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Kristian Baumann vom Restaurant "108 und Benjamin Folkmann Hansen von "Table Noir"
Kristian Baumann vom Restaurant "108" und Benjamin Folkmann Hansen von "Table Noir"
© Table Noir
Kristian Baumann vom Restaurant "108" und Benjamin Folkmann Hansen von "Table Noir"

Das perfekte Werkzeug

Eine neue Designunternehmung aus Kopenhagen besetzt eine absolute Nische: "Table Noir" entwickelt Besteck für Sterne-Restaurants – maßgeschneidert auf deren ganz speziellen Bedürfnisse, versteht sich.
von Adeline Seidel | 17.12.2017

Benjamin Folkmann Hansens erster Eindruck täuscht. Zumindest vermutet man nicht, dass der junge Mann, der eine sympathische Zurückhaltung ausstrahlt, im Wortgalopp und voller Inbrunst erzählen kann – jedenfalls, wenn es sich um Besteck handelt. Genauer gesagt: Das bisher einzige Produkt seiner neu gegründeten Firma "Table Noir", dem Besteck "Table Noir for 108".

Wir sitzen im neu eröffneten Restaurant "108", dessen Küchenchef Kristian Baumann zuvor im berühmten "Noma" als Souschef Gaumen verzaubert hat. "Ein Jahr Arbeit steckt hier drin", sagt Benjamin Folkmann Hansen voller Begeisterung und deutet auf das schlichte, hellbraune Lederetui, in dem sich das Besteck "Table Noir for 108" befindet. Kompakt verstaut, schlicht im Auftritt ist es. Nur wer einen Blick für das Detail hat, erkennt dessen Raffinesse und Feinheiten. Das gilt im Übrigen auch für das gesamte Interieur des Restaurants und dessen Speisen. In enger Zusammenarbeit mit Kristian Baumann ist das Besteck entstanden. "Das Restaurant 108 benutzt jetzt sein Traumbesteck,", erklärt Benjamin Folkmann Hansen, "das ganz speziell nur für sie entwickelt wurde. Und sie sind das erste und einzige Restaurant, das mit diesem Besteck ausgestattet wird." 

© Table Noir
© Table Noir

Das Besondere an "Table Noir for 108" ist seine Linienführung: Nicht nur liegt es trotz seiner schmalen Silhouette überraschend leicht und ausgewogen in der Hand; Gabel und Löffel fügen sich zudem kompakt ineinander. Es sei eine der wichtigsten Vorgaben des Küchenchefs gewesen, so der Gründer, dass die Tische nicht mit all den Besteckteilen "zugedeckt" werden, sondern durch das "Verstauen" in einem Lederetui eine Großzügigkeit auf den Tischen geschaffen wird. Denn auch trotz anspruchsvoller Küche, möchte das "108" ein Ort der entspannten Atmosphäre sein.

Wie kommt man auf die Idee, maßgeschneidertes Besteck für Sternerestaurants zu entwickeln? Benjamin Folkmann Hansen ist kein Designer. Er ist Ökonom. Seine daher äußerst analytische Herangehensweise führte letztendlich zu der Idee, diese bisher noch nicht entdeckte Nische zu besetzen: Man befragte zahlreiche Sternerestaurants weltweit, was für sie ein perfektes Besteck ausmacht. Das Ergebnis war überraschend, denn im Grunde hatten nur wenige der befragten Gourmettempel tatsächlich eines, das vollkommen ihren Vorstellungen entsprach. Und genau hier setzt Benjamin Folkmann Hansen mit seiner Firma "Table Noir" an. Gemeinsam mit Küchenchefs möchte er das perfekte "Werkzeug" für die jeweiligen Restaurants entwickeln und in höchster Qualität herstellen. Nach "108" wird es im kommenden Jahr ein zweites Besteckset geben – für ein anderes Restaurant, aber darüber darf noch nicht gesprochen werden. Wer aber im Übrigen begeistert von "Table Noir for 108" ist, kann es online über die Firmenwebseite und im Designmuseum Kopenhagen für den Privatgebrauch beziehen.