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Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Das neue Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch von Studio KO
© Nicolas Matheus
Das neue Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch von Studio KO

Ziegelschrein für einen Modegott

Das neue Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch ist Ausdruck der lebenslangen Liebesbeziehung des Modedesigners zu Nordafrika.
von Fabian Peters | 29.10.2017

Marrakesch war für Yves Saint Laurent immer Fluchtpunkt. Hierhin entschwand der seit seiner Militärzeit von Depressionen gequälte Designer aus der Öffentlichkeit. Hierhin zog er sich zurück und schuf in völliger Selbstausbeutung die Kollektionen, die ihn zum vielleicht wichtigsten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts gemacht haben. Fraglos war es seine Herkunft als Sohn von pied-noirs, französischen Algeriensiedlern, und seine Kindheit und Jugend in Oran an der afrikanischen Mittelmeerküste, die Marokko für Saint Laurant zum Sehnsuchtsort machten. Hier konnte er sich von seinen Zwängen, gesellschaftlichen, beruflichen und psychischen, zumindest teilweise befreien.

Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Das gekurvte Auditorium
© Musée Yves Saint Laurent
Das gekurvte Auditorium

Nach dem Tod des Modedesigners im Jahr 2008 hat sein langjähriger Lebensgefährte und Manager seines Modeimperiums, der jüngst verstorbene Pierre Bergé, den Erlös der gemeinsamen Kunstsammlung in eine Stiftung, die beider Namen trägt, eingebracht. Diese Stiftung hat nun, nach der Einrichtung eines Archivs in den ehemaligen Räumen des Modehauses an der Avenue Marceau und der Renovierung und Öffnung von Saint Laurents Privathaus und -garten "Villa Majorelle" in Marrakesch, ein Museum in der marokkanischen Großstadt – das Musée Yves Saint Laurent – errichtet. Es ist dem Schaffen des Modedesigners gewidmet und wird dieses in zahlreichen Exponaten illustrieren.

Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Der kreisrunde Innenhof
© Nicolas Matheus
Der kreisrunde Innenhof

Studio KO Architekten aus Paris haben einen 4000 Quadratmeter großen Bau entworfen, der deutlichen Bezug auf regionale Architekturtypologien nimmt. Die geschlossene Außenhaut aus rotem Ziegel wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher geometrischer Muster im Mauerwerk belebt. Dabei ist die gesamte Anlage um einen kreisrunden Innenhof angeordnet, der eine fast archaische Wucht besitzt. Signifikantester Baukörper von der Straßenseite ist das Auditorium, dessen gerundete Überleitung zu dem darunterliegenden Sockelbau entfernt an Le Corbusiers Chandigarh-Bauten erinnert. Auch an den späten Frank Lloyd Wright mag man bei manchen Details denken. Ganz offensichtlich haben KO Architekten und die Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent keine Angst, mit großer Geste einen Mann und sein Werk zu ehren, der in seinen Schöpfungen selbst keine Scheu vor großen Gesten zeigte. 

Yves-Saint-Laurent, Djemaa el Fan, Foto Reginald Gray, Stylepark
Yves Saint Laurent auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch
© Reginald Gray
Yves Saint Laurent auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch
Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Ausstellungssaal
© Musée Yves Saint Laurent
Ausstellungssaal
Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Sammlungsraum
© Musée Yves Saint Laurent
Sammlungsraum
Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Auditorium
© Musée Yves Saint Laurent
Auditorium
Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Bibliothek
© Musée Yves Saint Laurent
Bibliothek
Musée Yves Saint Laurent Marrakech, Studio KO, Stylepark
Straßenfassade mit Eingang
© Musée Yves Saint Laurent
Straßenfassade mit Eingang