Design als Motor
In den derzeit höchsten Büroetagen Deutschlands gab das Team des WDC Einblicke in den Status quo – flankiert von hochrangigen VertreterInnen der World Design Organization (WDO)® sowie aus der kommunalen Politik, Kultur und Wirtschaft. Das facettenreiche Programm wird über das Jahr stetig weiterentwickelt. Die Ideen aus dem Open Call, Kooperationen mit unterschiedlichen AkteurInnen und eigene Veranstaltungen des WDC-Teams bilden die Struktur. Rund 2.000 Events, die sich aus 450 Projekten zusammensetzen, sollen in der Stadt Frankfurt und der Rhein-Main-Region bis Ende des Jahres stattfinden. Etwa 300 Projekte stammen dabei aus den zahlreichen Vorschlägen von Initiativen, KünstlerInnen und Gemeinden.
Fünf thematische Schwerpunkte bilden den Fokus der Aktivitäten in den jeweiligen Monaten: Im Februar, März und Mai steht "Lebensräume gemeinsam gestalten" auf dem Plan, im April und Juli "Lernen neu denken, Gestaltung erforschen", im Juni "Kreisläufe der Zukunft: Design, Handwerk und Industrie", im August und September "Mit allen Sinnen" sowie im Oktober, November und Dezember "Design im Dialog – in Politik und Gesellschaft". Zu dem letztgenannten zählen die World Design Policy Days vom 11. bis zum 14. November 2026 in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach. Sie bilden die offizielle World Design Policy Conference der WDO zum World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, in der internationale Akteurinnen und Akteure aus Politik, Design, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Rolle von Gestaltung als strategisches Werkzeug für gesellschaftliche und politische Transformation diskutieren werden. Die Ergebnisse des WDC-Jahres sowie der Design Action Plan Frankfurt Rhein-Main, ein Maßnahmenkatalog zur nachhaltigen Verankerung von Design in Politik, Verwaltung und Gesellschaft, werden am 14. November 2026 präsentiert. Die Keynote hält die Transformationswissenschaftlerin Maja Göpel.
Zentrale Anlaufstelle in Frankfurt am Main ist das Museum Angewandte Kunst mit dem WDC-Hub wie dem WDC-Campus, das die kreative Energie junger Talente aus Hochschulen und Wirtschaft bündelt, um interdisziplinäre Lösungen für gegenwärtige Herausforderungen zu entwickeln. Parallel bieten weitere zahlreiche Museen und Institutionen der Stadt wie Region an das Leitthema "Gestalten wir gemeinsam" angegliederte Schauen und Events. Dazu zählen viele Angebote im Innen- wie Außenraum, die kostenfrei, frei zugänglich und ohne Konsumzwang erlebt werden können.
Das vielfältige Programm des World Design Capital lebt von der Beteiligung aller, von der großen Organisation bis zum kleinen Studio. Finanziert wird es vornehmlich mit einem Budget von ca. 14,3 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt sowie aller beteiligten Städte und Gemeinden und dem Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Hinzu kommen Zuschüsse und Sponsorings seitens privaten und öffentlichen Fördermittelgebenden von etwa 1,7 Millionen Euro über die Design FRM gGmbH, der vertragliche Partner der World Design Organization (WDO)®. Die Einzelprojekte erhalten laut Carolina Romahn, Geschäftsführerin der World Design Capital 2026 Frankfurt Rhein-Main, Zuschüsse zwischen 500 und 50.000 Euro. Insgesamt sollen etwa 4,5 Millionen Euro in diese fließen, um Lebensräume zu verbessern, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und den Wandel der Region aktiv zu entwickeln.
"In den letzten zwei Jahrzehnten hat die World Design Organization daran gearbeitet, ein globales Netzwerk von Städten aufzubauen, die Design als Instrument für die urbane Transformation nutzen. Frankfurt RheinMain hat sich nun einer globalen Bewegung angeschlossen, die sich für Design mit sozialer Wirkung einsetzt und bereits von Hunderttausenden Designschaffenden unterstützt wird. Die World Design Capital soll zeigen, dass Design kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Es ist eine strategische Kraft, die das Wachstum einer Stadt prägt und sich um ihre Menschen kümmert", so Andrea Springer, Acting Managing Director der World Design Organization (WDO)®, eine internationale Nichtregierungsorganisation und das internationale Sprachrohr für Industriedesign.
Alle zwei Jahre verleiht die WDO den Titel World Design Capital® (WDC) um Städte oder Regionen für ihren Einsatz zur Förderung von Design in wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen unterstützen. Die ausgezeichnete Stadt präsentiert ein Jahr lang Beispiele für faire, nachhaltige und innovative Designlösungen, die die Lebensqualität verbessern können. Vergangene WDCs sind unter anderem Seoul (Südkorea), Helsinki (Finnland) und San Diego (USA)/Tijuana (Mexiko). Mit dem von Prof. Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst, entwickelten Thema "Design for Democracy. Atmospheres for a better life" hat sich die Region Frankfurt RheinMain erfolgreich um den Titel World Design Capital 2026 beworben. Die Bewerbung basiert auf einer Initiative der Werkbundakademie Darmstadt in den Jahren 2014 bis 2020. Für diese Bewerbungsphase von 2021 bis 2023 wurde die Design FRM gGmbH gegründet, welche das Projekt nun federführend realisiert. Der Titel ist erstmals an eine deutsche Region vergeben worden.
Ein langfristiges Ziel ist es, die während des World Design Capital 2026 geschaffenen Strukturen, Netzwerke und Impulse für Frankfurt RheinMain weiter auszubauen. Die gemeinschaftliche Dynamik soll es ermöglichen, Design als strategischen Faktor für Innovation, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung zu etablieren. Das Team des WDC 2026 arbeitet so gemeinsam mit Acker Impact und Leonardo Impact an einer Impact Study, die mittel- und langfristigen Veränderungen erfasst, die bei der Zielgruppe eines Projektes und darüber hinaus in der Gesellschaft entstanden sind. "Design ist mehr als ästhetische Formgebung. Wir verstehen es als eine Methode und als grundlegend politische und soziale Praxis. Um Antworten zu finden für die zentralen Herausforderungen unserer Gegenwart, die Verletzlichkeit unserer Demokratie, den Klima angepassten Wandel unserer Lebensgewohnheiten und unseres Wirtschaftens im Hinblick auf die begrenzten Ressourcen unseres Planeten und die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Eltern.", so Carolina Romahn. Und fügt an: "DesignerInnen bauen Brücken zwischen Einzelperspektiven und Fachdisziplinen. Sie treibt der Wunsch, Prozesse und Ergebnisse auf der Grundlage von empirischer Forschung besser und nachhaltiger zu machen. Das kommende Jahr wird zeigen, welche Kraft Design für den Aufbruch hat. Fangen wir also an. Gemeinsam."
Tipp: Am heutigen 16. Januar 2026 folgt das Grand Opening der WDC 2026 in der Centralstation Darmstadt. In Anwesenheit des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein wird der programmatische und symbolische Startschuss der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 gefeiert. Künstlerische Inszenierungen und Redebeiträge werden durch einen Projekt-Parcours und eine Party mit dem DJ-Team Crémant. Cava. Booty Bounce abgerundet.




