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Susi und Ueli Berger: Zeichnung Einmann-Regal (1977)
Susi und Ueli Berger: Zeichnung Einmann-Regal (1977)
© ZHdK
Susi und Ueli Berger: Zeichnung Einmann-Regal (1977)

Paarweise

Ein Werkkatalog und eine Ausstellung zum Schaffen der Schweizer Designer Susi und Ueli Berger
25.07.2018

Susi und Ueli Bergers Karriere als Gestalter umspannt drei Jahrzehnte Schweizer Möbeldesign. Ueli Maurer begann seine Karriere als Praktikant von Hans Eichenberger. Seine ersten Arbeiten aus den frühen 60er-Jahren stehen noch klar erkennbar in der Tradition der Moderne und ihren Schweizer Protagonisten wie Willy Guhl, Max Bill oder eben Eichenberger. Früher und stärker als andere Designer in der Schweiz setzten sich Berger und seine Frau Susi, mit der er eng zusammenarbeitete, aber mit Phänomenen wie Pop Art oder der aufkeimenden Jugendbewegung und Themen wie Selbstermächtigung und Do-it-yourself auseinander. Sie entwarfen eine Reihe fröhlicher und informeller Wohnmöbel, etwa die Sitzelemente "Soft Chair" und "Multi Soft", die heute als wichtigster Schweizer Beitrag zum Pop Art Design angesehen werden müssen. Modularität spielte dabei eine entscheidende Rolle, die einzelnen Elemente konnten zu theoretisch endlosen Sitzlandschaften aneinandergereiht werden. Das ikonische Sofasystem "DS-600" von 1972, dass Ueli Berger in Zusammenarbeit mit Eleonora Peduzzi-Riva, Heinz Ulrich und Klaus Vogt für De Sede entwarf, verschmolz diese Idee mit gediegener Handwerklichkeit. Damit gelangten die unkonventionellen Ansätze der Bergers auch in die Wohnzimmer des gehobenen Bürgertums. Ähnliches gilt auch für die zahlreichen Möbel, die Susi und Ueli Berger für die Möbelschreinerei Röthlisberger entwickelten – etwa den "Schubladenstapel", der in seiner Anmutung Luxus und Stehgreif-Design zusammenbringt.   

Jetzt ehrt eine große Retrospektive im Museum für Gestaltung Zürich unter dem Titel "PA-DONG!" das Werk des Designerehepaars, allerdings im Falle des 2008 verstorbenen Ueli Berger posthum. Begleitend zur Ausstellung ist im Verlag Scheidegger und Spiess ein reichbebilderter Werkkatalog erschienen, der durch vier Essays von Claude Lichtenstein, Renate Menzi, Volker Albus und Meret Ernst ergänzt wird und einen wunderbaren Überblick über das Schaffen von Susi und Ueli Berger vermittelt. (fap) 

Ausstellung:
PA-DONG! Die Möbel von Susi und Ueli Berger
Museum für Gestaltung Zürich
Pfingstweidstraße 96
8031 Zürich
Bis 19. August 2018

Öffnungszeiten: 
Di.-So. 10 bis 17 Uhr
Mi. 10 bis 20 Uhr
Mo. geschlossen

Werkkatalog:
Susi + Ueli Berger. Möbel im Dialog
Herausgegeben von Mirjam Fischer und Anna Niederhäuser. 
Mit Beiträgen von Volker Albus, Meret Ernst, Mirjam Fischer, Claude Lichtenstein, Renate Menzi und Anna Niederhäuser
Deutsch und Englisch, broschiert
344 Seiten, 269 farbige und 69 sw Abbildungen
ISBN 978-3-85881-615-3
58.00 Euro

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