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Die Design Confiserie

Vom 17. bis zum 27. September 2026 fand in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon die Designmesse neue räume statt. Lesen Sie im Review der Internationalen Schau für Wohnen, Möbel und Design, was die Aussteller im Gepäck hatten.
von Anna Moldenhauer |

Alle zwei Jahre findet in Zürich eine Designmesse statt, die nach ihren eigenen Regeln spielt und das sehr erfolgreich: neue räume heißt das Format, das der Architekt und Designer Stefan Zwicky ins Leben gerufen hat. "Die Idee entstand im Jahr 2001 aus einer Fragestellung, die die Branche seit jeher beschäftigt: Wie kann der gehobene Fachhandel neue Kundinnen und Kunden gewinnen? "Unsere Antwort ist ein Konzept, das die Präsentation von Herstellern und den Fachhandel miteinander verbindet.", sagt er im Interview. Und fügt an: "Interessiert sich ein Gast beispielsweise für ein Produkt von ClassiCon, kann er direkt an einen Händler in seiner Region vermittelt werden. So entsteht eine Verbindung zwischen Hersteller, Fachhandel und Endkunde." Das Programm ist auf Diversität angelegt – laut ihm ein Gegenentwurf zu ähnlichen Veranstaltungen, wie der Biennale "Designers’ Saturday" in Langenthal, die von 1987 bis 2020 stattfand oder hinsichtlich der Historie der Möbelmessen. Heute ist neue räume die größte Designplattform der Schweiz: Rund 7000 Quadratmeter werden in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon bespielt, in diesem Jahr zeigten mehr als 90 Teilnehmende aus zehn Ländern aktuelle Wohntrends, Möbeldesigns und Produktneuheiten. "Die Aussteller kommen aus dem gesamten Bereich Innenausbau.", so Stefan Zwicky. 

Laufen: "Tricolor" aus Vitreon Steel
Zeitraum: "Onde" von Formstelle
Rowac: Rowac-Schemel – Modell 1S / 48 cm Blueprint Edition
Eloa: "Starglow Spiral"

Behutsam vom Zürcher Büro Spillmann Echsle Architekten modernisiert, konnte der industrielle Charme der historischen ABB-Halle bewahrt werden. Mit einer flexibel nutzbaren Fläche und natürlichem Lichteinfall bietet diese eine ideale Bühne. Zu der ansprechenden Atmosphäre tragen auch die überwiegend einheitlich skizzierten Präsentationsflächen bei, welche mit textilen Trennwänden strukturiert sind: "Die Unternehmen können sich auf ihre Produkte konzentrieren, anstatt hohe Ressourcen in temporäre Messearchitektur zu investieren.", sagt Stefan Zwicky. Im Detail zeigte Laufen unter anderem Kollektionen wie "Tricolor" aus dem Verbundwerkstoff Vitreon, einem emaillierten Stahl, der Wandstärken von nur 1,5 bis 3 Millimeter ermöglicht. Die glasartige Oberfläche ist dennoch sehr robust und schmutzabweisend. Zeitraum präsentierte das neue Sideboard "Onde" von Formstelle zum ersten Mal in der Schweiz: Mit einer vertikalen Holzmaserung und sanft gerundeten Kanten wirkt es in allen drei verfügbaren Höhen und Breiten angenehm kompakt. Korpus, Abdeckplatte und Füße sind in unterschiedlichen Materialien und Farben konfigurierbar, beispielsweise in Massivholz oder Marmor. müller möbelfabrikation hatte gleich zwei Gründe zu feiern: Zum ersten Mal stellte das Unternehmen aus Augsburg im Rahmen von neue räume aus und hatte die Sonderkollektion zum 30. Geburtstag im Gepäck. Realisiert wurde diese in Kollaboration mit Studio Daphna Laurens, René Otto und Paleworks unter dem Motto "mūller. crafted editions. made to last.". 

Spannend war auch der Beistelltisch "AEVA", den Tilla Goldberg für Tola Dolza entworfen hat: Gefertigt wird die außergewöhnliche Form bei additive tectonics im 3D-Druck aus econitWood™. Das patentierte Konglomerat besteht aus feinst gemahlenen Restholz, einem flammhemmenden wie ungiftigen Magnesiumcarbonat-Bindemittel und Salzwasser. Dem rauen, unbehandelten Material im Inneren, das in seinem Aufbau an Arkaden erinnert, stehen außen geschliffene offenporige Flächen entgegen. Abschließend werden die farbigen Lackierungen in den Nuancen Gips, Bronze und Perlbrombeere aufgesprüht, die die natürliche Oberflächenstruktur betonen. Das Münchner Möbellabel wurde erst im letzten Jahr von Michael Groth gegründet und sorgte bereits zum Auftakt mit der Möbelserie "Ambito" von Steffen Kehrle für Aufsehen.

Präsentation von COR

COR stellte die Auswahl seiner Kollektionen neben frischen Akzenten in warmen Herbsttönen wie Bernstein und dunklem Violett vor, wie den Sessel "Cordia26" von jehs + laub. Passend zum Start in die kühle Jahreszeit ist die neue Deckenkollektion CORcosy: Die hochwertigen Strickdecken bestehen aus 100 Prozent Merinowolle. In Zusammenarbeit mit einer belgischen Strickmanufaktur entstanden die Muster "Line" und "Wave" in acht Farbkombinationen. Hochwertige Plaids zeigte auch die Textildesignerin Isabel Bürgin aus Basel, die diese aus 100 Prozent Alpakawolle webt. Eloa präsentierte seine Leuchten zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der Designmesse neue räume und zeigte unter anderem die aktuelle Erweiterung der "Omega Centauri"-Serie aus Glas. Bolon bot neben der "House of Bolon"-Tisch- und Stuhlkollektion seine erste Bodenbelagskollektion "BKB Sisal Fawn", die von Sisalmatten inspiriert und mit gefaltetem Garn gewebt ist. Die Struktur der weichen Haptik ist ein Zusammenspiel aus neutralem Beige und Dunkelbraun und wird in Schweden hergestellt. Bei Weishäupl konnte man Möbel aus Teakholz erleben und wahlweise auf dem herrlichen "New Hampton Daybed" mit Himmel entspannen oder formeller auf dem Stuhl "Teva" Platz nehmen, den Michael Schneider & Jan-Patric Metzger gestaltet haben. 

Bei der dänischen Designmarke Form & Refine saß man bequem auf dem Eichenstuhl aus der Kollektion "Sonder": "Da die gebogene Rückenlehne im Vergleich zu einem traditionellen Stuhl umgekehrt ist, entsteht eine große Fläche auf dem Rücken, die den Komfort erhöht. Der Stuhl sollte in seinem Ausdruck sehr präzise und grafisch wirken, weshalb ich mit den Gelenken gespielt habe, um dies zu unterstreichen", so der Designer Jonas Herman von Herman Studio. Dank des dänischen Traditionsunternehmens Vola konnte man zudem erleben, wie elegant multifunktionale Armaturen sein können: Die neue "KV5" Küchenarmatur ermöglicht fünf verschiedene Wasserarten aus einer Quelle – vom kochenden und gefilterten Wasser über gekühltes stilles bis zum gekühlten Sprudelwasser. Embru stellte den neue Lounge-Stuhl "Patio Chair" von Moritz Schmid mit Stahlrohrgestell sowie den "Kunz Tisch" von Architekt Peter Kunz vor. Einzelne Komponenten können bei Bedarf ausgetauscht werden. Gefertigt werden die Möbel in der Schweiz. 

Mox bot neben den bekannten Kollektionen aus Stahl wie "Pool Desk", "Ziggy" oder "Oolo und Ool" den Prototypen "Brise", der zu neue räume 2026 das erste Mal vorgestellt wurde. Von Denen aus Hannover, eines der "Young Labels", verlieh dem traditionellen Holzkeil mit dem Lounge Chair "Schneidersitz" eine Hauptrolle: Dieser verspannt das Holz mit dem Metall und gibt dem Sitzmöbel mit seitlichen Ablageflächen seine Stabilität. Jakob Bill dachte für wb-form mit "billtwin" den Ulmer Hocker weiter und kombinierte zwei Exemplare aus massiver Fichte zu einer Bank. Die italienische Marke Dooor zeigte eindrucksvoll in Smaragdgrün, wie vielfältig ihre maßgeschneiderten Textiltüren, beweglichen Trennwände und Systeme sein können. 

Carl Hansen & Søn: "FK64 | Scimitar Chair"
Bolon: "BKB Sisal Fawn" und "House of Bolon"
Vola: "KV5"
Textiltüren von Dooor

Neben dem Debut von jungen Ideen waren angesichts der zahlreichen Jubiläen die Rückschau und das Weiterdenken bewährter Erfolge bestimmende Themen auf der Designmesse neue räume: Im Rahmen der Sonderausstellung der Berufsvereinigung VSI.ASAI. und des Archivs Innenarchitektur Schweiz konnte ein Stuhl-Prototyp von Richard Hersberger begutachtet werden, der in Zusammenarbeit mit Girsberger und dem Büro Gasser Derungs für die Schweizer Botschaft in Addis Abeba neu aufgelegt wurde. Darüber hinaus hat Girsberger aktuell ein mobiles Wandsystem für die flexible und spontane Zonierung von modernen Arbeitswelten und Büros mit Mathias Seiler realisiert. Baltensweiler feierte das 75-jährige Bestehen und stellte neben der bestehenden Kollektion neue Mitglieder der flexiblen Leuchtenfamilie "IRIO" von Lukas Niederberger vor – dazu gehören eine Lese- und Wandleuchte in klarer Formsprache. 

Wie man ein gelungenes Design aus der Vergangenheit in die Gegenwart bringt, bewiesen zudem Alide und Dieter Amick, die Neugründer von Rowac. 1888 wurde die damalige Eisenwarenfabrik in Chemnitz gegründet, in der 1909 das weltweit erste genieteten Sitzmöbel aus leichtem Stahl entstand. Der Architekt und Gründer des Bauhauses Walter Gropius wählte den runden Werkstatthocker einst für das Schulgebäude des Staatlichen Bauhauses aus, was diesem den Beinamen "Bauhaus-Schemel" einbrachte. Auf dem Stand von Rowac konnte die Neuauflage begutachtet werden: Die von dem damaligen Rowac-Gründer Karl Robert Wagner technisch ausgereiften Details der robusten Stahlbauweise und die regionale Produktion werden beibehalten. Dazu kommen neue Farben sowie aktuell eine Bank wie ein Tisch mit einer Oberfläche von Faust Linoleum. 

Ein paar Schritte weiter durfte man bei Carl Hansen & Søn bereits ein Sitzmöbel testen, das erst in Kürze erhältlich ist: Der "FK64 | Scimitar Chair" wurde 1963 von Preben Fabricius und Jørgen Kastholm entworfen und wird nun neu aufgelegt. Das markante, halbmondförmiges Gestell aus Edelstahl ist mit einer Sitzfläche aus Furnier versehen, die mit Leder oder Stoff bezogen ist. Diese industrielle Formensprache markierte einst einen Wendepunkt im dänischen Möbeldesign. B&B Italia hat mit Ronan Bouroullec die "Abaco" Objektfamilie erdacht, für die der Designer die Konstruktionslogik hervorhebt, anstatt sie zu verdecken. Die Platte, Querstreben und Beine des Tisches sind so in verschiedenen Materialkombinationen erhältlich: Vollholzausführungen, Varianten mit lackierten oder hellgrauen Betonbeinen sowie eine Tischplatte aus Rauchglas. ClassiCon stellte die Neuauflage des ikonischen Sofas "Lota" von Eileen Gray aus dem Jahr 1924 und das erst kürzlich gelaunchte modulare "Soft Stone Sofa" von Gabriel Tan in einen spannenden Dialog. 

Zum 50-jährigen Jubiläum von Magis durfte man sowohl anhand der Fotobücher "Leute" und "Jump" in der Sonderausstellung einen Blick in die kreative Unternehmensgeschichte werfen, wie für ein Fotoshooting vergnügliche Runden im Kreisel-Sessel "Spun" von Thomas Heatherwick drehen. Auf dem gemeinsamen Stand von Magis mit marset war unter anderem "Archeo" von Jaime Hayon für Magis zu entdecken, der mit einem skulpturalen Ausdruck sowohl als Beistelltisch wie Hocker dienen kann – drinnen wie draußen. Inspiriert ist dieser von Formen antiker Artefakte der Archäologie. Wahrlich einzigartig waren die handgefertigten Naturstein-Möbel und limitierten Serien aus Marmor, Onyx, Travertin und Quarzit von Lamaro Designs, darunter Möbel der Kollektionen "Companions" und "Tres Aires". Die Einrichtungsgegenstände werden in mexikanischen Manufakturen in kleiner Stückzahl gefertigt.

Tola Dolza: "AEVA" von Tilla Goldberg

Gemeinschaftsausstellungen standen bei den Unternehmen hoch in Kurs – diese boten neue Synergien und auch den BesucherInnen die Chance, die Produkte in anderen Kontexten als gewohnt zu erleben. USM Modular Furniture kooperierte zum Beispiel mit ag möbelfabrik horgenglarus, Silent Gliss und der Dehgraf Design AG für ein ganzheitliches Raumkonzept. Die farbenfrohen Leuchten von Dehgraf Design aus Aluminium, PET and PLA waren darin ein echter Hingucker. horgenglarus arbeitete mit dem Architekten Bernhard Aebi zusammen und schuf auf Grundlage des Wiener Stuhlklassikers eine neue Interpretation mit außergewöhnlichem Sitzkomfort: Die dreiteilige Stuhlreihe "Abbey". Der Sitzrahmen aller Modelle ist mit nur 38 Millimeter Höhe und ohne Verstärkungselemente bis an die konstruktive Grenze reduziert. Midgard beleuchte unter anderem mit der neuen Tisch- und Stehleuchte "Ray" die gemeinsame Fläche mit Foyos: Christian Loddo, Hugo Berger und David Einsiedler haben die Lenkleuchte erdacht. Dessen Leuchtenarm aus aufgewölbten, flexiblen Stahlbändern wird durch das Verschieben eines gelagerten Sliders stufenlos in Höhe und Ausladung verstellt. Das robuste "Foyos System" von Mark Braun aus massiver Eiche und Edelstahl hingegen kombiniert die Funktionalität klassischer Werkstattmöbel mit einer zeitgemäßen, wohnlichen Formensprache: Der modulare Aufbau bietet sechs Elemente (The Bench, The Wall, The Rack, The Corpus, The Shelf und The Unit), die sich flexibel kombinieren und an wechselnde Anforderungen anpassen lassen. 

Wästberg stellte mit S+ Systemmöbel aus: Teil der Exponate war "V" von Foster + Partners Industrial Design für W+, eine Tischleuchte, die an die klassische Bankerlampe angelehnt ist und diese zeitgemäß interpretiert. Die Geometrie sorgt für eine breite, gleichmäßige Lichtverteilung: Der V-förmige Schirm ist mit einem Stab kombiniert, der vertikal oder abgewinkelt ausgerichtet werden kann und eine Drehung um bis zu 340 Grad ermöglicht. Lehni Furniture zeigte die Stehleuchte "Hall" von Panter & Tourron aus stranggepressten Aluminiumrohr, dessen eloxierte Oberfläche besondere Farbverläufe bietet. Entwickelt wurde diese gemeinsam mit From Lighting und bwb Surface Technology. Ebenso schwungvoll leuchtete "Occulta" von John Pawson bei der Röthlisberger Kollektion, der für die Stehleuchte zwei ineinandergreifende Elemente aus Formsperrholz mit Douglasienfurnier zu einer vertikalen Struktur gefasst hat, in der lineare Lichtquellen verborgen sind. 

ClassiCon: "Soft Stone Sofa" von Gabriel Tan
Dehgraf Design: Space Age – Spot Lamp
Von Denen: "Schneidersitz"
Lamaro Collection

Orea und Team by Wellis fächerten mit der Küche "S2-Line" von Bodo Sperlein eine ausgewogene Materialpalette aus lackierten Oberflächen, keramischem Stein und Mineralwerkstoffen auf, die die funktionale Ausstattung als architektonisches Element im modernen Wohnraum definiert. Als offizieller Küchenpartner von Vipp für die Deutschschweiz vertrat Okro das dänische Traditionsunternehmen in Zürich. Neben der luxuriösen Küchenausstattung durfte man so die Erweiterung der "Swivel Chair"-Serie mit verlängerter Rückenlehne und vergrößerten Sitzfläche erkunden. arflex bewies mit cc-tapis wie gut die Möbelformen der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre in die Gegenwart passen, und dachte so den archetypischen Sessel "Botolo", den Cini Boeri 1973 kreierte, mit verchromten Beinen weiter. Auch bei Andreu World saß man meist bodennah, wie auf dem voluminösen Sessel "Nina Lounge", den Patricia Urquiola als durchgehende Kurve geformt hat. Die Freude an der Farbe kehrte erfreulicherweise langsam wieder zurück in die Sortimente – ein Highlight war die Ausstellung von Tecta, die in Kooperation mit Wohnhilfe ihre Klassiker in zahlreichen Nuancen darbot. Lintex betonte in leuchtenden Farben wie ästhetisch selbst Keramik- und Glas-Whiteboards sein können und schmückte diese mit Rahmen in massiver Eiche und Rohaluminium. Jörg Boner setzte in einem Messekonzept für Schätti mit Ocker, Taubenblau und Hellgelb frische Akzente. Teil der Schau war seine elegante Leuchtenserie "Glarona".

Zum ersten Mal wurde die Sonderschau Outdoor in das Angebot der neue räume aufgenommen: Garpa kooperierte mit Outdoorchef und zeigte unter anderem die Kollektion "Nomai" von Sören Jungclaus: Teakholz, Leder und wetterfeste Bespannungen prägen die Armlehnstühle mit beweglichen Rückenlehnen und verleihen ihnen eine wohnliche Ausstrahlung für Terrasse und Garten. Als Inspiration diente der "Kaare Klints Safari Chair" aus dem Jahr 1933. Fermob lässt mit seinen Produkten meist eine gute Portion Farbe in den Außenraum einziehen, wie mit der bewährten Kollektion "Bellevie" von Pagnon & Pelhaître aus Aluminium. Der französische Hersteller ist allerdings auch stets für eine Überraschung gut: Ab Januar 2027 nimmt dieser mit "Lake" eine moderne Interpretation des klassischen Lounge-Sessels mit hoher Rückenlehne aus Teakholz und Aluminium in das Programm auf. Ein kleiner Beistelltisch, der auch als Fußhocker dienen kann, darf da natürlich nicht fehlen. 
Insgesamt gesehen wäre die Wahl der Fläche in der Halle 550 und deren Ausstattung zum Thema Outdoor noch optimierbar – in der Durchgangsebene mit teils verdeckten Oberlichtern und wenig Grün wollte nicht so recht eine stimmungsvolle Atmosphäre aufkommen. 

Foyos: "Foyos System" von Mark Braun
horgenglarus: "Abbey"

Zu den Sonderschauen von neue räume zählte "Design und Handwerk aus Graubünden“ by Mobiglias, eine Gruppe von Handwerksbetrieben, die ihre neuen Möbel und Objekte präsentierten. Wie das Familienunternehmen wruwa Holzbau, das vom Aufsägen der Stämme über die Planung bis zu den Endprodukten – wie ihren Strickbauten – alle Arbeitsschritte selbst ausführt. Oder dem Designer David Rohrbach, der seinen Lounge Chair "Relax" aus Nussbaum ausstellte. "Neben internationalen Herstellern berücksichtigen wir Schweizer Unternehmen, das war uns schon immer wichtig. Viele von ihnen arbeiten eng mit lokalen Designerinnen und Designern zusammen und produzieren keine Massenware. Für diese ist es entscheidend, sich alle zwei Jahre einem größeren Publikum präsentieren zu können", so Stefan Zwicky. 

Die Bühne für die jungen Talente durfte in dem Rahmen nicht fehlen: Die HSLU Hochschule Technik und Architektur Luzern brachte Einblicke in das Modul "Public Interiors" mit nach Zürich. Die Projekte veranschaulichten, wie traditionelle Modellbau-Techniken mit KI-gestützter Bildgenerierung kombiniert werden, um neue Wege der räumlichen Visualisierung zu öffnen. Die EinrichtungsgestalterInnen der HF Höhere Fachschule Zug boten parallelmit der begehbaren Installation "Übergänge" drei Räume in einem Holzkubus. Diese waren unter der Frage "Wie viel Geschwindigkeit verträgt unser Alltag?" jeweils einem anderen Thema gewidmet: Empfindung, Reflexion und Neuausrichtung. Darüber hinaus stellte das Schweizer Unternehmen tiled.ch, ein Spezialist für hochwertige Fliesen- und Schreinerarbeiten, gemeinsam mit JPB Design Studio und Puzzle Design experimentelle Raumobjekte und Accessoires vor. 

Das Rahmenprogramm konnte sich gleichermaßen sehen lassen: V-ZUG präsentierte nicht nur seine luxuriösen Küchenausstattungen, wie die Erweiterungen der luxuriösen "Supreme Line", oder unsichtbar integrierte Induktionskochfelder, sondern veranstaltete auch eine dreitägige Gesprächsreihe. Zu den Gästen gehörten Philippe Baumann von Création Baumann, die Farbexpertin Katrin Trautwein von kt.COLOR sowie Stefan Zwicky. 

Fermob: "Lake"
Form & Refine: "Sonder"
Schätti Präsentation von Jörg Boner
Garpa: "Nomai"

neue räume, seit 25 Jahren die wichtigste internationale Wohn- und Möbelausstellung der Schweiz für das oberste Einrichtungssegment, braucht kein Spektakel, um wirksam zu sein. Es ist ein kompaktes, demokratisches und sympathisches Format, das ideal ist, um in entspannter Atmosphäre zu Netzwerken und einen ersten Eindruck von den vorgestellten Produkten zu bekommen. Regionale Werkstätten und junge Kreative können ihr Angebot gleichberechtigt neben internationalen Marken ausstellen, die Inspirationen und Blickwechsel sind vielfältig. Damit lohnte sich der Gang durch die Halle 550 sowohl für Gäste, die in diesem Jahr bereits auf den marktführenden Branchenevents in Mailand und Kopenhagen unterwegs waren, wie für jene, die vorwiegend im lokalen Umfeld aktiv sind. Die wechselnden Sonderschauen, wie in diesem Jahr zu den prämierten Bauten von "Die Schweizer Architekturpreise 2026" und die Fachhändlerlounge, in der man einen Einrichtungspartner der Region finden kann, bieten parallel unkomplizierte Türöffner. Und dank des hervorragenden Caterings von Simon Tanner war auch für das leibliche Wohl gesorgt. 

Im globalen Zentrum der Bank- und Finanzwirtschaft, das eine eher homogene Ausrichtung hat, braucht es feste Treffpunkte für die kreative Szene, für Design, Architektur und das Handwerk. "neue räume" bietet diese im Schulterschluss mit den Zürich Design Weeks und setzt vielfältige Impulse für das Fachpublikum wie die EndkundInnen. Eine erlesene Auswahl Pralinés sozusagen, und die sind bekanntlich in der Schweiz die besten. 

Das Stylepark Magazin ist ein Medienpartner von "neue räume".