela Possagno.