Salone 2026: Ein Ausblick
Der 64. Salone del Mobile, jährliches Eldorado der Branche und Vorreiter für die Weiterentwicklung des Konzepts der Fachmesse, gewährt aktuell erste Einsichten in das Programm 2026. Über fehlende Nachfrage muss sich das Team der weltweit größten Möbelmesse dabei keine Sorgen machen, denn die Nettoausstellungsfläche von mehr als 169.000 Quadratmetern ist vollständig vergeben. Der Salone Internazionale del Mobile, die International Furnishing Accessories Exhibition, Workplace3.0 und das S.Project umfassen die Ausstellung von 915 Marken, 139 nehmen zum ersten Mal teil oder kehren mit ihrer Präsentation zum Salone del Mobile zurück. "Inmitten einer geopolitischen und wirtschaftlichen Phase, die von tiefgreifenden Umbrüchen und neuen Polarisierungen geprägt ist, bekräftigt der Salone del Mobile.Milano seine Rolle als strategische globale Plattform, reagiert mit Weitblick und Kontinuität auf die Märkte und ist ein Fixpunkt in einer unsicheren Zeit: ein Ort, an dem sich die Branche trifft, Ideen formuliert und die Zukunft geplant wird.", so Maria Porro, Präsidentin des Salone del Mobile.Milano.
In diesem Jahr bringt die im zweijährigen Rhythmus stattfindene EuroCucina mit FTK – Technology For the Kitchen gut 106 Marken aus 17 Ländern zusammen und zeigt die Küche als technologisch integrierten Wohnraum: interaktive Oberflächen, unsichtbare Induktion und vernetzte Großgeräte markieren den Stand der Technik; materialseitig treten FSC‑Hölzer, antibakterielle Keramiken, regenerierte Laminate und recyceltes Glas in den Fokus. Die Produktentwicklungen werden zudem voraussichtlich auch auf die automatisierte und KI‑gestützte Entwicklung der Geräte verweisen, bei der Energieeffizienz und Design eine Einheit bilden. Parallel versammelt die Internationale Badezimmerausstellung 163 Marken aus 14 Ländern. Diese werden wohl das Thema des "Home-Spa" fokussieren, das maßgeschneiderte Atmosphären für das Wohlbefinden der NutzerInnen schafft. Effizienz und Langlebigkeit sind gegenwärtig weitere Prioritäten für die Entwicklung von neuen Produkten für die Badausstattung.
Eine programmatische Neuerung ist der Ausbau des Contract‑Bereichs: 2026 markieren kuratierte Rundgänge, ein internationales Forum und ein Vortrag von Architekt Rem Koolhaas, Gründer des Office for Metropolitan Architecture (OMA) den Auftakt. Ab September 2026 ist eine internationale Roadshow geplant. Eine eigenständige, selektive Ausstellung ist für 2027 vorgesehen und wird auf dem Masterplan von Rem Koolhaas und David Gianotten, Managing Partner – Architect of OMA, basieren. Ebenso ist die Kooperation mit dem Architekten Federico Pompignoli vorgesehen, Gründer von PMP Architecture.
Mit Salone Raritas entsteht in den Pavillons 9 bis 11 eine kuratierte Sektion für Ikonen, Unikate, limitierte Editionen und ausgesuchte Antiquitäten. Rund 25 internationale Aussteller sind angekündigt; die Kuratierung übernimmt Annalisa Rosso, die räumliche Umsetzung stammt von Formafantasma. Die Designerin Sabine Marcelis wird zudem Licht, Materie und Wahrnehmung in einer Installation bündeln. Das Format richtet sich an ArchitektInnen, InnenarchitektInnen und EntscheiderInnen im Hospitality‑ wie Projektgeschäft, mit dem Ziel, Collectible Design und die B2B‑Nachfrage direkter zu verknüpfen.
Im Bereich A Luxury Way wird "Aurea, eine architektonische Fiktion" von Maison Numéro 20 gezeigt: ein imaginäres Hotel als sequenzierte Raum‑Erzählung von der "Halle der Träume" bis zur "Midnight Bar". Die Szenografie verknüpft Art‑Déco‑, surrealistische und filmische Bezüge mit einem Nachhaltigkeitsansatz, der zirkuläre Materialien und die partnergestützte Kreislaufwirtschaft berücksichtigt.
Der SaloneSatellite empfängt indes 700 Designerinnen und Designer unter 35 Jahren aus 43 Ländern sowie 23 internationale Hochschulen. Das Thema "Maestria artigiana + Innovazione – Skilled Craftsmanship + Innovation" adressiert die Verbindung von Handwerk, Technologie und Kreislaufmaterialien. Die Preisverleihung des SaloneSatellite Award ist für Mittwoch, 22. April 2026, 15 Uhr angekündigt.
Für das Gelände des Salone del Mobile wird seitens der Designagentur Leftloft eine neue Wegeführung eingeführt, die mit klarer visueller Hierarchie und Pocket‑Map die Orientierung vereinfachen soll. Flankierend erzählt die Kampagne "A Matter of Salone" Gestaltung über Material‑Narrative – von Stein und Holz bis zum Seltenerdmagneten als Symbol für Raritas – und adressiert damit den Prozesscharakter von Design.
In der Stadt sind zur Mailänder Designwoche die Eröffnung im Teatro alla Scala, ein kuratierter Parcours in Kooperation mit K‑Way sowie Events in über 200 Showrooms vorgesehen. Vom 21. bis zum 26. April wird zudem in Kooperation mit BusForFun ein kostenloser Shuttle zwischen dem Messeglände und dem Flughafen Mailand-Malpensa angeboten. Organisatorisch wurde die ISO‑20121‑Zertifizierung für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement bis zum Jahr 2028 erneuert. Die generelle Zielsetzung des Salone del Mobile ist es den Übergang zu einem zunehmend zirkulären und systemischen Design hervorheben, bei dem Materialien, Prozesse und Lieferketten Teil des Projekts werden.
Die Gesamtschau stärkt die Ausrichtung auf System‑, Material‑ und Prozessfragen: integrierte Küchen‑ und Badökosysteme, Contract als Daten‑ und Servicegeschäft, kuratierte Formate und narrative Installationen als Werkzeuge der Identitätsbildung. "Die Stärke des Salone liegt seit jeher in seiner Fähigkeit, als System zu fungieren: nicht nur als Veranstaltung, sondern als kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur, die sich in ständigem Wandel befindet. Ein Ökosystem – wie unsere Zusammenarbeit mit dem Politecnico di Milano bestätigt –, das in der Lage ist, einen weitreichenden Mehrwert zu schaffen, der sich in wirtschaftlichen Impulsen, aber auch in kritischem Denken, Stadterneuerung, Gastfreundschaft und neuen Dienstleistungen niederschlägt", so Maria Porro. (am)







