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Stylepark Rolf Benz
Mattenzauber

Für eine von Werner Aisslinger entworfene Hotelbar in Zürich liefert Rolf Benz maßgefertigte Ledersofas, die an manch harte Landung zu Schulzeiten erinnern.
21.03.2019

Hat Werner Aisslinger gern am Schulsport teilgenommen? Oder versteckte er sich im Geräteraum der Turnhalle, während die Klassenkameraden beim Zirkeltraining über den Parcours gescheucht wurden? Vielleicht hat er sich ja dann oben auf den Mattenwagen gelegt und seinen herrlich ruhigen Zufluchtsort genossen. Auf jeden Fall pflegt der Berliner Designer ganz offensichtlich ein nostalgisches Verhältnis zu den alten Sportmatten aus dickem braunem Leder. Denn als er für die Sofas in der Züricher Cinchona Bar nach Inspiration suchte, hat er sich an den Komfort dieser altmodischen Bodenpolster erinnert.

Die Cinchona Bar ist intimer Treffpunkt, Hangout und informeller Arbeitsplatz gleichermaßen. Aisslinger hat sie als Teil der sorgfältig aufeinander abgestimmten öffentlichen Räume des Hotels 25hours Zürich Langstrasse entworfen. Das Hotel liegt an einer der spannendsten und kontrastreichsten Schnittstellen der Züricher Innenstadt. Da ist zum einen das Quartier Europaallee, welches in den letzten Jahren auf dem Gelände des alten Postbahnhofs aus dem Boden gewachsen ist – kubische Bauten renommierter internationaler und Schweizer Architekturbüros wie David Chipperfield, Gigon/Guyer, Caruso St John oder Max Dudler. Zum anderen die "wilde" Langstraße, wo Szene auf Rotlicht trifft und am 1. Mai die Steine fliegen. Aisslinger hat auf der Grenze zwischen diesen beiden Sphären ein "Pocket universe", wie er es in Anlehnung an das gleichnamige Album der Schweizer Band Yello nennt, geschaffen: eine kleine abgeschlossene Welt, die ihre eigenen Geschichten erzählt. Eben auch die von den braunen Sportmatten, die, auf niedrigen grünen Metallgestellen ruhend, zu Loungesofas werden. In Hufeisenform aufgestellt, schirmen sie mit ihren hohen Rückenlehnen die Gäste von der Umgebung ab. Nur zum messingverkleideten Tresen öffnen sich die Nischen.

Für die Herstellung dieser Sofas, die so sehr von Materialität und Form der Lederpolster leben, hat sich Aisslinger an einen der berühmtesten deutschen Polstermöbelfabrikanten gewandt, Rolf Benz im baden-württembergischen Nagold. Rolf Benz ist seit Jahrzehnten ein Synonym für hochwertige Ledersofas – kaum ein Mitbewerber besitzt ein ähnliches Prestige im Hinblick auf lederbezogene Sitzmöbel. Auch wenn man heute genauso erfolgreich Stoffsofas anbietet. Da Rolf Benz seine Sofa vollstufig in Deutschland produziert, sah man sich dort problemlos in der Lage, den Entwurf des Designers in ein handwerklich perfekt ausgeführtes Möbelstück umzusetzen. Das dicke hellbraune Leder, die Nähte, die die Güte des Bezuges erahnen lassen, die minimalistische Rohrkonstruktion des Unterbaus – all das lässt erkennen, dass hier bescheidene Meister am Werk waren, die es nicht nötig haben, mit ihrem Können anzugeben. Und stattdessen lieber eine Geschichte erzählen – von der Schulzeit, von Turnhallen und braunen, ledernen Sportmatten.

Die Sofas für die Cinchona Bar sind zwar Einzelstücke. Die Kooperation zwischen Werner Aisslinger und Rolf Benz hat jedoch beide Seiten so begeistert, dass man sich umgehend zur Fortsetzung entschloss. Das Ergebnis der erneuten Zusammenarbeit, ein vielseitiges Einrichtungskonzept mit Loungeelementen, feiert im April auf dem Salone del Mobile im Mailand Premiere. (fap)

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